Streaming Set Top Boxen und -Sticks im Vergleich. Fire TV, Chromecast, Roku und Co.

(Last Updated On: 7. Dezember 2015)

In der Vergangenheit habe ich für Film- und  Serienfans viele verschiedene Möglichkeiten durchleuchtet und miteinander verglichen, um Multimedia-Content zu konsumieren. Sei es nun über einen On Demand Streaming-Service wie Netflix oder Amazon Prime, das Kaufen und Konsumieren der Werke über Plattformen wie iTunes oder Amazon Instant Video oder das Leihen über Online-Videotheken: Alle Dienste haben ihre Vor- und Nachteile.

Die Angebote dieser Dienste lassen sich meist direkt auf entsprechenden Geräten wie Smartphones, Tablets, Smart-TVs oder Desktop-PCs konsumieren. dazu gibt es entweder Apps,  installierbare Desktop-Software oder entsprechende Portale, die über Webbrowser erreichbar sind.

Doch was ist, wenn Sie einmal permanent Content auf einem Bildschirm streamen wollen, den Sie selbst vorrätig haben – also beispielswiese als .mkv oder .mp4-Datei? Oder wenn Sie einmal keinen Smart-TV oder Desktop-Rechner zu Hand haben, aber den Content von Netflix und Co. trotzdem auf Ihrem (Nicht-Smart-)TV oder einem freien Computermonitor konsumieren wollen?

In diesem Fall helfen Set-Top-Boxen wie der Apple TV oder Amazon Fire oder auch HDMI-Sticks wie der Amazon Fire TV Stick oder Google Chromecast. Letztere werden einfach an den HDMI-Eingangsport eines Bildschirms angesteckt und werden über einen microUSB-Anschluss mit Strom versorgt (beispielsweise also durch ein microUSB-Ladegerät).

Die Einrichtung der Geräte ist sowohl bei den Set-Top-Boxen als auch bei den HDMI-Sticks recht einfach.

Die Sticks werden einfach an den HDMI-Port angeschlossen. Man besucht dann nach dem allerersten Einstecken eine Einrichtungsseite, die einem der Stick auf dem Bildschirm mitteilt, um den Stick zu konfigurieren. Diese liefert eine Anleitung, wie man den Stick über eine Smartphone-App oder eine installierbare Desktop-Software einrichten kann. Die App bzw. Software sucht dann über die WLAN-Schnittstelle nach dem HDMI-Stick, der selbst über eine WLAN-Schnittstelle verfügt und sein eigenes WiFi-Netz aufbaut. Auf dieses WiFi Netz verbindet man sich dann mit dem Desktop-PC, Tablet oder Smartphone und kann dann über die installierte Software bzw. App den Stick konfigurieren. Über die Software bzw. App ist es dann auch möglich, die Wiedergabe zu steuern. Somit ist sozusagen eine Software-Fernbedienung für den HDMI-Stick möglich.

Die Sticks haben dann nicht, Apps wie Youtube oder Netflix drauf, sondern sie empfangen einfach nur den Content, der auf dem Gerät abgespielt wird, auf dem die Stick-Software läuft. Wenn ihr also auf dem Smartphone die App des Sticks installiert habt und dort ein Youtube-Video anschaut, habt ihr mit Hilfe der App die Option, den Bildschirminhalt auf den Stick und somit dann auch auf den Bildschirm zu streamen. Dabei ist es möglich, die Wiedergabe der App (youtube, Netflix und Co.) im Hintergrund an den Stick weiter zu übertragen, aber nebenbei mit dem Original-Gerät etwas anderes zu machen, beispielsweise also seine WhatsApp-Nachrichten zu checken.

Und ein weiterer Vorteil: es ist somit auch möglich, den Inhalt außergewöhnlciher Apps auf den Bildschirm zu übertragen – beispielsweise Power Point Präsentationen.

Wird die Stick-Software auf einem Desktop-Rechner bzw. Notebook ausgeführt ist es entsprechend möglihc, den gesamten Desktop-Content auf den Screen zu sharen.

Ein wenig anders sieht es nun bei den Set Top Boxen aus. Diese bekommen ihren strom ganz normal über ein Netzteil geliefert und ruhen als separates Gerät irgendwo auf oder in der Fernsehkommode. Die SEt Top Boxen bringen meist eine komfortable Fernbedienung mit, über die dann das Steuern der Wiedergabe möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese dann einen Anschluss für eine Soundanlage bieten, beispielsweise S/PDIF.

Im Gegensatz zu den Sticks, au fdenen der Bildschirminhalt einfach durchgeschleift wird, haben die Set Top Boxen selbst Apps installiert, über die man dann beispielsweise Youtube, Netflix und andere Konsorten öffnen kann. Der Nachteil hierbei ist halt, dass man auf das Angebot beschränkt ist, welches die Set Top Box liefert – zumindest wenn man das Gerät nicht jailbreakt. Dafür haben die Boxen einen integrierten Speicher, auf dem eigens abgespeicherte Fotos, Filme und Audio-Dateien abgespielt werden können.

Set Top Boxen

AppleTV

Für den Apple TV spricht eigentlich nur, wenn man bereits sehr sehr viele Medien über Apple iTunes bezogen hat. Denn auf den anderen Geräten wie Chromecast oder Amazon FireTV kann man jedoch leider von Haus aus keine Medien ansehen, die per iTunes gekauft wurden. Man müsste vorher den Apple-eigenen DRM-Schutz entfernen, um die Medien betrachten zu können.

Das Apple TV baut eine WLAN-Verbindung auf, die zum Empfangen des Bildsignals dient. Dabei kann das Gerät auch auf dem 5 GHz-Freuqenzbereich senden und empfangen, sodass die Datenübertragung nicht durch die zahlreichen Geräte im 2,4 GHz-Band gestört wird.

Die Fernbedienung steuert den Apple TV über infrarotverbindung. Daher funktioniert diese auch wie eine klassische Fernsehfernbedienung.

Man kann beim AppleTV standardmäßig leider nur MEdien konsumieren, die man sich per iTunes gekauft hat. Auf Medien von Amazon instant Video, Amazon Prime oder Google Play Store kann man leider nicht zugreifen.

Display-Mirroring von iOS-Geräten und OSX-Rechnern ist von Haus aus möglich. Für Windows-Desktops müssen Sie eine Airplay-Funktionalität nachtrüsten. Eine mögliche Lösung hierfür ist AirMyPC. Auch Android-Content lässt sich über Umwege streamen.

Amazon FireTV

Der Amazon FireTV lohnt sich vor allem für Prime-Kunden, da man mit dem Gerät die aktuelle Amazon Prime Videothek und auch die per Amazon instanz Video gekauften Materialien konsumieren kann.  Wie auch der AppleTV sendet das Teil über das 5GHz-WLAN-Band und interferiert daher weniger mit anderen Geräten im 2,4GHz-Band.

Die Fernbedienung des FireTV verbindet isch nicht per Infrarot, sondern per Bluetooth mit dem FireTV.  Dadurch braucht die Fenrbedienung keinen Sichtkontakt zum Gerät, um die entsprechenden Befehle zu übermitteln. Weiteres Goodie: Die Fernbedienung hat eine Spracheingabe, welche das lästige Tippen erspart. Die Erkennung der Spracheingabe funktioniert meinem Eindruck nach prima.

Im Gegensatz zum AppleTV, auf welchem man nur das Bildsignal von einem iOS-Gerät durchschleift, sind auf dem AMazon FireTV Apps installiert. Dadurch lassen sich zum eigenen Spiele auf dem FireTV mit einem kompatibeln Controller spielen, andererseits kann man somit aber auch beispielsweise direkt – also ohne weiteres Gerät wie Smartphone oder Tablet – das Angebot von beispielsweise Spotify oder Netflix konsumieren.

Und natürlich kann man stnadardmäßig auf dem Gerät bereits konsumieren, was man sich bei Amazon Instant Video gekauft und/oder was in der Prime-Mitgliedschaft derzeit in der kostenlosen Bibliothek mit drin ist. Andere Anbieterplattformen wie Google Play Store oder Apple iTunes werden leider nicht unterstützt.

Display-Mirroring von Windows-Desktop-REchnern auf den FireTV ist möglich. Siehe dazu das hier eingebundene Video. Desweiteren können die Screens von FirePhone, HDX Tablets und Android-Geräten mit Android 4.2 oder höher gemirrort werden.

iPhone-Nutzer können Ihren Bildschirm über Umwege an den FireTV streamen. Die dazu nötige App befinedet sich im Aamzon App Store und heißt Airplay UPNP

HDMI Sticks

Chromecast

Der Google Chromecast bezieht seinen Strom über einen USB-Eingang und kann somit über ein ganzes normales USB-Kabel über eine beliebige USB-Buchse mit Strom versorgt werden.

Auch wenn der chromecast eine relativ schmalbrüstige Hardwareausstattung hat, behindert ihn das in der Qualität der Darstellung keineswegs. Denn schließlich muss der Stick keine Apps ausführen, sondern nur Signale aufffangen und 1:1 weitergeben.

Der Google Chromecast baut ein WiFi Netz auf, mit dem man sich auf seinem Desktop-Rechner, Smartphone oder Tablet verbindet, um dem Chromecast das Bildsignal zu schicken. Leider arbeitet der chromecast nur auf der 2,4 GHz-Bandfrequenz und somit leidet der Durchsatz der Datenübertragung, da die meisten WLAN-fähigen Geräte nur auf dieser Frequenz senden und empfangen.

Neben dem Durchschleifen eines Bildsignals kann man auch MEdien konsumieren, die man sich im Google Play Store gekauft hat. MEdien von Amazon Prime und Amazon instanz Video lassen sich als Bildsignal durchschleifen.

Screen Mirroring von Desktop-PCs, Tablets und Smartphones ist allesamt möglich. Eine Einschränkung hat der STick jedoch: Es ist nicht so, als würde man immer das Bildsignal des Geräts an den Stick schicken, sondern die Software sagt dem Stick nur, was er machen soll. Die Chromecast-App auf dem Smartphone sagt dem Chromecast, welches Youtube-Video er aufrufen soll, und das Abgreifen des PC-Bildschirms für eine PowerPoint-Präsentation passiert über ein Browser-Plugin für den Google Chrome. Von „echtem“ Screen Mirroring kann hier also weniger die Rede sein. Somit kann also beispielsweise nur das Browserfenster des chromes, aber keine Power Point Präsentation übertragene werden. Diese muss vorher umständlich ins Web hochgeladen werden.

Und genau das ist auch das PRoblem beim Chromecast. Die Notwendigkeit, jede einzelne App für den Chromecast umständlich für diesen optimieren zu müssen, macht den Nutzer abhängig. Denn Apps wie Netflix, Pandora, Plex, Youtube und Co. müssen quasi erstmal für den Chromecast verfügbar gemacht werden, damit der Chromecast die Daten zur Verfügung stellen kann. In Verbindung mit einer von der Entwicklergemeinde nicht gut akzeptierten API ist der Chromecast mehr und mehr in den Hintergrund gerückt, sodass er aktuell (12/2015) fast keine Rolle mehr auf dem Markt spielt.

Belkin Miracast

Miracast bietet im Vergleich zum Chromecast den Vorteil, dass wirklich 1:1 das Bildsignal übertragen wird. Der Miracast klont wirklich das Display vom Gerät auf den Bildschirm. Somit können beispielsweise auch Android GAmes auf dem Fernseher gespielt werden. Jedoch muss ich den HYpe hier bremsen, da es laut Userberichten einen 1-sekündigen Delay zwischen den Aktionen und dem Bild gibt. Daher eignet sich das Feature nicht zum Spielen schneller Titel. Auch berichten User von Problemen mit Emulator-Apps, beispielsweise für N64- oder SNES-Games.

Der Nachteil: im Gegensatz zum Chromecast kann während des Screen Mirrorings nebenbei nichts anderes gemacht werden (z. B. WhatsApp Nachrichten checken), dafür ist man unabhängig von den Entwicklern, da eine App im Smartphone beispielsweise keinen Chromecast-Support haben muss.

Ein weiterer Nachteil des Devices, den ich von Userberichten rausgelesen habe ist dass die Zeit von der Verbindung bis zur Bereitstellung des ersten Bildes bis zu 40 Sekunden dauern kann.

Der Belkin miracast ist nicht zu verwechseln mit dem ezCast miracast, einem Konkurrenzprodukt, welches ich nicht in meinen REview aufnehme, weil das Gerät mir nicht gut genug erscheint, um überhaupt hier aufzutauchen.

Desweiteren gibt es mittlerweile eine Technologie von microsoft namens Miracast, die dazu gedacht ist, einen Windows-Desktop mit Miracast-fähigen Smart-TVs zu mirroren.

Microsoft Wireless Display Adapter

Der Microsoft Wireless Display Adapter basiert auf der Microsoft-eigenen Miracast-Technologie und spiegelt den Desktop eines Miracast-fähigen Gerätes 1:1 auf den Zielbildschirm. Somit dieser Adapter neben dem Belkin Miracast der einzige Adapter, der wirklich 1:1 Bildwiedergabe unterstützt.

Amazon FireTV Stick

Im Vergleich zum Chromecast bezieht der FireTV Stick seinen Strom über ein mitgleliefertes Netzteil. Eine zusätzliche Steckdose muss also immer frei sein.

Der Amazon FireTV Stick hat eine etwas stärkere Hardwareausstattung als der chromecast und kann es sich daher leisten, eine eigene Bedienoberfläche auszuliefern. Desweiteren funkt der Stick auch im 5-GHz-WLAN-Segment und profitiert daher durch eine bessere Bandbreite auch bei vielen 2,4 GHz-Geräten im Heimnetzwerk.

Screen Mirroring ist von den selben Medien möglich wie bei der Set Top Box. Windows Screen Mirroring ist etwas schwerer, geht aber, wenn das Windows-Gerät miracast-fähig ist.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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