Ticketversicherungen, Handyversicherung usw. – Verbraucherzentrale NRW warnt

(Last Updated On: 27. Februar 2015)

Natürlich kennt ihr die Ticketversicherungen, die euch beim Kauf von Tickets oft angeboten werden. Diese sollen einspringen, wenn Ihr das Event aus irgendeinem Grund nicht antreten könnt. Das lassen sich die Versicherungsgesellschaften einiges kosten. Die Erfahrung einiger Bekannter von mir hat gezeigt, dass die Ticketversicherungen häufig bei den wichtigsten Gründen nicht zahlen (Absage der Veranstaltung z. B.).

Nun warnt auch die Verbraucherzentrale NRW vor Ticketverischeurngen. Hier versichert man sogenannte Kleinstrisiken – der Beitrag zum Versicherungsschutz ist unverhältnismäßig hoch zum Schadensrisiko. Wer diesen Turnus bei allen Kleinstrisiken durchzieht und beispielsweise alle seine Tickets, sein Handy, seinen Fernseher usw. versichert – der gibt unsäglich viel Geld dafür aus – meist ist es so: wenn von 10 dieser Kleinstrisiken jede versichert wurde, hätte man auch eines dieser Risiken im Schadfall aus den gezahlten Beiträgen bezahlen können. DAs ist bei seriösen Policen wie Berufsunfähigkeit und Haftpflicht hingegen mitunter nicht der Fall.

Effektiver als eine Ticketversicherung ist es übrigens, generell auf Ticketverkaufsstellen zurückzugreifen, die per Barcode gesicherte Print-at-Home-Tickets anbieten. Denn: Print-at-Home-Tickets können Sie zumindest bei Verlust wieder neu ausdrucken. eine Ticketversicherung für ein gewöhnliches Ticket ohne Barcode greift im Falle des Verlustes in der Regel nicht.

Wenn Sie ein barcodeloses Ticket einmal verlieren sollten, dann haben Sie übrigens vielleicht Glück, wenn es ein Ticket mit zugewiesenen Plätzen war. Denn auch dann besteht ja keine Gefahr auf „Betrug“, wenn Sie die alten Tickets wiederfinden – der angebotene Platz ist ja trotzdem nur einmal vorhanden. Viele Ticketverkaufsstellen senden daher verloren gegangene Tickets mit zugewiesenen Plätzen wieder. Dies ist aber reine Kulanzsache. Malen Sie sich folgendes Szenario aus: Eine Veranstaltung ist nicht ausverkauft oder hat Platz für Stehplätze oder vielleicht sogar einen Bereich mit freier Platzwahl. Sie finden Ihre alten Tickets mit Platznummern wieder und lassen Freunde mit den wiedergefundenen Tickets in die Veranstaltung. Sie setzen sich mit ihrer begleitung auf die für Sie reservierten plätze und Ihre Freunde suchen sich freie Plätze oder stehen einfach. Man hat also nicht immer Glück.

Neben Ticketversicherungen gibt es wie bereits erwähnt noch andere Versicherungen für Kleinstrisiken – beispielsweise Handyversicherungen oder verlängerte Garantiefristen für TV-Geräte.

Eines haben diese Kleinstpolicen auch noch gemein: Sie liefern relativ wenig Leistung für den gezahlten Betrag. So wird bei Ticketversicherungen beispielsweise oft nicht die Absage der Veranstaltung mitversichert, eine berufliche Unpässlichkeit etc. Bei dem Preis sollte meiner Meinung nach hingegen das nichtantreten an der Veranstaltung generell versichert sein – schließlich ist das Risiko für den Verischerer relativ gering und der Erlösverlust durch den nichtanwesenden Besucher ist auch ohne Police vorhanden.

Bei Garantieverlängerungen, die gut und gerne mal 1/10 des Verkaufspreises kosten, wird lediglich die Garantie um teilweise 2 oder 3 Jahre verlängert. Das heißt: Auch hier zahlt man einen relativ hohen Betrag dafür, dass nur ein Garantiefall versichert ist. STellen Sie sich vor, Sie schließen für Ihr Kraftfahrzeug eine Vollkaskoversicherung ab und die Versicherung zahlt nur bei Verschleißschäden?!

Andere Policen wie beispielsweise Handyversicherungen bieten etwas mehr Schutz, weil sie beispielsweise Diebstahlschutz bieten – hierbei muss man aber als Versicherungsnehmer oft beweisen, dass der Diebstahl nicht grob fahrlässig geschehen ist – man also ausreichend Vorbereitungen getroffen hat, um das Handy vor Diebstahl zu schützen.

Ich persönlich spreche also auch hier die Empfehlung aus, sich von Kleinstversicherungen fern zu halten. Generell bin ich der Meinung, dass Versicherungsunternehmen, die solche Kleinstversicherungen anbieten, meiner Ansicht nach nicht seriös agieren. Versicherungsunternehmen, die diese Produkte in Ihrem Portfolio haben, meide ich persönlich ganz stark.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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