Vor einigen Jahren begann ich damit, Sport zu treiben. Es ging los mit ganz einfachem Joggen, und irgendwann wurde das Laufen dann zur Leidenschaft. Das ganze hat mir nicht nur, wie ich denke, einen rein körperlichen, aber auch einen geistigen Benefit gebracht. Denn mit zunehmender Trainingserfahrung wurde ich ausgeglichener und letztendlich auch glücklicher in meinem Leben. Ich bekam Alltagssorgen besser in den Griff und fühlte mich auch wohler in meiner Haut.
Besonders berühmt unter den Laufevents sind sogenannte Crossläufe. Durch Matsch, Dreck und teilweise Schnee geht es auf unebenem Gelände durch die Pampa – mit entsprechendem Spaßfaktor. Für unausgelastete Männer, die schon immer mal ein kleines Militärerlebnis in Verbindung mit sportlicher Aktivität erleben wollten, sind diese Art von Events genau das Richtige. Am 25. August 2012 ging’s dann los: Mein erstes Laufevent, der Men’s Health Urbanathlon 2012, stand an.
Men’s Health Urbanathlon 2012
Anmeldung und Ausrüstung
Die Anmeldung zum Urbanathlon erfolgt über das Webportal unter http://www.urbanathlon.de. Damals war es so, dass im Mai die letzten Startplätze vergriffen waren.
Zur Teilnahme braucht man einen Mika Timing Chip. Dieser kann entweder gegen eine Leihgebühr gemietet werden. Man zahlt einmal einen Pfandbetrag – der Betrug damals glaube ich 25 €, und zusätzlich eine Mietgebühr in Höhe von 5 €. die 20 € Pfand bekommt man wieder, wenn man den Chip nach der Veranstaltung wieder zurück gibt. Man kann sich aber, wenn man schon fest vor hat, an mehreren Läufen mit Mika Timing Chip teilzunehmen, auch gleich einen kaufen. Die gibt es z. B. beim RunnersPoint Online Shop für damals wie heute 28 €. Man merkt aber schon, man kann auch einfach bei seiner ersten Veranstaltung den Chip mitnehmen, kostet fast genau so viel und ist unkomplizierter.
für Crossläufe braucht zu gar keiner Zeit, weder zur Vorbereitungsphase noch im Wettkampf selbst, ein Paar Laufschuhe welches mehr als 40 € kostet. Sowohl zum Training als auch für den Wettkampf tut es ein günstiges Paar aus dem nächstgelegenen Sportgeschäft oder von Amazon. gebt auf keinen Fall hunderte an Euros für ein paar Schuhe aus.
die An- und Abreise
Da ich aus dem bayrischen Wald komme, war die Anreise ziemlich weit. Wir sind damals in etwa 9 Stunden mit dem Quer-durch-Deutschland Ticket der deutschen Bahn gefahren. DAs war erträglich. Unter gekommen sind wir in einem Hostel für knapp 25 € pro Person und Nacht. Wir sind auch nach dem Wettkampf noch eine Nacht geblieben.
Abgereist sind wir wieder mit dem Quer-durch-Deutschland Ticket, diesmal aber in Begleitung einer reizenden Dame, die sich unserer Bahnfahrt über Mitfahrgelegenheit angeschlossen hatte.
Startvorbereitungen
Am Morgen holt man sich zwischen 11:00 Uhr und 14:00 Uhr seine Startunterlagen im Cruise Center Altona. Die aktuellen Abholzeiten erfährt man immer in der Urbanathlon-FAQ. Man hat dann genug Zeit, um die Startnummer festzumachen. Die Startnummer ist nicht unbedingt wichtig, denn die Zeitmessung, ob man ins Ziel gekommen ist, passiert über den Mika Timing Chip. Aber die Fotografen, die einen während des Laufs fotografieren, verlinken das Foto nachher mit der Startnummer. Das heißt man kann seine Fotos dann nach dem Lauf über die Startnummer finden. Deshalb macht es Sinn, die Startnummer nicht vor der Brust, sondern im Hüftbereich – also an der Hose – festzumachen. Denn dort geht sie nicht so schnell verloren wie am Bauch oder an der Brust. Desweiteren sollte man sich mit Edding die Startnummer auf die Arme und auf die Stirn schreiben. So sehen die Fotografen die Nummer auch dann noch, wenn diese sich während des Laufs gelöst hat.
Die Verkleidung
Auf solchen Crossläufen ist es Tradition unter den Teilnehmern, sich zu verkleiden. Zur Belustigung und Faszination der anderen Teilnehmer, Zuschauer und sich selbst. Auf diesem Lauf habe ich Mario & Luigi, Feuerwehrmänner und Läufer im Tigerfell gesehen. Wir haben uns leider aufgrund unerer geringen Erfahrung noch für eine bloße Gesichtsbemalung im Braveheart-Stil entschieden. Ansonsten waren wir einer der vielen Langweiler, die mit alltäglicher Sportkleidung unterwegs waren.
Der Start
Gestartet wird in Gruppen. Zwar wird regelmäßig, also ungefähr alle 10 Minuten, gestartet. Dafür gibt es sehr viele Startergruppen, so dass man mitunter schon mal eine Stunde auf seinen Start warten kann.
Die Atmosphäre
Die Atmosphäre ist einerseits wunderschön, weil man wirklich am Hamburger Hafen entlang läuft. Beispielsweise winken einem Leute von Booten aus zu oder man kann kurze Sprintwettrennen gegen Boote machen. Andererseits ist das Event aber überlaufen von Casual-Läufern, also Leuten, die kein so richtiges Erlebnisfeeling mitbringen, weil sie einfach für sich die Strecke ablaufen, teilweise mit Ohrstöpseln im Ohr. Sehr viele sind unverkleidet und laufen die Strecke sehr passiv ab. Das habe ich bei anderen, später folgenden Veranstaltungen besser gesehen.
Das Erlebnis
Der Lauf hat ein paar nette Highlights wie beispielsweise die Monkey Bars, an denen man entlang hangeln muss, oder die Halfpipe. Die meisten Hindernisse sind sehr leicht und sollen einfach nur ein wenig Abwechslung reinbringen. Gut ist die stimmung beispielsweise an den Sandsäcken, die man durch einen kleinen Parcours durch tragen muss. hier kommentiert ein Sprecher das Geschehen und viele Läufer entdecken in dieser kurzen Passage ihr Testosteron und bringen etwas Stimmung in den Lauf rein. Bei der Halfpipe mussten wir zwar eine Dreivierstelstunde warten, bis wir endlich anlaufen und das hindernis überwinden durften, aber der Kommentator hat etwas für Stimmung gesorgt, indem er die Versuche jeder einzelnen Person entsprechend kommentiert hat.
Wenn man ein Hindernis nicht schafft, bedeutet das nicht gleich, dass man ausgeschieden ist. Bei vielen gibt es sogar eine sogenannte Pussylane, das heißt man darf das Hindernis dann einfach umgehen, was jedoch sehr wenige in Anspruch nehmen. Vielmehr hilft man sich bei schwierigen Hindernisse, insbesondere bie der Halfpipe, gegenseitig. Es gehört zum guten Ton, dass man 2-3 Leute hoch zieht, bevor man weiter läuft.
Ansonsten ist es aber wie bereits bei der Atmosphäre schon beschrieben sehr ernüchternd, dass so viele Casual-Sportler am Lauf teilnehmen. Viele haben einfach den Geist des Crosslaufes noch nicht aufgefangen und sind deshalb sehr in sich zurückgezogen, während sie laufen. Das fand ich etwas schade.
Nach dem Event sind wir ohne zu duschen direkt in Richtung Hostel, um dort zu duschen. Wir waren auch nicht dreckig im Sinne von mit Matsch und Dreck beschmiert, sondern wir hatten nur Sand an den Beinen und an der Kleidung. Jedoch packte uns auf dem Weg der Hunger und wir haben uns mit immer noch am Körper befestigter Startnummer in den Außenbereich einer Pizzeria gesetzt in der Hoffnung, dass uns der Service nicht gleich
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