Zu wenig Speicherplatz auf Tablets und Netbooks – der Kampf mit der Wiederherstellungspartition

(Last Updated On: 11. November 2014)

Aktuelle Netbooks und Tablets mit Windows-Betriebssystem werden oft mit einer Festplattengröße zwischen 60 und 120 GB ausgeliefert. Das problem: die Wiederherstellungspartiton, die zur Recovery eines beschädigten Betriebssytems auf Werkseinstellungen dient.  Diese nimmt meist zwischen 25 und 50% des Festplattenspeichers ein. Auch wenn eine Recoverypartition oft ihre Daseinsberechtigung hat, bleibt dann kaum mehr Platz für persönliche Daten und größere softwareinstallationen wie beispielsweise für Microsoft Office oder für den Ordner eines Cloud-Filedienstes wie beispielsweise Dropbox.

Im Folgenden werde ich aufzeigen, wie man eine Wiederherstellungspartition auf ein externes Medium sichert und anschließend den Speicherplatz auf dem internen Rechner freischaufelt.

Bevor Sie irgendwas machen: Sichern Sie die Recoverypartition

Eine Recoverypartition hat Ihre Daseinsberechtigung! Denn oft liefert der Hersteller keine Windows-Installations-DVD mehr mit. Sollte Ihr System einmal beschädigt sein und Sie sich dazu gezwungen sehen, das Betriebssytem neu zu installieren, geht das nur über die Wiederherstellungspartition, da Sie ja schließlich keine Windows-DVD haben, auf die der Lizenzschlüssel des Tablets oder Netbooks passen würde – diese haben nämlich meist besondere OEM-Versionen mit Extra-Schlüsseln.

Wenn Sie also Ihr Betriebssystem wiederherstellen und dabei die Lizenz des Geräts weiterverwenden wollen, sind Sie auf die Recoverypartition angewiesen – oder eben auf das Einschicken des Gerätes an den Support, was wir vermeiden wollen.

Als allererstes sollte man deshalb IMMER die Recoverypartition auf ein externes Medium sichern. Das Problem hierbei dürfte bei Tablets sein, dass diese heutzutage meist keinen USB-Port mehr haben, sondern nur noch einen Micro-USB-Port. Das bedeutet schonmal, dass eine externe Festplatte nicht daran angeschlossen werden kann.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Daten einer derart großen Partition von dem Gerät an einen anderen Ort zu bekommen.

Möglichkeit 1: Netzwerkfreigabe. Sie haben einen anderen Rechner und können darauf einen Ordner erstellen, den Sie dann Freigeben. Dort können Sie dann von ihrem Tablet oder Netbook über WLAN aus zugreifen und die Dateien hineinschieben. Alternativ können Sie die freigabe auch auf dem Gerät selbst vornehmen, sodass ein entfernter Rechner dann von sich aus auf das Tablet zugreift.

Möglchkeit 2: Freigabe-App. Unter Windows 8 gibt es beispieslweise die App Share My Files oder Ähnliche Ableger. Auch hier erstellen Sie eine Netzwerkfreigabe, aber eben etwas einfacher und für unerfahrene Anwender geeignet, da die App das für Sie erledigt.

Möglichkeit 3: USB-Host. Viele heutige Geräte isnd USB-Host fähig. Das heißt, man kann mit einem Adadpterkabel Micro-USB-Stecker-auf-USB-A-Buchse den STecker in das Gerät stecken und dann in die USB-buchse ein anderes Gerät wie beispielswiese einen USB-Stick oder eine externe Festplatte einstecken.

Nun, da Sie wissen, wie Sie die Dateien von Ihrem Gerät bekommen, sobald Sie sie gesichert haben, gehen wir ans eingemachte – nämlich das Sichern der Wiederherstellungspartition. Es gibt verschiedene Lösungsansätze, wie man ein derartiges Backup durchführen kann

Möglichkeit 1: Laufwerksbuchstbaen zuweisen. Rechtsklick auf Computer – Verwalten – bestätigen Sei die Sicherheitsmeldung – gehen Sie links im Menü auf den Punkt Datenträgerverwaltung. Gehen Sie auf die Wiederherstellungspartition  – Rechtsklick – Eigenschaften. Weisen Sie der PArtition nun einen Laufwerksbuchstaben zu. Die Partition wird jetzt als gewöhnlcihes Laufwerk in Ihren Arbeitsplatz eingebunden. Sie können die PArtition nun öffnen und die Daten einfach auf Ihr externes Medium kopieren

Möglichkeit 2: Wiederherstellungs-DVD erstellen. Ihr Hersteller bringt in der Regel eine Software zur Erstellung einer Wiederherstellungs-DVD mit. Suchen Sie danach im Startmenü. Oft müssen Sie dazu aber ein externes Laufwerk anschließen. Über USB-Host geht das auch auf Geräten mit MicroUSB statt USB-Port, wie wir weiter oben gelernt haben.

Möglichkeit 3: Ein Partitionsabbild erstellen. Mit Tools wie beispielswiese Drive Snapshot erstellen Sie eine Image-Datei aus dieser Partition. Das Image enthält ein 1:1-Abbild der Wiederherstellungspartition und leigt als eine einzige lokale Datei im Anschluss an die Sicherung auf Ihrer Festplatte. Diese Image-Datei können Sie dann ganz einfach auf Ihr externes Medium kopieren. Wenn Sie irgendwann die Wiederherstellungspartition wiederhaben wollen, müssen Sie einfach in der Datenträgerverwaltung wieder eine Partition erstellen, die so groß war wie die ursprüngliche Wiederherstellungspartition, und das Image mit dem selben Programm, mit dem Sie die Sicherung erstlelt haben, über die Datei wiederherstellen lassen.

Löschen der Recoverypartition

Achtung: Dieser Schritt funktioniert, nicht, wenn Ihr Gerät eine getrennte Recovery-Parittion hat. Das bedeutet: sie haben ein Gerät mit beispielsweise 32 GB flash-Speicher gekauft. Wenn Sie jetzt in die Windows-Datenträgerverwaltung wechseln, sehen Sie, dass diese Festplatte mit 32 GB Speicher vorhanden ist und beispielswiese mit 30 GB von der Systempartition belegt wird und 2 GB auf eine EFI-Startpartition und eine Wiederherstellungspartition fallen. Diejenige Wiederherstlelungspartition, die auf dieser Platte liegt, können sie löschen! Was nicht funktioniert ist, eine Wiederherstellungspartition zu löschen, die genau so groß ist wie Ihre Systempartition (also nochmal 30 GB). Diese ist auf einem extra Datenträger, der gegen Manipulation geschützt ist! Das ist vom Hersteller so gewollt. Wenn Sie diese Partition löschen, gibt es dennoch keinen WEg, diese für Ihr System zu nutzen! Meist sind auf einem System mit 32 GB speicher in Wahrheit 64 GB installiert, es können jedoch nur 32 genutzt werden, da die andere Hälfte zur REcovery fest vom Hersteller eingeplant ist. Da führt auch ohne größere Rumbastelei kein Weg dran vorbei, da der Hersteller sich dagegen schützt.

Hinweis:  Wenn Sie die Recoverypartition in der Garantiezeit löschen, kann es sein, dass der Hersteller Ihnen den Garantieanspruch entzieht, weil Sie aktiv in die Systemarchitektur eingegriffen haben.

Nun, da wir die Recoverypartition auf ein externes Laufwerk gesichert haben, können wir Sie auf dem Gerät selber löschen. das geht leider nicht über die Datenträgerverwaltung, da die Partition besonders geschützt ist. Stattdessen müssen Sie über Start – ausführen den Befehl Diskpart eingeben.

Bestätigen Sie die Sicherheitsmeldung. Es öffnet sich nun ein schwarzes Fenster – bekannt als Eingabeaufforderung.

Mit dem Befehl List Disk können sie feststellen, welche Platten sich auf dem Gerät befinden. Meist gibt es nur eine Disk 0. Wenn Sie sicher sind, dass diese Disk die Ihrer Systempartition ist (festzustellen anhand ihrer größe), dann geben Sie nun ein

select disk 0

Nun listen wir die PArtitionen auf mit

list partitions

Nun stellen wir fest, welche nummer die Wiederherstellungspartition hat. Meist ist es die 1. Wir wählen Sie dann aus mit

select partition 1

Nun löschen wir die Partition mit

delete partition noerr override

Die Parameter noerr und override sind dabei wichtig.

In der Regel will das Gerät danach neu starten und versetzt das System kurzzeitig in den Reparaturmodus. Danach startet das Gerät aber in der Regel durch.

Nutzen der Recoverypartition

Nachdem Sie die Recoerypartition gelöscht und einen Neustart durchgeführt haben, können Sie die Recoverypartition nun normalerweise als Partition formatieren und für Ihr System nutzbar machen. Sollten Sie die Partition in der Datenträgerverwaltung jedoch nicht mehr sehen, hilft eventuell ein externes Tool wie beispieslweise Partition Wizard. Hilft auch der nicht, dann ist die Partition vom Hersteller extra zur Recovery vorherbestimmt worden und vor einer Nutzung als Systempartition geschützt worden. An solche PArtitionen kommen Sie dann nur über ein Partitionstool heran, von welchem Sie booten. Dann schaltet sich das Partitionstool nämlich ein, bevor das Betriebssystem dazwischenfunken kann. Solche Partitionierungstools werde ich aber in einem anderen Post für Fortgeschrittene später einmal behandeln.

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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