Die Schifffahrts-Funkscheine SRC und UBI

(Last Updated On: 22. Januar 2015)

So, ich bin wieder da. Bis Mittwoch hatte ich mich den Vorbereitung zur Prüfung für die Funkbetriebszeugnisse in der Schifffahrt vorbereitet. Das möchte ich euch einfach mal vorstellen.

Binnen- und Seeschifffahrt

Die Schifffahrt wird allgemein unterteilt in die sogenannte Binnenschifffahrt – das ist internationale Schifffahrt auf Binnenwasserstraßen, also allgemein das Fahren auf Strömen wie Donau, Main oder Rhein. Sie zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass Sie auf Binnenwasserstraßen stattfindet und größtenteils nicht auf offener See – und dort nur relativ nahe an der Küste, soadss ortsfeste Küstenfunkstellen immer in der Nähe sind.

Die Seeschifffahrt betrifft eben die Schifffahrt auf offener See – insbesondere in einem größeren Abstand zur Küste. Hier sind natürlich andere Regelungen wichtig als beim Befahren von Küstenwasserstraßen.

Die Funkbetriebszeugnisse

Für jedes Schiff, auf welchem sich ein Funkgerät befindet, benötigt man zu dessen Betrieb ein spezielles Funkbetriebszeugnis für die jeweilige Schifffahrt – und das Funkgerät selbst muss auch für die jeweilige „Schifffahrtsdisziplin“ ausgelegt sein.

Wenn  man sich ein Boot chartert, ist in der Regel immer ein Funkgerät vorinstalliert – das bedeutet: Zum Chartern von Booten braucht man in der Regel immer einen Funkschein für die Schifffahrt – anders kommt man gar nicht erst am Verleiher vorbei.

Und auch bei selbstgekauftem Boot ist man schnell in der Situation, dass man ein Funkgerät an Bord betreiben muss – auch wenn das Schiff selbst nicht ausrüstungspflichtig ist. In der Binnenschifffahrt möchte man ggf. Schleusungen durchführen und braucht deswegen eines, auf See muss man ab einer bestimmten Schiffslänge und ab einer bestimmten Entfernung zur Küste verpflichtend ein Funkgerät installiert haben – und wenn man eine Radaranlage auf seinem Schiff hat, sowieso.

Allgemein würde ich persönlich sagen, dass man heutzutage an einem Funkbetriebszeugnis kaum mehr vorbei kommt. Wenn Sie also mal vor haben, sich selbst ein schiff zu kaufen oder im Urlaub zu chartern, müssen Sie sich für den Erwerb dieses Zeugnisses erwärmen können.

Für Binnen- und Seeschifffahrt gibt es getrennte Funkbetriebszeugnisse. Für die Seeschifffahrt brauchen Sie in der Regel nur das Short Range Certificate (SRC) – wobei es hier auch wieder weiterführende Zertifikate gibt. Für die Binnenschifffahrt brauchen Sie das Funkbetriebszeugnis für die Binnenschifffahrt (UBI). Sie können grundsätzlich also nur jenes Zeugnis erwerben, welches für Sie interessant ist. Ich persönlich habe für meinen Teil beschlossen, dass ich später mal sowohl auf Binnenwasserstraßen, als auch auf offener See fahren möchte, und habe deshalb die beiden Zeugnisse kombiniert erworben.

Die Kurse

Die Kurse zu diesen Funkbetriebszeugnissen werden in der Regel von Bootsportvereinen angeboten. Diese agieren dann Ihnen gegenüber sozusagen als „Funkschule“. In meinem Fall musste ich jeden Freitag über knapp drei Monate hinweg theoretischen und praktischen Unterricht im Funken besuchen.

Wie bereits erwähnt, habe ich die beiden Zeugnisse SRC und UBI kombiniert erworben. Das kostet weniger und nimmt auch weniger Zeit in Anspruch, als wenn man beide einzeln absolviert. Auch die Prüfung istauf diese Variante dann speziell zugeschnitten.

Die Kosten für einen kombinierten Unterricht liegen insgesamt bei etwa 500 €. Es gibt teilweise etwas billigere Offerten bei anderen Bootsvereinen, also lohnt es sich hier, auch mal bei Vereinen umliegender Gebiete nachzuschauen. Die Angebote für die Kurse findet man oft auf deren Website oder per Google-Suche.

Man muss noch keinen Bootsführerschein haben, um sich für die Funkbetriebszeugnisse einschreiben zu können. Das habe ich auch so gemacht – noch kein Schein zum Führen eines Bootes, aber schon zum Funkkurs angemeldet, weil der einfach gerade früher stattfand. Die Angelegenheit war auch kein Problem, es kommen nur sehr selten der Allgemeinheit unbekannte Fachbegriffe aus der Schifffahrt vor, die man in der Regel jedoch sehr einfach nachschlagen kann.

Die Prüfung

Die Prüfung für beide Sprechfunkzeugnisse kombiniert beinhaltet ein englisches Diktat, welches zunächst auf englisch mitgeschrieben und später ins Deutsche übersetzt werden muss.

Keine Angst, in meinem Kurs waren ältere Semester, die kein Schulenglisch hatten und dieses Diktat trotzdem meisterlich bewältigt haben. Denn es werden für dieses Diktat vorgefertigte Texte verwendet, die im Handbuch, welches man im Laufe des Unterrichts ausgehändigt bekommt, festgeschrieben sind. Desweiteren sind im Handbuch auch Vokabeln zum Lernen hinterlegt. Diese Disziplin ist also durchaus zu meistern.

Im Anschluss daran bekommt man einen deutschen Text vorgelegt und muss diesen anschließend noch ins englische Übersetzen. Auch hier wird einer der vorgeschriebenen Texte verwendet.

Danach folgt der Theorie-fragebogen im SRC. Der ist Single Choice und von der Struktur her ungefähr so aufgebaut wie der Fragebogen zum Klasse B Führerschein. Man muss hier 24 Fragen beantworten und darf insgesamt 5 Fehler machen.

Im Anschluss daran kommt man in den Praxisteil für See- und Binneschifffahrt. Hier wird man vor ein Funkgerät gesetzt und bekommt Aufgabenstellungen, wie etwa das Aufsetzen einer Notfallmeldung auf See oder das Anfunken einer Schleuse im Binnenfunk. Man muss zuerst den theoretischen Fragebogen, die Übersetzungsaufgaben sowie den PRaxisteil auf See bestanden haben, damit man formal ein Short Range Certificate bekommt (SRC). Mit diesem kann man dann im Anschluss die Ergängunzgsprüfung zum UBI machen. Deswegen folgt sofort auf den bestandenen Praxisteil See der Praxisteil Binnen. Hat man auch diesen  bestanden, geht es im Anschluss noch an den theoretischen Ergänzungsfragebogen für den Binnenteil, ebenfalls Single Choice. Das sind dann nur noch 10 Fragen mit 2 erlaubten Fehlern.

Die Vorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Prüfung hat man zum einen das Handbuch, in welchem die Texte für die Übersetzungsaufgaben sowie viel theoretisches Wissen vermittelt werden.

Desweiteren kann man sich in der Regel in der Schule vor Ort Musterübungsbögen für die theoretischen Fragebögen kaufen. Hier sind die Fragen genau so drin, wie sie später auf dem fragebogen gestellt werden – die Reihenfolge der fragen sowie der Antwortmöglichkeiten verändert sich dann in der Prüfung aber, so dass man hier zwar die Fragen im vornherein lernen, aber kein „Schema“ auswendig lernen kann.

Alternativ zu den Fragebögen, die in der Regel um die 17 € kosten (für SRC und UBI gemeinsam), kann man sich auch einfach eine App runterladen. Hier verlinkt für Android UBI und SRC.

Für den Praxisteil hat man in der Regel entsprechende Stunden bei der funkschule. Die Funksprüche, die man später durchgeben muss, kann man dann auch ohne Funkgerät trocken auf Papier üben.

Persönliches Fazit

Die beiden Zeugnisse sind für jedermann zu bewältigen. Es handelt sich hier keineswegs um Raketenwissenschaft, man muss also kein Akademiker sein, um die Inhalte dieser Lehrgänge zu verstehen. Man freut sich auch wahnsinnig, wenn es dann letztendlich geklappt hat. Wenn man sich für die Schifffahrt interessiert, sollte man sich daher diese Kurse einmal anschauen.

Ich persönlich habe in diesem Kurs viele Leute kennengelernt. Der Kurs bestand sowohl aus sehr jungen Leuten von 16, 17 Jahren bis hoch in die späten Fünfziger. Alle noch relativ neu in der Schifffahrt gesamt. Ich habe die Leute teilweise so lieb gewonnen, dass ich nach Abschluss des Bootsführerscheins zu diesem Verein dazu gehen werde – auch wenn ich mir selber kein Boot zulegen, sondern nur eines chartern werde. Einfach nur, um die Leute dort öftters wiederzusehen. Ich kann so einen Kurs also in der Regel nur wärmstens empfehlen.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.