Post Windows 10 Upgrade: Treiberprobleme bekämpfen

(Last Updated On: 9. Oktober 2015)

Sie haben kürzlich von einer definitiv funktionieren Windows 7- oder Windows 8(.1)-Installation auf Windows 10 geupgradet und haben seitdem Treiberprobleme, die sich beispielsweise folgendermaßen äußern:

  • Netzwerkadapter verliert regelmäßig die Verbindung
  • Anzeigeprobleme bei Spielen oder beim Betrachten von Videos
  • Probleme mit der Erkennung von Audiogeräten
  • im Windows Geräte-Manager tauchen Geräte mit einem Fragezeichen-Icon auf, werden also nicht erkannt
  • Sie bekommen hin und wieder, besonders nach dem Aufwachen des Gerätes aus dem Energie Sparen Modus/Ruhezustand, einen Blue Screen of Death (BSOD)

Bevor Sie irgendetwas tun, um Ihr Problem zu beheben, sollten Sie ein Backup vom derzeitigen Stand Ihres Systems machen. Dazu können Sie sich beispielweise einen Live-USB-Stick mit CloneZilla erstellen und damit dann ein Image des Systems auf eine externe Festplatte sichern. Holen Sie sich zur Not Hilfe ein. Bevor Sie nicht ein Voll-Backup des Systems haben, sollten Sie keine weiteren Schritte unternehmen.

Der erste Schritt zur Behebung von Treiberproblemen ist das Deinstallieren sämtliche Third-Party-Software, die irgendeine Form von Windows-Treibern installiert. Dazu gehören beispielsweise

  • VPN Tools wie LogMeIn Hamachi, OpenVPN oder TeamViewer VPN
  • Fernwartungstools wie UltraVNC, TightVNC, Ammy Admin, TeamViewer
  • Laufwerksemulationstools wie VirtualCloneDrive, Alcohol120% oder Daemon Tools

Desweiteren sollten Sie sämtliche Third Party Treiber deinstallieren, beispielsweise also

  • Treiber von Gaming-Mäusen, Gaming-Tastaturen und von allen USB-Geräten generell
  • alle Drittanbieter-Treiber und -Programme, die vom Hersteller des PCs/Notebooks komemn (Dell, Asus, HP, …)
    • dazu suchen Sie zuerst unter Systemsteuerung / Programme deinstallieren nach einträgen in der Softwareverwaltung, die Sie deinstallieren können.
    • danach suchen Sie überbleibsel auf Dateisystemebene unter C:\Windows\system32\drivers. Verstecken sich dort noch Dateien, die sich nach Drittanbietertreibern anhören?

Nachdem dies erledigt ist, starten Sie den PC. Nun begeben Sie sich auf die Herstellerseite Ihres Gerätes (Notebooks, PCs), also etwa auf die Seite von Asus, HP, Dell etc. – und suchen nach dem Gerätemodell, das Sie nutzen. Laden Sie die neusten Windows-10-Treiber für das System. Gibt es keine offiziellen Windows 10-Treiber, laden Sie die Treiber für die Windows-Version die Sie vor dem Upgrade hatten. Hatten Sie also beispielsweise vor dem Upgrade Windows 7, laden Sie die Treiber für diese Windows-Version.

Danach begeben Sie sich auf die Herstellerseite der externen Grafikkarte für das Gerät (Nvidia / AMD) und laden sich den aktuellen Treiber für die externe Grafikkarte.

Installieren Sie nun die Treiber neu, allerdings nur folgende und genua in dieser Reihenfolge, nach jeder treiberinstallation starten Sie das System neu:

  • INF/Chipsatz-Treiber
  • Grafiktreiber für die interne Grafikschnittstelle (also beispielsweise intel HD Graphics)
  • eventuell vorhandene Beschleunigungstreiber für die interne Grafikschnittstelle
  • Grafikkartentreiber für die externe Grafikkate (heruntergeladen vom Grafikkartenhersteller)
  • Audiotreiber
  • Netzwerktreiber Ethernet-schnittstelle
  • Netzwerktreiber wiFi-Schnittstelle
  • Netzwerktreiber bluetooth-Schnittstelle
  • ATK-Software des Notebookherstellers (falls vorhanden)

alle anderen Treiber und Utilitys der Hersteller-Website lassen Sie weg. Darunter fallen beispielsweise irgendwelche intel Matrix Storage technology Tools, irgendwelche CPU Enhancement tools, Charging-Utilities, Treiber für das Touchpad eines Notebooks, irgendwelche HDR-Videosoftware oder Ähnliches.

Nach der Neuinstallation der hier erläuterten Treiber führen Sie ein Windows Upgrade durch.

Testen Sie nun das System, denn in diesem Zustand müsste es lauffähig sein. Stoßen Sie für längere Zeit auf kein Problem mehr, machen Sie ein erneutes Voll-Backup ihres Systems und beginnen wieder, nach und nach Ihre Third-Party-Software und die weiteren Treiber des Geräteherstellers zu installieren.

Stoßen Sie hingegen immer noch auf Probleme, sollten Sie als letzte Möglichkeit versuchen, das aktuelle BIOS/UEFI für das Gerät zu installieren. Hierbei kann jedoch etwas schief gehen und es ist möglich, dass der Hersteller dies als Garantiebruch ansehen wird. Daher sollten Sie im Zweifel, wenn Sie noch können, das Gerät lieber zurückschicken, statt ein UEFI-Upgrade zu versuchen. Sind Sie bereits aus der Garantiephase draußen, ist es jedoch einen Versuch wert.

Zu guter letzt, wenn gar nichts mehr hilft, müssen Sie den Hersteller Ihres Gerätes in die Verantwortung ziehen, damit dieser aktuelle, Windows-10-kompatible Treiber zur Verfügung stellt. Wenden Sie sich dazu an den Herstellersupport Ihres Gerätes.

 

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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