Wegwerf-e-Mail-Dienste: Anonyme Registrierung und Schutz vor Spam-Mails

(Last Updated On: 27. Juli 2015)

Wegwerf-E-Mail-Dienste eignen sich für zwei Zwecke

  • anonymes Anmelden auf Online-portalen. Sofern Sie den Wegwerfmaildienst mit einem privatisierungsdienst nutzen, kann aufgrund des anonymen E-mail-postfaches ihre Identität anhand der E-mail-Adresse nicht so einfach zurückverfolgt werden, wie es sonst bei gewöhnlichen Mailprovidern wie Web.de oder GMX der Fall wäre.
  • Vermeiden von Spam-mails bei Anmeldung. Sie können sich bei bestimmten Online-Diensten mit einer Wegwerf-E-Mail anmelden. Grundsätzlich sollten Sie hierzu jedoch nur Dienste nehmen, bei denen Sie sich den zu verwendenden Mail-Alias selbst aussuchen könenn (siehe weiter unten). Falls Sie dann einmal die Passwort-Vergessen-Funktion des onlne-Dienstes brauchen oder aus einem anderen Grund eine E-mail von diesem Dienst lesen wollen, können Sie die damals bei der registrierung angegebene Wegwerfmailadresse wieder angeben und somit die E-Mail wieder abrufen. Wenn beim Wegwerfdienst hingegen die e-Mail-Adresse zufallsgeneriert wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie jemals wieder dieses Postfach zugeteilt bekommen, welches Sie bei der registrierung verwendet haben.

Wie weiter oben nun bereits angedeutet gibt es Wegwerfmaildienste, die ein zufallsgeneriertes Postfach zu Verfügung stellen. Dieses einmal verwendete Postfach können Sie nach dem Schließen der Sitzung auf dem Wegwerfmaildienst nie wieder benutzen! sie sollten diese Dienste also nur benutzen, wenn Sie ganz sicher sind, dass Sie das E-Mail-postfach nur ein einziges mal benötigen.

Andere dienste ermöglichen Ihnen, den Mail-Alias, also den Teil der e-mail-Adresse, der vor dem @ steht, jedesmal selbst auszusuchen. Das hat den Vorteil, dass Sie in Zukunft wieder auf das Postfach zugreifen können, falls Sie auf diese adresse mal wieder eine E-Mail geschickt bekommen – etwa, wenn Sie die Passwort vergessen Funktion des webdienstes benutzen, mit dem Sie sich mit der Wegwerfmail angemeldet haben.

Sie müssen dabei in der Regel keine Angst haben, dass jemand anderes irgendwann diese E-Mail-Adresse eingibt und dann ihre E-Mail-Adressen liest, da der Online-Dienst in der Regel bei jeder Neuanmeldung für ein Postfach alle zuvor empfangene E-Mails löscht. Das beudetet aber auch im Umkehrschluss für Sie, dass Sie über diese Dienste keinen Zugriff auf Ihre alten Mails haben, wenn Sie ein schonmal genutztes postfach wieder aufrufen. jedoch: wenn Sie eine E-mail bekommen und ein Dritter vor Ihnen Ihr wegwerfpostfach aufruft, bekommt er die E-Mail zu Gesicht, Sie hingegen jdoch nicht mehr, weil die Mail nach seiner Abmeldung gelöscht wird. Dieser unangenehme Zufall ist natürlich sehr selten und kommt eigentlich nur zustande, wenn Ihnen jemand schaden will und dieser jemand genau über das von Ihnen verwendete postfach Bescheid weiß.

Der große nachteil bei zufallsgenerierten Postfächern ist außerdem, dass bei jedem Reload der Seite ein neues Postfach erzeugt wird und Sie auf das alte nicht mehr zurgeifen könenn. Der absolute Worst-Case ist hierbei, dass Sie sich zu einem kostenpflichtigen Dienst angemeldet oder eine Softwarelizenz gekauft und bezahlt haben, und beim Versuch, die Mail mit dem Aktivierungscode abzurufen, der Browser abstürzt und Sie nie wieder an das alte Postfach herankommen.

Damit Sie sich im fall der fälle wieder daran erinnern, welches Wegwerfpostfach Sie damals bie der registrierung angegben haben, sollten Sie die E-Mail-Adresse mit abspeichern, wenn Sie ihre Anmeldetedaten beispielsweise mit einem Passwortmanager wie KeePass verwalten.

Grundsätzlich empfehle ich Ihnen hierbei nicht, sich mit solchen Wegwerfmails bei online-Shops anzumelden, wenn Sie von diesen immer wieder mal E-Mails bezüglich Lieferstatusmeldungen, Bestellbestätigungen, PDF-Rechnugnen usw. erwarten. Meiner Erfahrung nach ist der Aufwand, jedesmal den Wegwerfmaildienst aufzurufen und nach einer Bestellbestätigung oder PDF-Rechnung nachzusehen zu hoch – und rein theoretisch könnte es ja sein, dass ein Dritter Ihr Postfach eingibt und die E-Mail abfängt, bevor Sie sie lesen können.

Bei der Auswahl eines Trashmail-Dienstes sit es desweiteren wichtig, dass Die E-mails, die Sie von diesem Postfach empfangen, verschlüsselt übertragen werden. Da Sie die E-Mails nur über den Webbrowser und nicht über einen Mail-Client wie beispielsweise mozilla Thunderbird abrufen, reicht es einfach, wenn Sie überprüfen, ob der Dienst HTTPS-verschlüsselt ist. Denn nur so könne Sie den Dienst mit einem Anonymisierungsdienst wie Tor oder JonDoNym nutzen, ohen dabei Ihre Anonymität aufs Spiel zu setzen. Denn wenn Sie unverschlüsselten Datenverkehr über ein Proxy-netzwerk leiten, kann jeder proxy-Knoten im Netzwerk des Anonymisierungsdienstes die E-mails im klartext mitlesen. Aus diesem Grund weigern sich viele Anonymisierungsdienste wie Tor standardmäßig, bei einer unverschlüsselten Verbindung überhaupt zu funktionieren.

Dienste mit Postfach zum Aussuchen

Bei dieser Art von Diensten suchen Sie sich, wie bereits angesprochen, das Postfach aus, welches Sie bekommen. Hierbei ist ein guter Tipp, für jede Registrierung ein extra Mailkonto zu verwenden und dabei beispielsweise ein Format zu wählen wie <Spitzname>_<Dienst>_<Monat>_<Jahr>. Wenn ich mich  beispielsweise aus Jux und Tollerei  bei einem Newsletter der süddeutschen anmelden, gebe ich ein dafrk_sueddeutsche0714@<wegwerfdienst>.<tld>. Dadurch vermeiden sie etwas besser, dass ihr postfach mit anderen Nutzern kollidiert, die sich ebenfalls grade bei der Süddeutschen anmelden, und Sie können  später beim Wiederansehen des postfaches nachvollziehen, welche Dienstleister denn ihre E-mail an welche Parteien weitergeben, wenn sie auf das Wegwerfpostfach Spam-Mails kriegen. Das ist natürlich aus reiner Neugier interessant, weil Sie den Spam ja nicht mehr auf Ihr produktivpostfach bekommen.

Byom.de ist ein sehr guter Dienst, wenn Sie sich einfach nur vor spam schützen wollen, Ihnen ihre Anonymität aber nicht so wichtig ist. Denn Byom.de bietet eigentlich alles was man braucht: Selbstaussuchen des Mailpostfaches sowie verschlüsselte Übertragung über HTTPS. Jedoch ist Byom.de ein Deutscher Dienst, weshalb es leichter ist, Ihre Identität aufzuspüren, wenn Sie wirklich aus dem deutschsprachigen Raum kommen, da es wahrschienlich ist, dass der dienst bevorzugt von deutschsprachigen Usern aufgerufen wird.

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Den alternativen Trashmail-Dienst wegwerfemail.de kann ich leider nicht empfehlen, da dieser derzeit keine HTTPS-Verschlüsselung anbietet. Selbiges gilt für Spoofmail.de

die internationale Alternative wiederum wäre Trash-Mail.com, der ebenfalls von Haus aus HTTPS-Verschlüsselung und freie Postfachauswahl bietet.

Dienste mit zufallsgeneriertem Postfach

Grundsätzlich sind heirbei die Dienste https://10minutemail.net/ und https://10minutemail.com/10MinuteMail empfehlenswert. Nur der erstere jedoch funktioniert standardmäßig mit HTTPS, bei Letzterem müssen Sie das https:// vorher explizit in die Adresszeile schreiben, um eine verschlüsselte Übertragung zu gewährleisten. Der Dienst My10MinuteMail hingegen funktioneirt wieder ausschließlich unverschlüsselt, daher kann ic ihn wieder nicht empfehlen.

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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