Bedienung: Mit virtuellen Desktops effektiver arbeiten

(Last Updated On: 31. Juli 2015)

Mit Windows 10 ist nun auch eine betriebssysteminterne Unterstützung für virtuelle Desktops in das Windows-Betriebssystem eingezogen. Schon länger unter Linux verfügbar, musste man bislang das Feature über Drittanbeitersoftware wie Dexpot in das Windows-Betriebssystem einschleusen.

Jeder technische Nutzer eines Betriebssystems, der regelmäßig verschiedene Referenzen nachschlagen muss, um in einem anderen Programm effektiv zu arbeiten, wird die Funktionalität von virtuellen Desktops zu schätzen wissen. Standard-User hingegen werden sich vom neuen Feature erst überfordert fühlen und es für überflüssig halten. Auch diesen Nutzern will ich in diesem Beitrag helfen, indem ich etwas an den Sinn und den Nutzen von virtuellen Desktops heranführe.

Einsatzszenarien von virtuellen Desktops

Szenario 1: der Student

Zunächst einmal: Virtuelle Desktops sind nicht dazu gedacht, um das Feature zweier Monitore oder dem Aneinanderreihen von Fenstern Konkurrenz zu machen. Wenn Sie beispielsweise einen Artikel lesen und sich in einem anderen Fenster paralell Notizen dazu machen wollen, ist ein Desktop mit mehreren Fenstern viel besser geeignet als die Idee der virtuellen Desktops.

Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich derzeit in Ihrem Studium der Physik an einer x-beliebigen Universität und arbeiten gerade an Ihrer Master-Arbeit. Auf Ihrem Desktop befindet sich ein Fenster, in welchem sich Ihre Studienunterlagen als PDf-Datei im PDF-Reader Ihrer wahl geöffnet vorfinden, und ein weiteres Fenster, in welchem Formelsammlungen der Mathematik und Physik geöffnet sind. Weil Sie einen zweiten monitor haben, ist in einem dritten Fenster der LaTeX-Editor geöffnet, in welchem Sie Ihre Abschlussarbeit schreiben, und im vierten Fenster haben Sie ein Grafikprogramm geöffnet, in welchem Sie Zeichnungen und Diagramme erstellen, um sie später in Ihre Arbeit einzufügen.

dieses Szenario können Sie gerade so abbilden, wenn sie zwei Monitore haben und jedes Fenster eine halbe Monitorbreite ein nimmt.

komplizierter wird es, wenn der LaTeX-Editor oder das Zeichenprogramm, welches Sie verwenden, noch Hotkeys hat, die Sie nicht auswendig können, die Ihnen aber beim Schreiben ihrer Arbeit jede Menge Zeit sparen würden. Sie haben im Internet Cheat Sheets gefunden, bei denen alle wichtigen Tastaturkürzel dargestellt sind. Es nervt nur immer ungemein, diese Cheet Sheats dauernd in den Vordergrund zu holen, das Tastaturkürzel nachzusehen und das Fenster danach wieder zu minimieren. Das regt Sie irgendwann so dermaßen auf, dass Sie sich entweder die Sheets oder Ihre Formelsammlung ausdrucken und an die Pinnwand heften.

diese Pinnwandhefterei wäre ein Szenario, welches man mit virtuellen Desktops einsparen könnte. Demnach haben Sie einen Desktop, mit dem Sie sich um Ihre Physik-Arbeit kümmern, und einen „Helfer-Desktop“, der Ihnen beim Verwenden der programme hilft, die sie dafür benutzen, weil auf diesem beispielsweise die geöffneten Cheat Sheets abgelegt sind.

Szenario 2: Der Angestellte

Nehmen wir mal ein andere Szenario: Sie sind Angestellter in einem renommierten Unternehmen und Ihr Unternehmen ermöglicht die „Bring Your Own Device“-Integration Ihrer privaten Laptops, Tablets und Smartphones in das Firmennetz. Das ist für Sie nützlich, weil Sie somit mit einem Gerät während der Arbeitszeit arbeiten und in der Mittagspause oder nach Dienst Ihre Steuern, Ihr Homebanking und andere Aktivitäten ausüben können, ohne zwei Geräte herumschleppen zu müssen.

Dabei haben sie allerdings ein schlechtes Gewissen, wenn Ihre Kollegen Ihnen in den Bildschirm schauen und dabei die Freundin als Hintergrundbild und die Desktop-Icons der neuesten Metzel-Ego-Shooter sehen. In Ihrer Freizeit wollen Sie jedoch auf diese kleinen Helferlein und Dekorationen nicht verzichten. In der Arbeit hingegen wollen sie einen professionellen eindruck machen und beispielsweise einen Desktophintergrund mit dem Firmenlogo verwenden und Desktop-Icons von Microsoft Office usw. haben.

Auch dieses Einsatzszenario lässt sich mit virtuellen Desktops abbilden, wonach Sie auf jedem Desktop unterschiedliche Icons und Hintergrundbilder haben können.

Virutelle Desktops unter Windows 10

Seit Windows 10 ist die funktionalität der virtuellen Desktops nativ in das Betriebssystem integriert. mit der tastenkombination [Windows] + [Tab] wechseln Sie in den neuen Taskviewer, der ihnen mit der Schaltfläche Neuer Desktop die Möglichkeit gibt, einen neuen Desktop zu anzulegen. nun können sie mit der gleichen Tastenkombination zwischen den verschiedenen Desktops hin und her springen und in diesen nach eigener Lust und Laune Fesnter öffnen und schließen. Bestehende Fenster des einen Desktops können Sie ganz einfach mit Drag & Drop in den anderen Desktop ziehen. Wenn Sie ein Fenster hingegen auf das +-symbol ziehen, wird automatisch ein neuer Desktop mit diesem Fenster erstellt.

Wenn Ihnen das Umschalten zwischen den virtuellen Desktops mit dem Task Viewer noch nicht schnell genug geht, könenn Sie auch einfach mit gedrückten [Windows]+[Strg]-Tasten und der rechten oder linken Pfeiltaste zwischen den virtuellen Desktops blättern.

Mit der tastenkombination [Strg]+[Windows]+[D] können sie einen neuen Desktop anlegen und mit [Windows]+[Strg]+[F4] können Sie den aktuellen Desktop schließen.

Virtuelle Desktops für Prä-Windows-10

Für alle Windows-Betriebssysteme vor Windows 10 müssen sie die Funktionalität der virtuellen Desktops noch per Drittanbietertools nachrüsten. Das berühmteste Tool in diesen Belangen ist Dexpot. Leider ist das Tool jedoch für den gewebrlichen Nutzen nicht kostenlos und sollte daher nur von Privatnutzern verwendet werden. Deswegen werde ich Ihnen nicht Dexpot zeigen, sondern das portable Tool Desktops von Sysinternals. Das tool ist wie bereits angesprochen portabel und kann also ohne installation direkt ausgeführt werden. Einen Nachteil hat diese Lösung allerdings: Sie können nicht für jeden Desktop ein getrenntes Hintergrundbild und verschiedene Desktop-Icons verwenden, weshalb Sie das zweite der oben besprochenen Anwendungsszenario mit diesem Tool nicht realisieren können.

In den Optionen des tools stellen Sie ein, mit welcher Taste Sie die Desktops wechseln wollen. Standardmäßig wechseln sie mit der Tastenkombination [Alt]+[Nummer] den Desktop. Als Nummer geben Sie eine Zahl von 1-4 ein, um zwischen die maximal vier virtuellen Desktops zu wechseln.

 

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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