IT Backup-Strategien: One Phase vs Two Phase Backup

(Last Updated On: 29. September 2015)

In diesem kurzen Post möchte ich einen kurzen Vergleich zwischen zwei Backup-Strategien anstellen. diese Strategie bezieht sich vor allen Dingen auf den Unternehmensbereich. Es empfiehlt sich, als Einstieg meinen Post über den Sinn und Vergleich von Tertiärspeichermedien zu lesen.

In diesem Post besprechen wir, inwieweit es sinnvoll ist, Backups direkt auf einen Tertiärspeicher wie etwa ein Magnetband oder eine Blu Ray zu fahren, anstatt erst den Umweg über einen Sekundärspeicher zu gehen. Backupt man seine Daten direkt auf einen Tertiärspeicher, spricht man von einem One-Phase-Backup. Backupt man seine Daten vorher auf einen Sekundärspeicher wie ein Storage Area Network oder eine normale SSD-/Festplatten-Partition, bevor man sie danach auf ein Tertiärmedium schreibt, spricht man von einem Two-Phase-Backup.

Warum man überhaupt auf ein Tertiärmedium backupt und nicht immer nur das aktuelle Backup auf einem gesonderten Sekundärspeicher vorhält, darüber haben wir ja gesprochen: Es soll die Möglichkeit geben, auf ein früheres Backup zurückzuspringen, falls man erst verspätet eine Inkonsistenz im aktuellen Backup entdeckt.

Dabei darf man nicht vergessen, dass wir in dem oben verlinkten Post auch davon gesprochen haben, dass ein Storage Area Network nicht nur als Sekundär-, sondern auch als Tertiärspeicher dienen kann. Dabei wird das Backup einfach auf mehrere Medien innerhalb des Storage Area Network kopiert. Das aktuelle Backup wird immer auf einem sehr schnellen Medium innerhalb des Storage Area Networks vorgehalten und die vergangenen Backups werden auf langsamere Medien innerhalb des SAN kopiert. So kann man sich beispeilsweise vorstellen, dass der Datenspeicher, auf dem eine Datenbank ihre Datendateien hat, auf schnellen SSDs speichert, das tagesaktuelle Backup auf 15000 RPM Festplatten im RAID 1/RAID 10-Verbund und die älteren Backups auf 5400 RPM Festplatten im RAID 5 Verbindung.

Spielen wir mal verschiedene Beispiele durch. In unserem ersten Szenario wird das Backup der Datenbank auf der SSD erstmal auf eine extra Festplatte geschrieben, die in dem Gehäuse des Servers eingeschoben ist. Von dieser Festplatte wird das Backup dann auf ein Magnetband geschrieben, um es für eventuelle Rücksprünge zu archivieren. Das wäre ein Two-Wa-Backup.

Ebenso ein Two-Way-Backup wäre es, wenn die Daten auf der SSD des Servers zunächst in das Storage Area Network auf schnelle 15000 RPM Festplatten geschrieben werden. Von dort aus werden sie dann auf langsamere 5400 RPM-Festplatten archiviert.

Ein One-Way-Backup wäre, wenn ein Datenbank-Backup direkt von der SSD des Servers auf ein Magnetband oder auf die langsamen Festplatten im SAN geschrieben werden würde.

Die Vorteile eines Two-way-Backups:

  • Das erste Backup ist ja das Backup, welches den eigentlichen Serverdienst, also beispielsweise die Datenbank, belastet. Desweiteren ist das Primärmedium, in diesem Falle die SSDs, wieder schneller frei. Dieses Backup dauert nicht so lange und die Last auf dem Server ist daher geringer. Die Anwender merken eine geringere Beeinträchtigung des Systems durch das Backup
  • Die Daten werden zweimal kopiert und liegt das tagesaktuelle Backup daher von Haus aus schonmal an zwei Orten, was eine höhere Sicherheit darstellt. zudem kann über Prüfsummen festgestellt werden, ob das Backup, welches auf dem Tertiärspeicher ankommt, genau dem Backup entspricht, welches auf dem Sekundärspeicher liegt. Daher kann in zusätzlicher Instanz genauer festgestellt werden, ob das Backup sauber auf das Tertiärmedium gewandert ist

Die Nachteile eines Two-way-Backups

  • das Gesamtbackup dauert länger, da das Backup erst auf den Sekundärspeicher und danach auf den Tertiärspeicher geschrieben werden muss. Somit wird zwar der Serverdienst an sich (also etwa die datenbank) und der Primärspeicher beim allerersten Backup nicht mehr so lange belastet, dafür wird aber der sekundärspeicher belastet. Befindet sich der Sekundärspeicher im Server, auf dem auch der Serverdienst läuft, kann zwar die Kopie vom Sekundär- auf den Tertiärspeicher mit niedrigerer Priorität passieren, so dass der Primärspeicher und der Serverdienst einen Großteil der Systemressourcen bekommt – einen teil der Ressourcen muss das Sstem jedoch für die Kopie schon zur Verfügung stellen. Daher ist der Zeitraum, bis zu dem das System wieder seine volle Leistung zur Verfügung hat, länger. Liegt der Sekundärspeicher hingegen nicht auf dem Serversystem, sondern im Netzwerk oder in einem Storage Area Network, so wird dieses belastet, was bei kleinen Netzwerken einen Unterschied machen kann, insbesondere, wenn mehrere Two-Way-Backups mehrerer Server gleichzeitig laufen sollen.
  • Die Kosten und der Verwaltungsaufwand sind höher, da neben dem Tertiärspeicher zusätzlich ein Sekundärspeicher angeschafft und gewartet werden muss.

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass in den allermeisten Fällen die erhöhten Kosten für den zusätzlichen Speicheraufwand zu vernachlässigen sind, besonders angesichts der heutigen Preise für Speicherkapazität, die sich ja im Keller befinden. Und der Vorteil, dass der Serverdienst und der Primärspeicher früher seine Ruhe hat, überwiegt meiner Meinung nach der längeren Gesamtdauer des Backups. Das lässt sich mit Performance-Diagrammen innerhalb des Serversystems auch meist nachvollziehen und darstellen

Ich persönlich rate meinen Kunden daher sehr häufig zu einem Two-Way-Backup.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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