Unseriöse Rechnung, Mahnung oder Inkassoschreiben erhalten – was tun?

(Last Updated On: 25. November 2014)

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich nicht erinnern können, dass Sie etwas bestellt haben, sind Sie schonmal auf der sicheren Seite. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um einen Schwindel. Sollten Sie sich erinnern, versehentlich per Telefon oder per E-Mail vielleicht einen Vertrag abgeschlossen zu haben, herrscht auch hier in der Regel Entwarnung: Die meisten am Telefon aufgeschwatzten Verträge sind nicht rechtsgültig. Gewinnspieleinschreibungen etwa bedürfen gemäß Gesetz zwingend der Schriftform. Und der Vertragspartner sowie die Vertragsbedingungen müssen ihnen am Telefon bereits allumfassend geschildert worden sein, bevor Sie eine Zustimmung erteilt haben – dieses Kriteirum wird meist nicht erfüllt. Will der Anschuldigende seine Ansprüche Ihnen gegenüber per Telefonmitschnitt beweisen und haben Sie zuvor keine Erlaubnis dazu erteilt, ist dieser Mitschnitt nicht rechtskräftig.

Falls Sie sich online irgendwo registriert haben und Ihnen dann mitgeteilt wird, dass Sie nun ein Abonnement abgeschlosen haben, weil Sie den angeblichen Testzeitraum nicht rechtzeitig gekündigt haben, können Sie sich auch hier in der Regel zurücklehnen: das fällt meist unter ein sogenanntes verstecktes Abonnement und ist damit ebenfalls nicht rechtswirksam.

Desweiteren haben Sie bei den meisten Online- und Telefonabsatzgeschäften ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen – diese 14 Tage gelten ab Zustellung einer Widerrufsbelehrung – welche solche Betrüger meist gar nicht zustellen.

Wie verhalte ich mich

Geben Sie auf keinen Fall zu, dass ein rechtswirksamer Vertrag zustandegekommen ist. Fragt man Sie beispielsweise bei einem zweiten Telefongespräch, ob sie den Vertrag jetzt kündigen wollen, dann sagen Sie bestimmt: Ich zweifle an, ob überhaupt ein Vertrag zustandegekommen ist, und falls ja, möchte ich diesen sofort beenden. Geben sie bei so einer „Kündigung“ auf keinen Fall irgendwelche privaten Daten von sich preis – die müsste der Vertragschließende ja immerhin bereits von Ihnen haben. meistens dienen solche Küdngiungsanrufe nur dem Fischen nach Kontonummern, von denen abgebucht werden soll.

Unterschreiben Sie auch nicht eine per Post erteilte Auftragsbestätigung oder eine Erlaubnis zum Lastschrifteinzug. Allgemein gilt: Unterschreiben Sie überhaupt nichts!

Als allerersten Schritt sollten Sie in einer google-Suche stöbern, ob es Gleichgesinnte gibt. Oftmals kann hier bereits Entwarnung gegeben werden, da es mit Garantie ähnliche Leute geben wird, die auf den selben Trick hereingefallen sind und man daher schon relativ sicher ovn einem Betrug ausgehen kann.

Als nächstes sollten Sie sich vielleicht an eine Verbraucherschutzzentrale wenden. Diese haben oft einen weitumfassenden Überblick über bekannte Betrugsmaschen und können Ihnen oftmals eine konkrete Empfehlung für Ihr Verhalten geben. Ich habe mich im Jahr 2008 einmal von einer Verbraucherzentrale beraten lassen und dafür lediglich 18 € bezahlt.

Jetzt wäre der nächste Schritt, eine Widerspruchserklärung zu versenden. Mit solch einer Erklärung zweifeln Sie im ersten Punkt das zustandekommen eines Vertrages an und erklären im zweiten Punkt ihren Widerruf für den Fall eines Zustandekommens. Der antispam-Ev bietet hier passende Vorlagen. An Lotteriebetreiber, die Sie per Telefon angeworben zu haben meine, können Sie sogar ein Abmahnschreiben richten.Es empfiehlt sich ein kombinierter Versand per Einschreiben mit Rückschein, Fax und e-Mail gleichzeitig. Versenden Sie die E-Mail aber nicht von einem Hauptaccount aus – eventuell werden noch E-Mail-Adressen für spammer gesammelt. Hilft alles nichts, können Sie eine Gerichtsbotenzustellung wählen. Schämen Sie sich nicht, einen Ersatz für Ihren Kostenversand zu fordern.

Eventuell kann es nun ratsam sein, ebenfalls eine Meldung an die Wettbewerbszentrale zu verschicken, um diese auf den vermeintlichen Betrug aufmerksam zu machen.

Haben Sie immer noch muffensausen, sollten Sie sich einen Rechtsbeistand nehmen – und sogar überlegen, zu klagen. Oft bekommen Sie hier Recht und die Kosten für den Rechtsbeistand zurückerstattet.

Handeln müssen Sie immer erst dann, wenn ein sogenannter gerichtlicher Mahnbescheid ins Haus kommt – dieser hat meist ide Form eines gelben Briefes vom Amtsgericht mit zusätzlicher Postzustellungsurkunde. Dabie brauchen Sie aber auch keine Angst zu haben: ein Mahnbescheid ist oft das letzte Druckmittel solcher Betrüger – er stellt noch lange kein Zeugnis darüber aus, ob die Forderung zurecht besteht. Das einzige was Sie tun müssen ist, diesem Mahnbescheid innerhalb von 14 Tagen zu widersprechen. Spätestens jetzt sollten Sie wirklich Rechtsberatung einholen. Senden Sie den Mahnbescheid mit dem Widerspruchskreuzchen an das amtsgericht zurück.

 

Kontoabbuchung oder Posten auf Telefonrechnung

Behalten Sie desweiteren Ihre Konten im Auge! Sollte der Betrüger irgendwie an Ihre Kontodaten gekommen sein, versucht er vielleicht eine Abbuchung – die Sie prompt wieder von ihrer Bank zurückbuchen lassen. Sieht die Maschinerie, dass es bei Ihnen nichts zu holen gibt, lassen Sie es für gewöhnlich auch. In der Regel bekommen Sie zwar weiterhin Inkasso-Briefe. solange es sich aber immer noch um den gleichen Sachverhalt handelt, wird ihnen spätestens Ihr Anwalt raten, cool zu bleiben.

Wenn sie statt einer Abbuchung auf ihrem Konto einen Posten auf Ihrer Telefonrechnung haben, können Sie meist ebenfalls aufatmen. Dies fällt generell unter Telefon-Mehrwertdienst-Betrug. Verlieren Sie keine Zeit, denn einen solchen posten auf einer Telefonrechnung können Sie in der Regel nur bis 8 Wochen nach Rechnungserhalt geltend machen. Als erstes gilt: Machen Sie die rechnung streitig, indem Sie den gelisteten Betreiber der angeblichen Dienstleistung eine Auskunstanforderung und einen Widerspruch per Einschreiben mit Rückschein senden. Der Antispam-EV hat hierzu wieder für sie ein musterschreiben angefertigt. Schicken Sie außerdem an Ihren TElefonprovider dieses Schreiben zum Bestreiten der Rechnung. Haben Sie außerdem ein Inkassoschreiben bekommen, richten Sie einen Atnwortbrief gegen eine ungerechtfertigte Inkassoforderung. Als nächstes sollten Sie eine Beschwerde an die BNETZA sowie eine M Meldung an die Finanzbehörde schicken und Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft im Sitz des abbuchenden Verbindungsnetzbetreibers schicken .Bewahren Sie gurndsätzlich alles auf – alle Schriftstücke, vor allen Dingen die rechnung. Sollten Sie angerufen werden, zeichenn Sie das Gespärch auf und sagen Sie, dass Sie das Zustandekommen eines Vertrages anzweifeln und daher keine Kündigung notwnedig ist -falls doch – sprehcen Sie diese schutzeshalber aus. selbst wenn Sie zurückgerufen und gekündigt haben, ist dennoch kein rechtsgültiger Vertrag zustandegekommen. Falls nicht mit der Rechnung angehängt, fordern Sie beim Telefonprovider einen Einzlevebridnungsnachweis an! Kam die überhöhte Rechnung nach einem Werbeanruf für Gewinnspiele, die von einem sogenannten Verbindungsnetzbetreiber auf Ihrer Telefonrechnung erscheint, können Sie ziemlich sicher sein, dass diese Ansprüche ungerechtfertigt sind – siehe diese und jene pressemitteilung der BNETZA aus dem Jahre 2011.

für die Zukunft: Setzen Sie sich mit ihrem TElefonanbieter in Verbindung. Denn bei diesem können Sie die Abbuchungen für Leistungen Dritter und für 0900-Nummern sperrren lassen. Bei der Deutschen Telekom spricht man hier von Sperrklasse 5 – der Service ist kostenfrei.

Mehr zum Thema Abzocke auf Ihrer Telefonrechnung lesen Sie am besten beim Antispam-EV nach.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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