Im Zuge der aktuellen Entwicklungen rund um SAP HANA und S/4HANA ist Frage um die Zukunft und dem Zusammenhang der aktuellen Trends in Industrie 4.0, dem Internet of Things und Big Data im Zusammenhang mit der SAP-produktpalette immer lauter geworden. Dieser Beitrag soll ein Versuch sein, eine Brücke zu zwischen den Trends, vor denen großen Enterprises in diesem agilen Zeitalter der Wertschöpfung stehen, und der auf diese Problematiken zugeschnittenen SAP-Produktlandschaft zu schlagen.
Um gleich im Vorfeld ein wenig Wind aus den Segeln dieses Beitrags zu nehmen: Viele der hier geschilderten Entwicklungen sind bei vielen Enterprise-Unternehmen schon seit einer Dekade Gang und Gäbe, insbesondere im Bereich der Fortune 500. Die aktuellen Entwicklungen schildern nur den Zugriff dieser technischen Innovationen für die Masse der Großunternehmen, in Verbindung mit den Innovationen, die SAP zu bieten hat. Sie werden daher beim Lesen dieses Beitrags mitunter feststellen, dass nicht alles wirklich „Neuland“ ist, sondern sich nur die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf viele der hier geschilderten Szenarien verstärkt hat. Die ersten IoT-Geräte, die Bankautomaten, wurden beispielsweise schon im Jahr 1974 zum ersten mal aufgestellt. Das Buzzword IoT ist gerade deswegen ein Buzzword, weil in dieser Zeit gerade das Wachstum der IoT-Geräte in die Höhe schießt. Im Jahr 2016 haben wir ca. 6,4 Milliarden mit dem Internet verbundene Devices. Im Jahr 2020 rechnet man mit einem Anstieg auf 50 Milliarden.
Die Trends der modernen Industrie und dem Internet of Things
Schnelleres Analysieren anhand von Echtzeitdaten
Sensordaten sowie das Verhalten von Usern im Frontend beliebiger Desktop- und Webanwendungen lässt sich mit den heutigen Technologien in Echtzeit prozessieren. Jedoch ist mit der Möglichkeit zur schnellen digitalen Verarbeitung der Daten noch kein Benefit gewonnen, sofern der davor sitzende Mensch diese Daten dadurch nicht schneller auswerten und auf darauf aufbauen Entscheidungen treffen kann.
Deswegen braucht man schnelle und mächtige Tools zur Analyse der vorliegenden Daten. Der aktuelle Trend geht hier zu agilen Frontend-Technologien, bei denen das schnelle Erstellen aussagekräftiger Dashboards im Vordergrund steht. Zahlenwerte müssen schnellstens in ein Diagramm überführt werden können, in welchem die Kernaussage einer Problematik sofort sichtbar wird.
Und nicht nur klassische Analysewerkzeuge wie diagrammgestützte Dashboards sind nun wichtig. Auch die „neuen Formen der Daten“ müssen berücksichtigt werden, insbesondere
- Textdaten. Text muss nun nicht nur über klassische Suchmaschinenmuster hinaus analysiert werden können. Wichtige Enabler in dieser Kategorie sind das Keywording, OCR-Texterkennung, dynamische Abfragen auf Datenbank (bspw. durch AJAX) u. v. m. Caching Instrumente für Suchmaschinenabfragen wie beispielsweise durch die SAP HANA Enterprise Search werden immer wichtiger werden.
- Sprache. Sprachdaten müssen analysiert und durchsuchbar formatiert werden können. Konferenzgespräche, Notizen u. v. m. muss durch Text-Suchwörter greifbar gemacht werden
- Geo Spatial Analyse. Daten müssen GPS-Koordinaten zugeordnet und auf übersichtlichen Karten dargestellt werden können. Die besondere Herausforderung hier ist eine detaillierte Auflösung, so dass Daten feine Unterschiede in den Landschaftsdaten aufzeigen können. Dies wiederum bedeutet, dass sehr viele Einzelwerte für die feinen Gitternetzpunkte auf einmal zur Verfügung stehen müssen, damit das Rendering der Karte nicht ewig dauert.
- Live-Graphen-Analyse. Mathematische Funktionen auf Graphen müssen sofort und automatisiert angewendet werden.
- Daten-Streaming. Echtzeitdaten, beispielsweise von den Sensoren einer Windkraftanlage, müssen in Echtzeit gefiltert und auf verschiedene Interessenten (beispielsweise Windparkbetreiber, Turbinenhersteller) verteilt werden können.
Schnelles Deployen von Lösungen und Anwendungen
Wer schnell analysiert, muss auch schnell reagieren können. Wer anhand seiner Analysetools heute eine Marktlücke findet, richtige Zeitpunkte zum Investieren oder Chancen zum Fortkommen sieht oder wittert, muss schnell entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Und in unserem heutigen Zeitalter sind viele dieser Maßnahmen digital. Konkret müssen häufig IT-Systeme und Online-Services implementiert werden, um einen konkreten Business Case, den man erwarbeitet hat, nach vorne zu bringen. Dies wiederum stellt hohe Anforderungen an die Deploymentgeschwindigkeit solcher Services. Ein einfaches Beispiel wäre, dass es heute zu einem neuen Produkt auf dem Markt binnen Stunden einen passenden Online-Shop dazu gibt. Wer dort der erste ist, erreicht rasch eine kritische Nutzerzahl, welche die nachkommende Konkurrenz häufig in das Aus buchsiert. Denn gerade im Internet gilt das Prinzip: The Winner takes it all. Heißt wenn Sie auf Dauer eine Führerposition im Online Markt halten, gehört Ihnen auf lange Sicht der gesamte Markt.
Schnelles Skalieren
Doch bringt es nichts, eine IT-Dienstleistung schnell deployen zu können, wenn nach 4 Monaten Betrieb der Service derart beliebt geworden ist, dass Hardware und Software die steigende Nachfrage nicht mehr befriedigen können und in die Knie gehen. Gerade jetzt, wo das Datenvolumen und das Nutzeraufkommen steigt, muss der IT-Service gerade umso besser laufen. Das Skalieren von Hard- und Software bei steigendem Konsum eines IT-Services muss daher rasch und „On-Demand“ erfolgen können.
Viele sehen die Cloud als Lösung für dieses Problem, denn beim Auslagern Ihrer Systeme in die Cloud sind Sie selbst im Zweifel nur noch zuständig für das rechtzeitige Buchen des nächsthöheren Servicepaketes und zumndest die hardwareseitigen Schritte erledigt dann der Dienstleister für Sie vollautomatisch. Dies beschleunigt bei richtiger Anwendung den Entwicklungsprozess, da somit ein kollaboratives Arbeiten ähnlich aktueller Trends in der Softwareentwicklung möglich wird, denn es alle Ingenieure arbeiten in einem zentralen Repository an den dort bereitgestellten Medien.
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