Meine Erfahrungen mit easyJet

(Last Updated On: 9. Januar 2016)

Getreu meinem Blogpost Wie Sie mehr zum Reisen kommen, musste ich am Dreikönigstag wieder einen kleinen Kurzurlaub einlegen. Diesmal war Mailand an der Reihe. Dabei hätte ich mit meiner aktuellen Lieblingsairline Air Berlin fliegen können, denn Budget-Airlines wie easyJet habe ich bislang aufgrund der Gerüchte gemieden, die so im Internet kursieren. Wenig Platz, die Airline sucht immer wieder neue Möglichkeiten, Kosten zu schinden – usw. Da der Flug nach Mailand nur 1 Stunde dauert, hatte ich mir gedacht: „Wenn’s wirklich so schlimm ist, kannst dus diesmal die eine Stunde ertragen“. Daher habe ich mich für das höhere Gemeinwohl (und zugegebenermaßen auch aufgrund der möglichen Sparchange für künftige Kurztrips) dazu entschlossen, bei easyJet zu buchen. Dazu kam das Reiseziel Mailand sehr gelegen, da easyJet nämlich in Italien – im Gegensatz zu Deutschland – ein sehr großer Fisch ist. Und mein Fazit gleich mal vorweg: Aus meiner Sicht gibt’s kaum etwas, was dagegen spricht, die Airline auch bei längeren Flugzeiten zu buchen.

easyJet ist wirklich easy

easyJet bietet wie die Premium-Airlines auch die typischen Services an, die man sich von einer Airline im Zeitalter des Web 2.0 so vorstellt.  So gibt es eine Smartphone App, mit der man sich mit Hilfe seines easyJet-Accounts entsprechend seine Flüge ansehen und online einchecken kann. Hat man online eingecheckt, bekommt man auch gleich seine Bordkarte, die man dann direkt entweder per easyJet-App oder über das iOS-Passbook bei der Sicherheitskontrolle vorzeigen kann. Dabei ist es auch möglich, mehrere Personen einzuchecken (beispielsweise eine ganze Familie) und all die dort befindlichen Bordkarten vorzuzeigen. Doch Vorsicht: easyJet erlaubt nur ein Maximum von 5 Bordkarten pro Gerät und Flug, weil es wesentlich länger dauert, wenn eine Person 5 Bordkarten an seinem Device raussuchen muss, als wenn jede Person selber schon im Vorfeld seine Bordkarte rausholt.  So sollen lange Staus bei der Sicherheitskontrolle und beim Bording verhindert werden. Faire Regelung meiner Meinung nach, da sich eine 5-köpfige Familie so immer noch über ein Gerät einchecken kann.

In der App werden dann auch die wichtigsten Flugdaten, wie Abflugszeit und das zugehörige Flughafenterminal, angezeigt.  Außerdem bietet die App einen Flight Tracker, mit dessen Hilfe man jederzeit live abrufen kann, ob der Flug pünktlich ist (würde ichmal sagen ist heutzutage zu 99% der Fall) oder eine Verspätung hat. Jedoch fand ich persönlich, dass die App trotzdem ein wenig sparsam mit den informationen ist. Beispielsweise wird die Schalternummer nicht angezeigt, bei dem man eventuell sein Bordgepäck abgeben muss, und auch das Gate, an welchem das Bording stattfindet, sucht man vergebens. Diese Infos musste ich mir dann entweder an den Bildschirmen vor Ort oder über die Flughafen-Information holen. Man kann zwar argumentieren, dass es bis kurz vor Schluss ja schließlich zu Änderungen an der Schalternummer und am Gate geben kann. Dies ist jedoch sehr selten und – was ebenfalls gegen dieses Argument spricht – bei meinem Flug vom Stuttgarter Flughafen aus hat sich sogar das Terminal von Terminal 2 auf Terminal 3 geändert, und selbst diese Änderung wurde von der App nicht berücksichtigt. In der App stand immer noch Terminal 2 – erst als ich zur Sicherheitskontrolle gegangen bin, wurde ich darauf hingewiesen, dass der Flug am anderen Terminal stattfindet. Hier vergebe ich also einen leichten Minuspunkt an dieser Stelle, ist aber noch ok, weil easyJet ja auf solche administrativen Dinge nur begrenzten Einfluss hat.

Gut fand ich die Erinnerungsfunktion der App, die einen in regelmäßigen Abständen an den Flug erinnert, sowie die automatisierte Kommunikation per E-mail von easyJet. Man bekam alle paar Tage immer wieder Informationen zugeschickt. Hey DaFRK, möchtest du vielleicht einen Sitzplatz reservieren? Hey DaFRK, hast du schon gepackt und daran gedacht, dir unsere Gepäckrichtlinien und die Informationen zu gefährlichen Gütern am Flughafen Stuttgart durchzulesen? Denk dran, dass du keine Flüssigkeiten in Behältern >100 ml Fassungsvermögen mitnehmen darfst. Übrigens: Wir empfehlen dir, 2 Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, damit du genügend Zeit für die Abwicklung hast. Achja und noch was: Die Bording-Gates schließen 30 Minuten pro Abflug, also sei bitte pünktlich mit Lichtbildausweis und Bordkarte am Gate. Diese Erinnerungen fand ich sehr gelungen, jedoch vermisste ich persönlich auch in den E-Mails die Schalternummer für eine eventuelle Gepäckabgabe sowie die Gatenummer. Ebenfalls wurde ich per E-Mail nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass von Terminal 3 statt Terminal 2 abgeflogen wird. Wieder: schade.

Größter Kritikpunkt: Gepäckverordnungen

Der allergrößte Kritikpunkt an easyJet sind immer die Gepäckverordnungen. Denn easyJet ist im Standardtarif und auf allen Vergleichsportalen immer ganz oben in der Liste, weil man standardmäßig bei easyJet den Preis einer Economy Class Light bekommt.

Den günstigsten Preis erzielt man bei easyJet, wenn man lediglich Handgepäck mit nimmt. Das ist auch bei anderen Airlines so, die dann eine sogenannte Economy Class Light anbieten. Bei EasyJet ist diese Economy Class Light sozusagen die Standardoption. Hierbei gibt es zwar keine Gewichtsbeschränkung für das Handgepäck, jedoch wird dies durch die Maßbeschränkungen aufgewogen. Denn im easyJet Standardtarif darf man dann maximal ein Handgepäckstück mit einer maximalen Größe von 56 x 45 x 25 cm einschließlich Griffen und Rollen mitnehmen. Das ist jedoch kein Grund zu meckern, denn bei Airberlin darf man derzeit sogar nur Handgepäck in den Maßen  55 cm x 40 cm x 23 cm mitnehmen und hat zusätzlich eine Gewichtsbeschränkung von 8 kg drauf. Hier ist easyJet also zunächst sogar großzügiger als viele Premium-Airlines. Das zunächst ist fett geschrieben, denn bei Premium-Airlines wie Airberlin darf zusätzlich zum Handgepäck noch eine Laptoptasche oder Damen-/Herren-Handtasche mit den Maßen 40 cm x 30 cm x 10 cm und 2 kg Gewicht mitgenommen werden. Wer also von diesem Angebot Gebruach macht, kommt bei den Premium-Airlines besser weg. Denn zwar bietet auch easyJet die Option, eine Laptoptasche mitzunehmen, diese Option muss jedoch bereits extra dazugekauft werden. Diese Option kommt in Form der easyJet Plus Mitgliedschaft, die 199 € im Jahr kostet. Für Business-Reisende, die einen Laptop mitnehmen, empfiehlt sich easyJet daher häufig nicht. Für mich jedoch gab es keinen Schmerz, da ich ohnehin nicht vor hatte, während meines Aufenthalts ein Notebook zu nutzen. Und selbst wenn man bei easyJet mit einer kleinen Plastiktüte, in der ein Parfoum aus dem Duty Free Shop an den Gates drin ist, einsteigt, wird dieses als entsprechendes Zusatzgepäck eingestuft. Das heißt die Gepäckverordnung muss auch nach der Sicherheitskontrolle noch eingehalten werden, was ja auch irgendwie logisch und nachvollziehbar ist.

Ich persönlich habe also lediglich Wäsche für drei Tage, Hygieneartikel für Mundhygiene und Rasierartikel sowie meine Canon EOS 600D mit 3 Objektiven in einer Kameratasche in einen 75-Liter-Rucksack gepackt und bin dann aufgrund der Kompressionsfähigkeit des Rucksacks auf die Maße gekommen (wäre der rucksack voll gewesen, hätte er die Maße freilich nicht erfüllt).

Das ist auch meiner Ansicht nach der Hauptverwendungszweck, für den sich ein easyJet Flug lohnt, nämlich für maximal 3-tägige Kurztrips.

Da ich dementsprechend kein Aufgabegepäck hatte, konnte ich mir den Checkin am Schalter sparen. Ich habe einfach über die Smartphone-App eingecheckt und bin dann direkt zur Sicherheitskontrolle gegangen. Daher war für mich die fehlende Infomration für den Checkin-Schalter auch nicht mehr wichtig. Hätte ich jedoch kurzfristig doch ein Aufgabegepäck gebraucht, hätte ich mich an den Schalter begeben und eine neue Bordkarte mit der zusätzlichen Option für Aufgabegepäck kaufen müssen, was jedoch dann auch bei Economy Light Tarifen anderer gesellschaften notwendig gewesen wäre.

Trotzdem möchte ich hier kurz über die Tarife für Aufgabegepäck sprechen und Sie wieder der Premium-Airline AirBerlin gegenüber stellen.

Bei easyJet darf das zubuchbare Aufgabegepäck in den drei dimensionen maximal 275 cm messen. Man nimmt also die Werte für Breite, Höhe und Länge des Gepäckstücks und diese dürfen dann addiert maximal 2,75 m messen und maximal 20 kg wiegen. Das kostet dann derzeit online oder telefonisch im Voraus für eine Reise in die meisten europäischen Länder gebucht zwischen 16 und 29 € und verspätet am Flughafen zwischen 44 und 60 €. Mehr infos dazu hier, dort stehen dann auch die aktuellen werte.Bei Airberlin müsste man dann ebenfalls Übergepäck registrieren.. Hierbei scheint es nach meinen Recherchen keine Maßbeschränkungen zu geben, habe zumindest keine gefunden. Es muss sich halt wahrscheinlich um einen handelsüblichen Koffer handeln. Dieser darf dann, max. 30 Stunden vor Abflug nachgebucht, bis zu 23 kg wiegen. die kosten hierfür liegen dann zwishcen 15 und 35 € auf Mittelstrecke, mehr Infos dazu hier, dort stehen dann auch die aktuellen Werte. Auch hier gewinnt also meiner Ansicht nach wieder Airberlin, man muss jedoch auch im Hinterkopf behalten, dass AirBerlin auch bei den meisten Flügen dementsprechend immer etwas teurer ist.

Zusätzlich muss man sagen, dass man ja bei AirBerlin ja auch, sobald man Aufgabegepäck hat, eigentlich nicht mehr den JustFly-Tarif buchen würde, sondern mindestens den FlyDeal. Und dort wird dann zusätzlich zum Aufgabegepäck kostenlos mittransportiert: Buggy/Kinderwagen, Autokindersitze und Kinderreisebetten. Aktuelle Infos siehe hier. Das bietet easyJet wiederum nicht.

Bording

die meisten EasyJet-Flüge passieren vom „Erdgeschoss“ aus, das heißt man geht tatsächlich aus dem Flughafen raus und steigt danach in einen Bus, der einen zum Flieger fährt und in welchem man wartet, bis das Bording freigegeben ist. Direktes Besteigen über ein Gate, welches direkt mit dem Flieger verbunden ist, kann man bei easyJet also nicht erwarten. Mich persönlich hat es nicht gestört. Im Bus sind zwar bei weitem nicht Sitzplätze für alle Fahrgäste, die Wartezeit betrug jedoch sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug wahrscheinlich 5, maximal aber 10 Minuten, genau kann ich es nicht sagen. Danach steigt man über mobile Stufen in das Flugzeug ein und von dort an läuft alles wie bei den anderen Airlines auch. Mich persönlich hat das „Bus-Bording“ also nicht gestört.

Qualität der Sitzmöglichkeiten

Von der Qualität der Sitzmöglichkeiten war ich überrascht. die Beinfreiheit erschien mir in keiner Art und Weise eingeschränkt gegenüber AirBerlin, ich hatte nach meinem Erinnerungsvermögen genau so viel Platz, genaue Messwerte kann ich allerdings nicht liefern. Das einzige was mir persönlich aufgefallen ist, dass man zu den Seiten etwas weniger Platz hat. Das heißt wenn beide Sitznachbarn ihre Ellbogen ausbreiten, berührt man sich. Lässt sich lösen, indem man immer nur den Ellbogen, der zum Fenster zeigt, auf die Lehne legt. Gestört hat mich das nicht wirklich. Ich möchte an dieser Stelle allerdings einräumen, dass der seitlich begrenzte Platz eventuell für größere Kaliber mit Hang zu größerer Breite oder mit schlichtweg längeren Armen durchaus ein Problem sein könnte. Bei Airberlin hatte ich nach meinen Erinnerungen zu den Seiten richtig komfortabel viel Platz und konnte mich selbst im Mittelsitz noch gut ausbreiten.

Ablauf des Fluges

Nun über den Ablauf des Fluges gibt es nichts zu meckern, er war genau so routiniert und professionell wie bei allen anderen Airlines auch. Von daher kann ich hier nichts Negatives berichten, im Gegenteil: Bei easyJet hat – im Gegensatz zu Airberlin – noch eine echte Steawardess die Sicherheitsinstruktionen durchgeführt, während ich bei meinem letzten Airberlin-Flug nur einer 3D-Stewardess auf einem Bildschirm zugucken durfte.

Ansonsten war das Personal professionell und nett und beherrschte auf dem Hinflug die Sprachen Italienisch und Englisch und auf dem Rückflug zusätzlich noch Deutsch.

Fazit

EasyJet ist gut für Kurztrips mit einer Dauer von maximal 3 Tagen, die man möglichst günstig über die Bühne bringen möchte, und zwar auch bei längeren Flugzeiten. Geht es allerdings für mehrere Tage oder Wochen mit Aufgabegepäck ins Ausland, würde ich die Airline aufgrund der fehlenden Inklusiv-Laptoptasche und des geringen Seitenplatzes bei den Sitzen schon wieder nicht mehr empfehlen.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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