Irgendwann wird’s hässlich. Und langweilig. Immer hängen die gleichen Bilder im Wohnzimmer / Büro. Das Selfie vom Musikfestival, das man vor 5 Jahren mal besucht hat, hängt einem ja dann doch irgendwann mal zum Hals raus. Also hängt man es ab und hängt ein neues Bild dran – eines, das wieder andere Maße hat und man daher einen neuen Bilderrahmen dafür braucht. Dementsprechend stehen nun einige Löcher hervor, die man zuvor für das letzte Bild mit der Bohrmaschine gemacht hat. Die kittet man jetzt wieder zu, damit man sie nicht mehr sieht. Und dann würde man aber gerne noch das Gruppenfoto von der Hochzeit des Bruders mit aufhängen. Also wieder Bohrmaschine geholt und wieder vier Löcher für den nächsten Bilderrahmen in die Wand.
Irgendwann dann, nach 10 Jahren, wenn die eigene Familie ins Haus steht, möchte man lieber Babyfotos an der WAnd haben. Also alle Fotorahmen aus den jungen Jahren wieder runter, Löcher kitten, und neue Löcher bohren. Doch was ist, wenn man in einem schieren Anfall von nostalgie die alten Fotos wieder rauskramen möchte? also doch wieder an der Wand gelassen, die alten Bilder, und die Löcher wieder aufgemacht.
Und irgendwie stört auch, dass die verschiedenen Erinnerungsstücke nicht zueinander passen: In einem Bilderrahmen haben Sie Selfies von Musikfestivals, in einem anderen das Bild der kleinen süßen Nichte und direkt darunter hängt der Kumpel, der gerade ordentlich an der Bierbong nascht. Dann haben Sie ein paar Zentimeter weiter Ihre Startnummer vom letzten Marathon eingerahmt und darüber grinst das letzte Bülent Ceylan Ticket aus einem Bilderrahmen raus. Schöner wäre es doch irgendwie, wenn man diese schlecht vereinbaren Dinge nicht miteinander, sondern eines nach dem anderen, sozusagen für sich stehend, anzeigen lassen könnte.
All das muss im Jahr 2016 nicht mehr sein. Bereits seit mehreren Jahren gibt es zwar digitale Bilderrahmen zu kaufen, diese waren in den Anfangsjahren (um 2009 rum) jedoch sündhaft teuer. Selbst für die mickrige Auflösung von 4,3 Zoll hat man damals schon mehr als 150 € hingeblättert.
Heutezutage sieht die Marktlage zum einen etwas anders aus. Sie können bereits schon digitale Bilderrahmen mit einer bildschirmdiagonale von 8 Zoll für rund 44 € bekommen. Und zum anderen bieten Tablets und der Raspberry Pi gute Alternativen zu Fertig-Bilderrahmen. Ich zeige euch im folgenden Tutorial, wie ihr günstige Android- oder Windows-Tablets in einen aufstellbaren Bilderrahmen und den Raspberry Pi sogar in einen an die Wand montierbaren digitalen Bilderrahmen verwandelt.
Digitale Bilderrahmen auf dem Markt
Zunächst befassen wir uns mit kaufbaren Fertiglösungen. Das höchste der Gefühle sind derzeit Bildschirmdiagonalen von 10 Zoll, wie etwa der Hama Slimline Basic für rund 75 €. Dieser spielt Medien von SD-/SDHC- und MM-Karten sowie von USB-Sticks ab. außerdem bietet er eine Fernbedienung, mit denen man auf Wunsch durch die einzelnen Fotos durchschalten kann. Besonders günstig kriegt man 8-Zöller, etwa die Intenso Photobase.
Bei Bilderrahmen habe ich jedoch immer einige Kritikpunkte anzuführen:
- Die meisten Bilderrahmen kann man nur per Speicherkarte oder USB-Stick befüllen. Das bedeutet jedes mal, wenn ich neue Fotos draufspielen will, muss ich die Speichermedien entfernen und am PC neu bespielen. Ich persönlich wünsche mir lieber einen Medienabruf über einen zentralen Medienserver.
- die Rahmen können keine Videos und keinen Sound abspielen, was ich in Zeiten, in denen Video-Filmhardware so günstig ist, wie noch nie, ein NoGo finde. Vor allem, weil man ja hinter einer Slideshow vielleicht ja Hintergrundmusik abspielen möchte.
- Die meisten Bilderrahmen kann man nur aufstellen, aber nicht an eine Wand hängen. Somit können Sie Wandbilder nicht wirklich ersetzen.
Android und Windows-Tablets
Also müssen Alternativen her, die entsprechend Medien aus dem Netzwerk abrufen kann. Meine erste Idee in diesem Bereich waren Tablets, und siehe da, die Möglichkeiten sind tatsächlich vorhanden. Es gibt Android- und Windows-tablets zwischen 80 und 160 €, die ein 10 Zoll Display bieten und mit der entsprechenden Software Slideshows mit Video und Sound abspielen können. Vorteile:
- video und Sound jetzt abspielbar – sogar über externe Lautsprecher, wenn gewünscht
- können Medien auch von Netzwerkfreigaben abspielen. Daher können immer dynamisch neue Medien hinzugefügt werden.
Nachteil, der bleibt:
- können von Natur aus nicht so einfach an eine WAnd gehangen werden. Einzige Möglichkeit: Man druckt sich mit einem 3D-Drucker einen Wall Mount für das Tablet, in den das Tablet eingesetzt werden kann.
Digitale Bilderrahmen – Alternativen über Tablets oder den Raspberry Pi Display weiterlesen
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