Visualisierung – freie Systemdiagramme

(Last Updated On: 16. Juli 2015)

Mit diesem Post starte ich eine neue Serie an Beiträgen in meinem Blog, die sich mit Visualisierung beschäftigen, also mit Plänen, Diagrammen und Charts oder einfach gesagt: der visuellen Darstellung von Daten und Abläufen.

Entsprechend einfach wollen wir in diesem ersten post der Reihe einsteigen mit „freien Systemdiagrammen“, wie ich es nenne. Das bedeutet, man visualisiet frei, ohne irgenwelche Restriktionen, die einen normalerweise durch Visualisierungsframeworks wie UML aufgetragen werden, einfach aus dem Bauch heraus Daten. Dafür eignen sich natürlich Tools, die freie Zeichentools bieten.

Bei diesem Post ziehe ich allgemein nur Tools in Betracht, die dazu in der Lage sind, „gut aussehende“ Diagramme zu gestalten. Darunter verstehe ich Diagramme, die nicht einfach nur schwarz und weiß oder mit einfachen Farben, sondern auch mit Farbverläufen, Symbolen und komplexen Formen geschmückt werden können. Das ist der Grund, weshalb Sie in diesem post keine Programme wie das berühmte Dia finden werden, welches der Verwendnung von Farbverläufen nicht mächtig ist.

Microsoft PowerPoint und seine Beschränkungen

Microsoft PowerPoint ist meiner Meinung nach das einfachste Visualisierungstool für Anfänger, da es fast jeder an seinem Arbeitsplatz-PC installiert hat (aufgrund der dort meist vorhandenen Office suite) und es sehr einfach zu bedienen ist. Mit relativ wenig Aufwand kann man mit Microsoft PowerPoint passabel aussehende freie diagramme zaubern – hier mal ein Beispiel aus einem meiner SAP Posts:

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Der große Vorteil von Microsoft Office ist, dass es hier bereits sehr gutaussehende Vorlagen gibt, aus denen man nur noch auswählen muss. alle in dem Bild befindlichen Objekte habe ich einfach aus den Schnellformatvorlagen erstellt.

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Das Problem, welches ich mit den Zeichentools von Office und speziell mit PowerPoint habe ist die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gibt, eine beliebig diemnsionierbare Zeichenfläche einzustellen. Das bedeutet man hat als „Leinwand“ nur für die Standard-DIN-formate zur Verfügung, im Fall von powerPoint sogar nur das DIN-A4-Querformat, was bei Diagrammen mit größerer Dimension schon wieder zu wenig ist. Beispielsweise bin ich beim Darstellen einer Ordnerstruktur mit vielen verschiedenen Unterordnern bei PowerPoint an meine Grenzen gestoßen, da die einzelnen Ordner nicht in einer passablen Größe auf die Zeichenfläche gepasst haben.

 Lucidchart

LucidChart ist ein online-Zeichentool, welches in der Free-Variante erlaubt, bis zu fünf Dokumente permanent abzuspeichern (aber merhere temporär zu bearbeiten) und pro Dokument maxiaml 60 Objekte zeichnen zu können.

Der vorteil gegenüber microsoft Office ist, dass man hier die Größe der Zeichenfläche frei wählen kann.

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Über die Pfeile neben den werten W: und H: kann man sehr einfach nachträglich Breite oder Höhe zu seiner Zeichenfläche hinzufügen und ist somit sehr flexibel.

Ein weiterer Vorteil von LucidChart ist, dass Sie mit ebenen arbeiten können. Damit ist es Ihnen möglich, einige Elemente auf die eine Ebene und andere auf eine andere ebene zu setzen und somit dynamisch elemente aus- und einzublenden, je nachdem, ob sie die zugehörige Ebene ein und ausblenden. In Micorosft Word können Sie objekte in den Vordergrund oder in den hintergrund verschieben, was Ihnen jedoch noch nicht die Möglichkeit des Ausblendens aller objekte auf der selben Ebene gibt. Und Sie müssen jedes Element einzeln in den Vorder- oder hintergrund verschieben, anstatt einfach nur die Ebenen neu anzuordnen.

Der Nachteil im Verlgeich zu Microsoft Office ist, dass es keine Schnellformatvorlagen gibt. Alle seine Objekte muss man sich selbst zusammengestalten. Dabei können zusätzliche Online-Tools eine schicke Ergänzung liefern, etwa die Presets des Gradient Editor von Colorzilla. Wählen Sie einfach einen gutasusehenden Fabrverlauf aus den Presets, verändern Sie gegebenenfalls die Farben und holen Sie sich die Farben aus dem Auswahlfenster raus.

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die Farbe können Sie dann bei LucidChart einfach einfügen.

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Wiederholen Sie dies mit jeder Farbe aus dem Farbverlauf und Sie haben den Farbverlauf aus dem Colorzilla-Preset 1:1 nach LucidChart übertragen. Im Reiter themes können Sei dann die Vorlage für alle weiteren von Ihnen erzeugten Objekte als Standard festlegen

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Jedoch können Sie immer nru eine Vorlage gleichzeitig für elemente speichern und somit keinen eigenen Vorlagen definieren, was Ihre Arbeit wesentlich verlangsamt.

OpenOffice draw

Auch in OpenOffice draw können Sie über das Menü Format / Seite die Zeichenfläche beliebig groß machen.

Bei OpenOffice Draw haben sie genau so wie bei Microsoft Office Schnellformatvorlagen – zumindest in dem Sinne, dass es OpenOffice Draw Ihnen bereits vordefnierte Farbverläufe mitbringt. Leider sind diese sehr dünn gesäht und die Beispiele sind nicht so gutaussehend und zahlreich wie bei MS Office.

die Farbverlauf-Vorlagen sind bei OpenOffice noch recht knapp gesät.

die Farbverlauf-Vorlagen sind bei OpenOffice noch recht knapp gesät.

Dafür können Sie aber bei OpenOffice draw im gegensatz zu LucidChart auf sehr einfache Art und Weise Vorlagen für Objekte definieren. Gestalten Sie dazu einfach ein Objekt Ihrer Wahl so, wie Sie es möchten(1) , beispielswiese mit einem Farbverlauf, und gehen Sie im anschluss auf die Schaltfläche Formatvorlagen und legen Sie eine neue Formatvorlage an (2) – in unserem Beispiel test (3).

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Wenn Sie jetzt eine Formatvorlage auf ein neues objekt übertragen wollen, zeichen Sie ein Objekt, wählen dann im Anschluss die formatvorlage, klciekn auf den Farbeimer und im anschluss daran wieder auf das Objekt.

Die Arbeit mit Foramtvorlagen verbessert unsere Arbeitszeit und den Workflow, es geht aber noch besser. Sie können sich nämlich verschiedene Objekte basteln und diese immer weider verwenden. Dazu gestlaten Sie ein objekt so wie es Ihnen gefällt (1) und öffnen die Gallerie (2). Dort können Sie entweder ienen der vordefinierten Themen/Ordner auswählen (3) oder ein neues thema erstellen. Fahren sie nun mit dem Mauszeiger über das Objekt, welches sie gerade gezeichnet haben. Klicken Sie mit der linken Maustaste und halten Sie ihn gedrückt. Nachdem sie die linke maustaste mindestens eine Sekunde lang gedrückt gehalten ahebn, können Sie das Objekt in die Gallerie ziehen (4).

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Leider gibt es unter OpenOffice Draw wieder keine ebenen, sondern Sie müssen alle Elemente wieder einzeln in den Vorder- oder Hintergrund verschieben.

 Draw.io (ehemals Diagramly)

ein sehr einfach zu bedienendes Tool ist draw.io. Das tool bietet zwar keine Vorlagen und keine ebenen, aber erstellt auf Wunsch automatisch gutaussehende Zwei-Farben-Gradients. Mehrfarbige Farbverläufe sind hingegen leider nicht möglich, dafür bringt das Tool von Haus aus Effekt mit, wie beispielsweise einen Glaseffekt für die Objekte, wie sie ihn auf dem Screenshot sehen.

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draw.io ist somit eine Möglichkeit, schnell und einfach „mal eben“ ein gutaussehendes Diagramm zu basteln. Denn das tool bietet auch Symbole aus den Frameworks ERM, UML und BPMN und ist damit für die drei häufigsten Einsatzszenarien der Framework-Diagrammerstellung ebenfalls geeignet. Jedoch zählt das Online-Tool aufgrund seiner Einschränkungen definitiv nicht zu meinen Favoriten.

Gliffy

Gliffy bietet zwar Themes, diese sind jedoch eigentlich nur Zusammenstellungen von passenden Farben, das heißt Vierecke, Ellipsen und andere Objekte haben jeweils verschiedene Farben, die zusammen stimmig für das Betrachterauge wirken. Verschiedene Styles und Effekte sind in den Themes nicht untergebracht.

Das Tool bietet zwar Farbverläufe, jedoch nur in einer An/Aus-Funktion. Schaltet man den Farbverlauf an, dann wird langsam von einem helleren Farbton bis zur ausgewählten Farbe gewechselt. Nicht gerade das, was man sich vorstellt.

Dafür bietet Gliffy Ebenen und von allen bisher vorgestellten Freeware-Visualisierungstools die größte von Haus aus mitgelieferte Bibliothek an Symbolen und Formen. Dagegen kommt nur das kostenpflichtige Microsoft Visio an. Von Symbolen aus der BPMN, UML und ERM bis über Flurpläne, Sitemaps und Netzwerkdiagramme mit Symbolen für netzwerkgeräte und mehr wird hier alles geliefert, was das Herz begehrt. Sie können davon ausgehen, dass uns Gliffy in anderen Posts dieser Serie noch öfter beegegnen wird, auch wenn es jetzt hier in der Disziplin der freien Diagramme nicht mein Favorit wird.

Creately

Creatly überzeugt durch eine hohe Anzahl vordefinierter Styles. Diese sind jedoch größtenteils nur einfache Gradients, ohne spezielle Effekte wie beispielsweise Glas oder 3D-Effekte, wie wir Sie beispielsweise aus den Formatvorlagen von Microsoft Office vermissen würden. Jedoch sind die hier vorhandenen Vorlagen/Stile bereits ziemlich umfangirech und ermöglichen es, sehr komfortabel und schnell gut aussehende freie Diagramme zu erzeugen.

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Genau wie Gliffy bietet auch Creately eine riesige Datenbank an vordefinierten Templates und Symbolen für verschiedene Zwecke. Auch Creately wird uns deswegen noch öfters in dieser Blogkateogrie begegnen.

cacoo und Grapholite

cacoo liefert auch eine gute Sparte an vorgefertigten Symbolen und Templates, glänzt jedoch nur bei Diagrammen, die im Flat-Style gestaltet werden, also ohne 3D-Effekte und komplizierte Farbverläufe, sondern mit minimalistischer einfarbiger Gestaltung. Denn auch hier sind beispeislweise nur zweifarbige Farbverläufe möglich.

LovelyCharts

Lovelycharts sieht grundsätzlich erst einmal recht gut aus, da das Programm sowohl in der Online-, als auch in der Desktop-Softwareversion verfügbar ist und viele vershciedene Templates und Symbole mitbringt. Leider ist das Tool für die nutzung dieser Features kostenpflichtig und kommt meiner Meinung dafür aber nicht an andere Lösungen wie Microsoft Office Visio heran.

 pencil Project

Pencil project ist eine leichgewichtige Desktop-lösung die ebenfalls eien beliebig große Zeichenfläche erlaubt. Von der Darstellung her sind jedoch wieder nur Flat-Design-Diagramme möglich, mehrfarbige Farbverläufe gibt es beispieslweise ebenso wenig wie Glanz- und Glaseffekte.

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Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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