Als Privatperson Forderungen betreiben und mahnen?

(Last Updated On: 18. Februar 2015)

Kommt selten vor, gibt es aber: sie haben als Privatperson eine berechtigte Forderung gegenüber einer anderen Privatperson oder sogar gegenüber einem Unternehmen, weil Sie beispielsweise eine Ihnen zustehende Rückerstattung noch nicht bekommen haben – und der Schuldner zahlt nicht. Was tun?

In meinem Post Der Beweiswert von Kommunikation habe ich zunächst einmal klargestellt, dass die rechtssichere Übermittlung von Schreiben nicht so ganz einfach ist. Wenn ihr euer Gegenüber mahnen wollt, müsst ihr aber sichergehen, dass eure Mahnbescheide gerichtlich rechtssicher nachweislich beim zu Mahnenden vorgelegen haben, sonst habt ihr beim Einfordern eurer Forderung schlechtere Karten.

Als allererstes: Freundlich bleiben und Kontakt suchen

Im ersten Schritt lohnt es sich, freundlich zu bleiben und einen noch nicht rechtssicheren schritt der Kontaktaufnahme zu wählen. Beispielswiese wie im verlinkten Post erwähnt: einen Zeugen den inhalt der Nachricht unterschreiben lassen, eine Frist von 14 Tagen einräumen mit der Bitte zur Überweisung und dem Hinweis, dass die Forderung nachweislich vorliegt und zu begleichen ist. Das ganze verschickt per Einschreiben mit rückschein und – wenn möglich – zusätzlich per Fax und per E-Mail

Diese erste Kontaktaufnahme kostet bereits Geld. Diese Kosten könnt ihr vom Schuldner zurückfordern, beispielsweise die 3,50 + 0,62 € für das Einschreiben mit Rückschein und Briefmarke plus eine kleine, faire Pauschale für die Druckmittelkosten. Einfach einen Hinweis dazu geschrieben, dass diese Kosten ebenfalls vom Schuldner zu begleichen sind.

Das Einschreiben per rückschein ist zwar kein rechtssicheres kommunikationsmittel, aber ihr habt die Bestätigung, dass das Schreiben angekommen ist, sofern der empfänger sich das Schreiben abholt  bzw. dem Briefträger die tür aufmacht. Sollte er das tun, habt ihr zumindest eine berechtigte Forderung auf die Versandkosten.

Immer noch nichts

Kommt nach vierzehn Tagen immer noch kein Geld, ist es zum ersten Mal Zeit, eine rechtssichere Kommunikationsvariante zu wählen. Die einzig wirklich rechtssichere Variante zur Kommunikation ist eine Gerichtsbotenzustellung über das Amtsgericht. Die Forderungen aus dieser Sendung würde ich ebenfalls gegenüber dem Schuldner geltend machen. Jetzt wird auch der Inhalt und der empfang der Nachricht amtlich dokumentiert und ihr habt sicher nachweislich den Schuldner zur Zahlung aufgefordert.

Dies ist bereits eine Mahnung, die jedoch nicht zu verwechseln ist mit dem gerichtlichen Mahnverfahren. Das gerichtliche Mahnverfahren wird nämlich durch ein derartiges Schreiben noch nicht eingeleitet. Diesen Schritt sollte man auch nur im Äußersten wagen.

 Auch jetzt bleibt er stur

Kommt selbst nach der Gerichtsbotenzustellung nach der erneut gesetzten Frist wiederum kein Geld, wird es Zeit für das gerichtliche Mahnverfahren. Das funktioniert für den Privatmann genau so wie für ein Unternehmen auf Gläubigerseite: viermal mahnen, beim vierten Mal kommt’s zur Verhandlung.

Damit das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wird, muss man einen Mahnbescheid beantragen. Diesen kann man auf amtlichen Vordruck beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Man bezahlt den Kostenvorschuss beim Amtsgericht und dann wird der Mahnbescheid an den Beklagten versandt. Ja richtig, Beklagter: denn ein Mahnbescheid ist eine besondere Klageform. Zur Verhandlung kommt es erst bei entsprechender Versäumnis zur Zahlung.

Den Mahnbescheid kann man auch online beim Amtsgericht stellen, beispeilsweise hier oder hier.

Alle Mahnbescheide laufen heutzutage über das Amtsgericht Coburg. Diese haben auch ein Papierformular, welches amn abschicken kann, um einen Mahnbescheid einzuleiten. DAbei kann man wiederuma uswählen, ob man bei Sturheit des Schuldners gleich ein Gerichtsverfahren einleiten möchte oder erstmal nur mahnen möchte – ohne die Konsequenz eines Gerichtsverfahren.s Das formular kann man sich beispielswiese auf Amazon.de kaufen. Ich persönlich bevorzuge diese Methode im Vergleich zu den oben genannten Online-Mahnbescheiden.

Den Antrag können Sie dann an das zentrale Mahngericht Coburg senden. Die Adresse finden Sie auf der Hauptseite der Website unter Erreichbarkeit. Hier ist das Mahnverfahren noch einmal erklärt

im Zweifel, wenn Sie sich die Abwicklung eines Mahnverfahrens nicht selbst zutrauen, sollten Sie bereits beim Mahnantrag einen Rechtsanwalt hinzuziehen, der das Mahnen für Sie übernimmt. Fragen bezüglich Rechtsanwälte kläre ich in meinem Post Anwalt – kosten, Beratung, Auswahl.

Auf einen Mahnbescheid verzichten sollte man auf keinen Fall. Denn: Nur der Mahnbescheid hemmt die Verjährung einer Schuld. Wenn Sie die Sache ewig auf sich beruhen lassen, haben Sie irgendwann auch keine gerichtliche Handhabe mehr gegenüber dem Schuldner – in der Regel nach drei Jahren.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. 2. Februar 2015

    […] die Situation, dass man einen Brief schreiben muss, beispielsweise um einen Vertrag zu kündigen, jemanden zu mahnen oder auch einfach nur um Korrespondenz per Schriftverkehr zu […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.