Car-Sharing-Services: Car2Go, Flinkster und Co

(Last Updated On: 2. September 2015)

Neben den großen C2C „Mitfahrzentralen“ wie beispielsweise mitfahrgelegenheit.de erfreuen sich auch B2C-Car-Sharing-Dienste wie beispielsweise Car2Go und Flinkster immer größerer Beliebtheit. Während Sie bei den ersteren Vertretern von privat zu privat Fahrten Anbieten oder bei einem Anbieter mit fahren können, der zufällig an Ihrem Zielort vorbei fährt – mieten Sie bei den kommerziellen Diensten ein Fahrzeug, welches gerade in Ihrer Nähe steht. Das Konzept nennt sich Free Floating – das heißt: Die Autos, welche der Anbieter Ihnen zum Mieten zur Verfügung stellt, sind irgendwo im ganzen Stadtgebiet verteilt – je nachdem, wo sie von ihren Vormietern stehen gelassen oder vom Anbieter wieder eingesammelt wurden. Sie holen ihr Fahrzeug also nicht zwangsweise beim Anbieter des Car-Sharing-Dienstes, sondern können auch in ein von einem Vormieter in Ihrer Nähe abgestelltes Fahrzeug einsteigen. Dabei können Sie sich online oder auch per App informieren, wo das nächste Fahrzeug gerade für Sie bereit steht.

Abgerechnet wir bei solchen Diensten meistens nach Zeit. Da der Anbieter in dieser Zeit in jedem Fall die Kosten für Verschleiß und Sprit wieder reinholen muss, ist diese Zeitgebühr nicht gerade ganz billig. Sie lohnt sich jedoch immer noch für all jene, die stattdessen beispielsweise mit dem Taxi fahren müssten. Gerade für Kurzstrecken ist das Angebote dadurch attraktiv, für längere Ausfahrten hingegen nicht. Schließlich will ja auch der Anbieter, dass die Fahrzeuge im Stadtgebiet immer verfügbar bleiben. Deswegen werden Sie bei übermäßig langer Inanspruchnahme auch entsprechend zur Kasse gebeten.

Doch nicht nur für kurzstrecken sind die Angebote interessant. Das Angebote lohnt sich auch für all jene, die nicht auf einen Pkw verzichten wollen (und somit nicht auf öffentliche Vekehrsmittel wie S-Bahn, Linienbuse, Fernbuse wie Flixbus/MeinFernbus sowie die Deutsche Bahn) ausweichen wollen, dabei aber weniger als 500 km im Monat fahren. Denn Sie sparen sich beim Mieten die Kosten für Versicherung, Reparatu, Kundendienst usw. Fahren Sie weniger als 500 km im Monat, sparen Sie bei den meisten Diensten für den Monat jeweils um die 150 € an Kosten. Da Sie bei den meisten Diensten keine Grundgebühr zahlen, können Sie diese auch flexibel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was diese Car-Sharing-Dienste können und wie Sie im Vergleich zu konventionellen Autovermietern abschneiden.

Car2Go

Car2Go finden Sie derzeit in Hamburg, Berlin, München, Ulm, Düsseldorf, Köln und Stuttgart. Der Anbieter nutzt Smarts, die ja bekanntlich im Stadtverkehr eine gute Figur machen. Die einmalige Anmeldegebühr beträgt 19 €. Pro gefahrener Minute fällt eine Gebühr von 29 ct an. Wenn Sie das Auto abstellen, ohne es abzumelden, um das fahrzeug später wieder von dieser Stelle aus weiternutzen zu können, kostet Sie das 19 ct pro Minute.

DriveNow

Bei Drive Now fahren Sie mit Kompaktwägen der Marke BMW oder Mini durch den Stadtverkehr. Diese sind zwar etwas größer als die Smarts der oben genannten Konkurrenz, jedoch nicht wesentlich. Die einmalige Anmeldegebühr kostet Sie 29 €. Das Fahren kostet Sie  29 ct, parken 15 ct pro Minute. Von 00:00 bis 06:00 Uhr parken Sie sogar kostenlos. Leider ist der Dienst derzeit nur in Berlin, München, Düsseldorf und Köln verfügbar.

CiteeCar

CiteeCar unterscheidet sich ein wenig von den bisherigen Anbietern. Der Anbieter verwendet kein Car Floating – das heißt die Fahrzeuge stehen nicht einfach so im Stadtgebiet herum. Stattdessen bedient sich der Dienst einiger Hosts, welche die Aufgabe haben, den Fuhrpark von CiteeCar für die nutzer an bestimmten Sammelorten zur Verfügung zu stellen. Sie als Nutzer müssen das Fahrzeug auch wieder zu diesem Host zurückbringen, wenn sie es abmelden und wieder zur Nutzung freigeben wollen. Gefahren wird mit Fahrzeugen der Marke Kia Rio. Der Dienst ist in Berlin, Potsdam, Hamburg und München verfügbar. Bei diesem Dienst zahlen Sie jedoch eine monatliche Gebühr von 5 €. Desweiteren rechnet der Anbieter nicht nur pro Zeit, sondern auch pro Kilometer ab. Pro gefahrenen Kilometer zahlen Sie 20 ct, pro gefahrene Stunde 1 €. Wenn Sie jedoch rechnen merken Sie, dass der Zeittarif für eine Stunde im Vergleich zur KOnkurrenz verdammt niedrig ist. Ein Preisvergleich lohnt sich also hier. Der Dienst belohnt Sie für eine lange Nutzungszeit ohne viel zurückgelegte Kilometer. Wenn Sie das auto also eine Weile für sich haben wollen, könnte der dienst für Sie durchaus interessant sein.

Flinkster

Flinkster bietet neben Smarts auch größere Sprinter in seinem Portfolio. Damit eignet sich der Dienst beispielsweise auch für den Transport von Paketen oder für einen Besuch beim Möbelhaus.

Die einmalige Anmeldegebühr beträgt satte 50 €, als Bahncard-Besizter erhalten Sie bei dem Tochterunternehmen einen Rabatt.

Interessant ist der dienst außerdem aufgrund seiner weiten Verbreitung. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz und in Norditalien finden Sie Stationen, wie es die Karte schön zeigt.

Flinkster Abdeckungskarte Stand August 2015 - Quelle https://www.flinkster.de/kundenbuchung/process.php?proc=stadtauswahl

Flinkster Abdeckungskarte Stand August 2015 – Quelle https://www.flinkster.de/kundenbuchung/process.php?proc=stadtauswahl

Leider müssne Sie das Fahrzeug an die selbe Flinkster-Station zurück fahren, an der Sie das Fahrzeug gekauft haben. aber auch anhand der Flächenabdeckung merkt man bereits, dass Flinkster vor allem für längere nutzungszeiträume ausgelegt ist. So zahlen Sie von 8 bis 22 Uhr pro Stunde 2,30 € sowie 18 ct je Kilometer, jedoch als Zeittarif  maximal 39 € am 1. und 29 € an jedem Folgetag.

Der Dienst ist also weniger für Kurzstrecken, dafür mehr als Alternative für mehrtätige Mietaufträge gedacht.

Cambio

Auch Cambio bietet einen ausgefeilten Fuhrpark. Neben den beliebten Smarts können Sie auch hier geräumigere PKws und Transporter ordern. Der Dienst ist in Hamburg, Berlin, Bremen, Aachen, Köln und Bonn verfügbar. Wie auch bie Flinkster müssen Sie hier das Fahrzeug zur ursprünglichen Station zurückbringen. Leider variieren die Preise pro Fahrzeug und Stadt zu sehr, als dass man hier eine konkrete Aussage über die Kosten machen könnte. Deswegen ist Cambio einfach immer ein Anbieter, den man beim Preisvergleich im Hinterkopf behalten sollte.

stadtmobil

Stadtmobil ist vor allem im Rhein-Main/Rhein-Neckar-Gebiet, aber auch in Berlin, Hannover, Karlsruhe, Stuttgart und Trier aktiv. Auch hier variieren die Preise sehr stark, daher lohnt sich hier wieder der Vergleich mit der Konkurrenz.

Was können die Dienste im Vergleich zu gewöhnlichen Autovermietern?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns ein Nutzungsszenario zusammenspinnen, mit denen wir die Dienste miteinander vergleichen können.

Szenario 1: Transporter für den Umzug

Sie brauchen einen Umzugswagwen, weil sie innerhalb der selben Stadt von einer wohnung in die andere ziehen müssen. Den WAgen geben wir erst am nächsten Tag zurück.

Auf einem Mietwagen-Vergleichsportal habe ich die Wahl bekommen zwischen einem Cargo Van, bei dem ich theoretisch erst die Sitze ausbauen oder zumidnest umklappen müsste (21,57 €), und einem Klenitransporter, der quasi ready to go wäre (69 €).  Auch wenn ich keine detaillierten Preise über das Kilometergeld habe, gehe ich einfach mal davon aus, dass es sich um eine faire Spritpreisregelung handelt, also voll erhalten – voll zurückgeben. Ansonsten sind die Preise pauschal für einen ganzen Tag und somit fällt hier keine weitere Rechnungn an

Dabei gehe ich nun beim Car-sharing-Anbieter davon aus, dass ich das Fahrzeug an einer Station holen muss (und rechne dafür ein S-Bahn-Ticket mit 2,50 € Kosten ein), dann das Auto mit einem zeitlichen Aufwand von einer halben Stunde zu meiner alten Wohnung kriegen muss, das Fahrzeug dann für 4 Stunden in meiner Einfahrt auf „parken“ setze, um dann in einer halben Stunde zu meiner neuen Wohnung zu fahren und dort dann wiederum 4 Stunden auszuladen. Zu guter letzt gebe ich dann das Fahrzeug wieder mit einem Zeitaufwand von einer halben Stunde beim Anbieter zurück.

Dabei kommt heraus, dass wir mit der Stundenabrechnung immer über das Maximum für die Tagespreise der Car-Sharing-Dienstleister kommen würden, selbst wenn Sie den Parktarif ausnutzen. Das Tagesmaximum für einen Transporter bei cambio liegt bei 49€, bei Flinkster sind es für den 1. Tag 80 €. Dazu kommen noch bei Cambio 0,36 € und bei Flinkster 0,20 € pro gefahrenem Kilometer.

Dabei kommt jedoch heraus, dass die Car-Sharing-Dienstleister es hier nicht mit den günstigsten Mietwagenanbietern aufnehmen können. Denn hier finden wir bereits einen Sprinter mit 150 Inklusivkilometern und fairer Tankregelung (voll/voll) für 39 Euro am Tag. Da nicht zu erwarten ist, dass wir in diesem Zeitruam über die 150 Kilometer kommen, punktet der günstigste Autovermieter in meinem Test.

Szenario 2: Mehrmals am Tag spontan

im Folgenden Szenario gehen wir davon aus, dass Sie nur mal kurz für wenige Minuten, dafür aber mehrmals täglich, einen Mietwagen brauchen. Einmal wollen Sie von der Wohnung zur Arbeit, dann von dort ins Fitnessstudio, von dort wiederzum Einkaufen, und zu guter Letzt wieder nach Hause. für alle Fahrten gehen wir von 15 Minuten aus. Bei der Ankunft melden Sie immer das Auto ab  und geben es weider zur Nutzung frei – außer beim Einkaufen. Dort parken Sie das Fahrzeug für eine Stunde, da sie ja nicht mit den vollen Einkaufswagen zum nächsten Fahrzeug schieben wollen. Es macht hier für jedermann ersichtlich keinen Sinn, bei einem gewöhnlichen Autovermieter mehrmals ein Fahrzeug zu mieten, das ist klar. Das günstigste Tagesangebot bekommen wir hier für rund 52 €. Hier sind alle Kilometer frei von Zusatzkosten und die Tankregelung ist voll/voll.

Wenn wir jetzt hier einmal den Preis von Car2Go zugrunde legen, zahlen Sie für alle Fahrten jeweils 4,35 €. Für das einstündige Parken beim Shopping zahlen Sie 11,40 €. Damit wären wir bei 28,80 €.  Im Vergleich zur Autovermietung sparen Sie sich also rund 23 €.

 

Kurze Monatsübersicht zum Car2Go: Wenn Sie die Kosten des Car2Go auf einen Monat á 5 arbeitstage die Woche hochrechnen, kommen Sie auf 619,20 € Gesamtkosten im Monat.  Wenn Sie die angesprochenen 15 Minuten für jede Fahrt mit Tempo 50 fahren, legen Sie ohne die Einrechnung von Ampeln und andern Hindernissen täglich eine Strecke von 50 km innerhalb der Stadt zurück. Das ist eine Mordsstrecke, also Sie sehen schon, was für ein Mörderszenario ich hier zugrunde gelegt habe. Wenn Sie weniger fahren, lohnt sich der Car-Sharing-Anbieter natürlich noch viel früher für Sie. Bei dieser enormen Nutzung wäre aber natürlich ein privates Kfz oder das Ausweichen auf öffentliche Verkehrsmittel günstiger für Sie, da diese enormen Werte bedeuten würden, dass Sie im Monat rund 1000 km in der Stadt killen – das Wochenende noch nicht mal eingerechnet. Ich wollte mit diesem Szenario nur kurz klar stellen, dass sich die Car-Sharing-Anbieter im Vergleich zu gewöhnlichen Autovermietungen noch sehr lange durchsetzen können. Die konventionellen Autovermietungen holen erst wieder bei längeren Strecken auf.

 

 

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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