Wie man als IT-Blogger gegen Negative SEO kämpft

(Last Updated On: 20. Juli 2017)

Wer mich als Blogger regelmäßig verfolgt, weiß worum es hier geht. Ich behandle in diesem Blog innovative und disruptive Themen in der Informationstechnik, insbesondere im SAP-Umfeld. Da kommt es schon einmal vor, dass man als engagierter Blogger ein gutes Ranking für hart umstrittene Keywords in den Suchmaschinen erzielt. Neben den SAP-Themenblöcken zeigte mein Blog kürzlich auch im Bereich IT-Security enormes Ranking Potential. Doch auch ich bleibe von Trockenstrecken nicht verschont. Ich werde kurz erklären, wie ich darauf gestoßen bin, dass mein Blog kürzlich ein Negative SEO Paket erhalten hat.

Für eine Weile brachen nämlich meine Statistiken ein. Deswegen habe ich mich an einem verregneten Nachmittag auf Ursachenforschung begeben. Dass man als aller erstes die eigene Präsenz in den Suchmaschinen in Frage stellt, ist klar. Denn auch wenn ich mittlerweile definitiv einige Stammkunden aufgebaut habe, kommt ein Großteil meiner Besucherschaft immer noch über Google.

Zum Glück bin ich nicht nur SAP-Berater und Blogger, sondern auch leidenschaftlicher Online Marketeer, und habe deshalb zunächst überprüft, ob mein Blog eventuell von einer Änderung in den Google-Suchalgorithmen betroffen ist. Mit Tools wie Fruition kann man checken, ob es wahrscheinlich ist, dass eine Algorithmus-bedingte Penalty in den Suchmaschinen statt gefunden hat. Dies war bei mir in jüngster Vergangenheit nicht mehr der Fall. In den offiziellen Informationsquellen gab es auch keine Informationen über eine kürzliche Änderung des Algorithmus. Dadurch, dass ich in den letzten Wochen auch wieder aktiver geschrieben habe und in den jüngeren Beiträgen auch die Bounce Rate enorm gesunken ist, konnte ich den Rankbrain-Algorithmus auch ausschließen. Dieser hätte ich mich eher im Vergleich zu den letzten Monaten eher belohnen anstatt abstrafen müssen.

In meiner eigenen Datenbank habe ich dann nach typischen Spam-Keywords gesucht. Fehlanzeige. Es scheint also, als wäre auch niemand in den Blog eingedrungen und hätte dort irgendwelche Backlinks auf seine eigenen Seiten gesetzt. Auch eine Abstrafung wegen der Seitenladezeit konnte ich ausschließen, denn meine Performance-Statistiken haben sich in den letzten Wochen eher verbessert denn verschlechtert (mehr dazu in einem späteren Beitrag). Nun blieben nur noch drei mögliche Ursachen übrig:

  • mein Content wurde unerlaubt dupliziert
  • mein Blog bekommt schlechte Social Signals, beispielsweise durch Social Media
  • es wurden schmutzige Backlinks auf meine Seite gesetzt.

Es stellt sich heraus, dass letzteres der Fall war. Unter anderem verzeichnete ich Backlinks von diversen .ru-Domains.

Negative SEO WordPress Blog

Russische Seiten empfehlen meinen deutschsprachigen Blog.

Oben ein beispielhafter Auszug aus den Querverweisen, über die Besucher morgens auf meinen Blog kommen. wie sich ersehen lässt, kriege ich einige Besucher von Domains offensichtlich russischer Herkunft – obwohl mein Blog zum Großteil (noch) deutschsprachig ist. Da auch keine Verweise von translate.google.com vorhanden sind, gehe ich nicht davon aus, dass sich diese Besucher die Mühe gemacht haben, den Blog entsprechend übersetzen zu lassen.

Das heißt im Endeffekt: Jemand hat sich dazu entschieden, mir ein Negative SEO durch dubiose Backlinks zu verpassen, um mein Ranking zu beeinflussen. Denn Google’s Penguin-Algorithmus bewertet automatisch die Backlinks auf meiner Seite auf deren „Glaubwürdigkeit“. Da es äußerst unglaubwürdig ist, dass russische Backlinks auf meinen deutschsprachigen Blog zeigen und diese Domains wahrscheinlich sogar auf der Penguin-Blacklist sind, wurde ich entsprechend abgestraft. Grundsätzlich ist dieser Schutz absolut notwendig. Denn Google möchte, dass der Anbieter mit dem scheinbar relevantesten Content an erster Stelle steht und nicht der, der am meisten Geld für die Platzierung von dubiosen Backlinks im Web ausgibt.

Wie wehrt man sich nun dagegen? Zu aller erst ist es wichtig, dass Sie Ihren Blog an die Google Search Console anbinden. Mit dieser ist es möglich, für Ihre Domain einen sogenannten Disavow auf diese dubiosen Backlinks zu setzen. Dadurch zeigen Sie Google, dass es diese Backlinks mit einem „nofollow“-Attribut parsen soll und somit nicht für ihren „Link Juice“ in Betracht ziehen soll. Zusätzlich sammelt die Google Search Console auch die Backlinks auf Ihre Seite und listet Ihnen diese nicht nur nach Zeitstempel geordnet auf, sondern bietet auch eine Lösung zum Download all dieser Backlinks als .csv-Datei. Jedoch habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass die Search Console keine Backlinks aufspürt, die erst vor einigen Wochen gesetzt wurden. Es dauert eine Weile, bis die entsprechenden Backlinks in der Search Console verfügbar sind. Ergänzend ist es also anzuraten, wenn man die Logs seines Webservers auswertet, so wie ich es weiter oben getan habe.

Loggen Sie sich in die Google Search Console ein und wählen Sie Ihre Domain aus, für die Sie einen Disavow konfigurieren wollen. Wichtig: Beachten Sie, dass in der Search Console Ihre Domain einmal mit und einmal ohne www.-Zusatz auftaucht. Konfigurieren Sie den Disavow am besten für beide Varianten. Nachdem Sie die Domain ausgewählt haben, klicken Sie im Menü auf Suchanfragen -> Links zu Ihrer Website. Klicken Sie in der Übersicht „Wer verlinkt am meisten“ auf „Mehr“. Downloaden Sie Ihre Backlinks über die Buttons „Mehr Beispiel-Links“ und „Aktuelle Links“. Führen Sie die beiden Dateien zusammen.

Die Datei enthält zunächst alle Backlinks auf Ihre Seite. Löschen Sie alle Backlinks, die Sie als legitim identifiziert haben, die also wirklich organisch von einem „Besucher“ für Sie angefertigt wurden. Alle anderen Links lassen Sie stehen.

Wenn Sie sicher sind, dass von der Domain, aus der Sie einen oder mehrere Backlinks erhalten haben, nichts gutes kommt, empfiehlt es sich, zusätzlich zu den in der Datei befindlichen harten Backlinks die gesamte Domain zu sperren. Dies bewerkstelligen Sie, indem sie in der Datei eine Zeile hinzufügen im Format

domain:dubiosedomain.ru

Durch diese Zeile werden sämtliche Backlinks entwertet, die von der Domain dubiosedomain.ru kommen. Grundsätzlich können Sie die harten URLs weiterhin in der Datei stehen lassen, es hat nur einen Einfluss auf die Zeit, die vergeht, bis die Datei nachher hochgeladen ist. Dauert Ihnen das zu lange, sollten Sie die einzelnen URLs aus der Datei eliminieren. Bevor Sie auf die Idee kommen: Nein, Sie können leider keine Wildcards wie beispielsweise domain:*.ru benutzen, um beispielsweise eine ganze Top Level Domain zu entwerten. Sie müssen leider jede Domain einzeln angeben.

Nun nehmen Sie zusätzlich noch die Links aus Ihrem Webserver-Log hinzu und fügen diese ebenfalls in die Datei ein. Somit haben Sie auch Backlinks erwischt, die erst kürzlich auf Ihre Seite gesetzt wurden. Auch hier können Sie sich überlegen, gleich die ganze Domain sperren zu lassen.

Speichern Sie sich diese Datei auch für später auf. Denn jedes mal, wenn Sie eine disavow-Datei hochladen, werden alle entwerteten Backlinks aus der Vergangenheit gelöscht. Das heißt es ist nicht möglich, einfach eine neue Datei mit nur den Backlinks zu erzeugen, die kürzlich hin zu gekommen sind. Die disavow-Datei, die Sie in der Google Search Console hoch laden, muss immer alle Backlinks enthalten, die Sie entwerten möchten.

Begeben Sie sich nun auf das Google Disavow-Tool. Wählen Sie wieder Ihre Domain aus. Klicken sie auf den Button „Links für ungültig erklären“. Klicken Sie im Folgefenster wieder auf den Button „Links für ungültig erklären“ und laden Sie Ihre .txt-Datei hoch. Von nun an sind die dubiosen Backlinks entwertet. Die positiven Ergebnisse zeigen sich in der Regel nach einem Tag.

Wenn Sie als Unternehmen oder Blogger in hart umstrittenen Keywords ranken wollen, kann es durchaus einmal sein, dass Ihre Wettbewerber auch Ihnen so ein Negative SEO Paket verpassen könnten. Negative SEO kann nicht nur durch dubiose Backlinks, sondern beispielsweise auch durch Duplizieren Ihres Contents oder durch das Setzen von negativen Social Signals von statten gehen. Wehren können Sie sich dadurch durch einen regelmäßigen SEO-Audit, der nicht nur die Wirksamkeit Ihrer eigenen Optimierungsmaßnahmen, sondern auch die Auswirkung von Änderungen in den Suchmaschinen-Algorithmen und das Vorhandensein von Negative SEO in Betracht zieht. Wenn Sie Hilfe beim SEO-Audit brauchen, kontaktieren Sie mich einfach. Ich biete diese Leistung als monatlichen Managed Service für mehrere Kunden.

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1 Antwort

  1. 25. August 2017

    […] Wie man als IT-Blogger gegen Negative SEO kämpft […]

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