Festplatten unter Windows und Linux gleichzeitig nutzen

(Last Updated On: 9. Februar 2016)

Es gibt verschiedene Szenarien, in denen Sie eine Festplatte sowohl unter Windows als auch unter Linux nutzen wollen. Beispiel 1: Sie haben auf Ihrem PC ein Dual Boot System eingerichtet, auf welchem sowohl Windows als auch Linux installiert sind und Sie hin und wieder das betriebssyste, mit welchem Sie arbeiten, wechseln

Beispiel 2: Sie befüllen eine externe Festplatte auf einem Windows- oder Linux-Desktop-Rechner, wollen diese aber danach auf einem Server im Netzwerk freigeben, der das jeweils andere Betriebssystem nutzt.

Welches Dateisystem soll die festplatte bekommen?

Die erste Frage, die Sie sich stellen ist: Mit welchem Dateisystem soll ich die Festplatte formatieren? Ist es besser, ein windowsnahes Dateisystem wie NTFS oder exFAT zu benutzen, oder ein linuxnahes Dateisystem wie ext4?

Meine Antwort zu dieser Problematik: Wenn Sie eine externe Festplatte abwechselnd an einem Windows und Linux Desktop Rechner nutzen wollen, dann nehmen Sie ein windows-nahes Dateisystem. Wenn Sie die Festplatte hingegen im Netzwerk auf einem Server hosten wollen, dann nehmen Sie das Dateisystem, welches dem Server am nächsten ist, sprich: bei einem Windows-Server NTFS oder exFAT, bei Linux ext4 oder ext3.

auf Linux Rechner Festplatten größer 2 TB mounten über GPT Partitionstabelle

Wenn Sie Ihre Festplatte mit einer Kapazität von mehr als 2 TB auf einem Linux-System einbinden wollen, müssen Sie zudem sicher stellen, dass die Festplatte, die Sie verwenden, mit einer GPT-Partitionierungstabelle formatiert wird. Denn eine alte MBR-Partitionstabelle unterstützt standardmäßig nur Festplatten mit maximal 2 TB.

Am besten ist es, Sie richten die GPT-Partitionstabelle ein, bevor Sie die Festplatte zum ersten Mal mit Daten befüllen.

prüfen, ob eine Festplatte bereits eine GPT Partitionstabelle hat

unter Windows starten Sie eine eingabeaufforderung als Administrator und geben ein

C:\Windows\system32>diskpart
diskpart>list disk

In der Ausgabe des kommandos list disk sollte es in der Spalte GPT in der Zeile der betreffenden Festplatte ein Kreuz geben. Ist dieses nicht vorhanden, ist die Platte noch MBR.

Alternativ zeigt ihnen das Tool MiniTool Partition Wizard Free an, ob die Festplatte mit MBR oder GPT intitialisiert wurde.

2016-02-07_18h03_52

Unter Linux hingegen nutzen Sie das kommando

parted -l

Sie bekommen einen Output, dessen erste Zeilen so aussehen

Model: ATA TOSHIBA THNSNS25 (scsi)
Disk /dev/sda: 256GB
Sector size (logical/physical): 512B/512B
Partition Table: msdos

Der für sie interessante Eintrag ist fett markiert. Steht an dieser Stelle msdos, ist die Festplatte noch mit einer MBR-Partitionstabelle initialisiert. Ansonsten würde hier gpt stehen.

 GPT frisch unter Windows einrichten

Wenn Sei die Festplatte unter Windows formatieren, stecken Sie die Festplatte am Windows-Rechner an. Wir gehen in diesem Szenario davon aus, dass Ihre Festplatte keine produktiven Daten enthält. Wenn Sie eine Festplatte konvertieren wollen, die wichtige Daten enthält (sie die Festplatte also nicht formatierne wollen), dann befassen wir uns damit weiter unten. In diesem Szenario löschen Sie, falls vorhanden, alle existierenden Partitionen auf der fesplatte über die Windows-Datenträgerverwaltung. Rechtsklicken Sie dazu auf das Volume und wählen Sie Volume löschen.

Danach ist ihre festplatte in einem Zustand, in welchem Sie die Platte erst neu initialisieren müssen. Wählen Sie Datenträger initialisieren. Sie werden gefragt, welche Partitionstabelle der Datenträger nutzen soll. Wählen Sie GPT.

Alternativ können Sie diese Schritte auch über die kommandozeile durchführen. Dazu nutzen wir das kommandozeilentool diskpart

C:\Windows\system32>diskpart
diskpart>list disk

Besorgen Sie sich aus der Ausgabe des list disk-Kommandos die Nummer des Datenträgers. Diese wählen wir nun aus über

diskpart>select disk <nummer>

und formatieren diese über

diskpart>clean

Nach dem Formatieren könne wir die Festplatte mit einer GPT-Partitionstabelle neu initialisieren über

diskpart>convert gpt

Nun ist die Festplatte mit einer gpt-Partitionstabelle intitialisiert.

GPT frisch unter Linux einrichten

Wir gehen in diesem Szenario davon aus, dass Ihre Festplatte keine produktiven Daten enthält. Wenn Sie eine Festplatte konvertieren wollen, die wichtige Daten enthält (sie die Festplatte also nicht formatierne wollen), dann befassen wir uns damit weiter unten.

 

Wie Sie eine Partition mit GPT-Partitionstabelle unter Linux erstellen, habe ich Ihnen hier schon einmal gezeigt. Und zwar geht das über den parted-Befehl mklabel. Dort geben Sie dann gpt ein.

mklabel
new disk label type? gpt

eine bestehende Platte nach GPT konvertieren unter Windows

Wenn Sie die Festplatte hingegen bereits befüllt haben, wollen Sie vielleicht nicht die Festplatte neu formatieren. Denn wenn Sei die Festplatte neu formatieren, müssen Sie diese nach der Formatierung neu befüllen, was bei einer festplatte mit einer Kapazität von mehr als 2 TB durchaus seine Zeit dauern kann.

Deswegen gibt es sowohl unter Windows als auch unter Linux Möglichkeiten, um eine bestehende Festplatte mit MBr-Partitionstabelle nach GTP zu konvertieren. Trotzdem sollten Sie vorher ein Backup der Daten auf einen anderen Datenträger, beispeilsweise eine zweite Festplatte, vornehmen, bevor Sie diese Konvertierung versuchen, da dieser Prozess grundsätzlich ein Risiko darstellt, vor allem wenn er im laufenden Betrieb unterbrochen wird (etwa durch einen Stromausfall).

Unter Windows können Sie das Tool Partition Wizard Free Edition verwenden, um eine bestehende Festplatte mit MRB-tabelle nach GPT zu konvertieren. Installieren Sie das tool, starten es als ADministrator und wählen in der Übersicht der Datenträger den zu konvertierendne Datenträger aus.Wählen Sie dann im Menü Disk unter Convert MBR Disk to GPT Disk. Ist die Aktion ausgegraut, stellen Sie sicher, dass Sie die Disk und nicht die Partition mit der Maus ausgewählt haben. Die aktion wird in diesem moment noch nicht ausgeführt. Jetzt gehen wir noch vorher über die Windows Systemsteuerung zu Energieoptionen und wählen Energiesparplaneinstellungen bearbeiten. Dort stellen wir sicher, dass bei Energiesparmodus nach der eintrag niemals aktiviert ist. Das verhindert, dass der Konvertierungsvorgang unerwünscht unterbrochen wird.   Jetzt können wir im programm noch auf den Button Apply klicken, damit die Konvertierung gestartet wird.

eine bestehende Platte nach GPT konvertieren unter Linux

Wenn Sie die Festplatte hingegen bereits befüllt haben, wollen Sie vielleicht nicht die Festplatte neu formatieren. Denn wenn Sei die Festplatte neu formatieren, müssen Sie diese nach der Formatierung neu befüllen, was bei einer festplatte mit einer Kapazität von mehr als 2 TB durchaus seine Zeit dauern kann.

Deswegen gibt es sowohl unter Windows als auch unter Linux Möglichkeiten, um eine bestehende Festplatte mit MBr-Partitionstabelle nach GTP zu konvertieren. Trotzdem sollten Sie vorher ein Backup der Daten auf einen anderen Datenträger, beispeilsweise eine zweite Festplatte, vornehmen, bevor Sie diese Konvertierung versuchen, da dieser Prozess grundsätzlich ein Risiko darstellt, vor allem wenn er im laufenden Betrieb unterbrochen wird (etwa durch einen Stromausfall).

Unter linux können Sie dann das Tool gdisk installieren

apt-get install gdisk

und dann die Konvertierung starten über

gdisk /dev/sd<x>

und dann über das kommando

gdisk>w

eine GPT-partition auf die platte schreiben. hierbei sollten sie sehr vorsichtig sein und sich alle im Vorfeld geäußerten Fehlermeldungen genauestens durchlesen und erörtern.

Auf windowsnahe Dateisysteme unter Linux zugreifen

In diesem Kapitel zeige ich Ihnen, wie Sie von einem Linux-System aus auf die windowsnahen Dateisysteme NTFS und exFAT zugreifen.

auf exFAT-Datenträger zurgeifen.

als erstes müssen wir einige Tools installieren

sudo apt-get install exfat-fuse exfat-utils

Eventuell müssen Sie vorher Repositories hinzufügen, damit die Pakete gefunden werden. Unter Ubuntu wären dies beispielsweise

sudo add-apt-repository universes
sudo apt-get update

oder allgemein

sudo apt-add-repository ppa:relan/exfat
sudo apt-get update

Danach können wir die Datenträger mounten über

sudo mount -t exfat /dev/sdxx /<mountordner>

Wenn Sie den Datenträger automatisch nach einem Neustart mounten wollen, geht das über sein Label, was ich Ihnen hier schonmal gezeigt habe. Der Einträge in der /etc/fstab wäre demnach

LABEL=<Label>   /<moutnpoint>   exfat-fuse <optionen>   0 0

Auf NTFS-Datenträger zugreifen

Zuerst müssen wir wieder Tools installieren

apt-get install ntfs-3g

Den Datenträger können Sie dann direkt mounten über

# mount -t ntfs-3g /dev/sd<xx> /mount/point

oder

ntfs-3g /dev/sd<xx> /mount/point

Über die /etc/fstab können Sie den Datenträger bei jedem Neustart über sein Label mounten, was ich Ihnen hier schon einmal gezeigt habe. Der Einträg wäre demnach

LABEL=<Label>   /<moutnpoint>   ntfs-3g <optionen>   0 0

Auf linuxnahe Dateisysteme unter Windows zugreifen

In diesem Abschnitt zeige ich Ihnen, wie Sie unter einem Windows-System auf linuxnahe Dateisyteme wie ext2 ext3 oderzugreifen.

Derzeit ist es mit dem Tool leider nicht möglich, auf ext4-formatierte Dateisyteme zuzugreifen, die Community arbeitet jedoch an einer Unterstützung für das Dateisystem.

die beste Möglichkeit ist das Tool ext2fsd. Denn nur dieses Tool erlaubt es Ihnen, auf den Datenträger über einen Laufwerksbuchstaben zuzugreifen, also von jedem Windows-Programm aus, selbstverständlich auch über den Windows-Explorer, und zwar nicht nur lesend, sondern auch schreibend.

Wenn Sie ext2fsd installieren, werdne Sie gefragt, ob Sie ext2fsd beim Windows-Start automatisch gestartet werdne soll, was Sie bejahen, wenn Sie nicht extra den Dienst manuell starten wollen, um auf die Datenträger zuzugreifen. Wenn Sie auf dem Datenträger unter Windows auch Dateien ändern oder neue erstellen wollen, dann aktiiveren Sie außerdem die Option enable write support for ext2 partitions sowie enable force writing support on ext3 partitions.

Nach der installation starten Sie den ext2 Volume Manager, in dem Sie einen Mountpoint für den Linux-Datenträger bestimmen können. Dieser Mountpoint ermöglicht es dann, dass Sie den Datenträger unter einem ganz gewöhnlichen Windows-Laufwerksbuchstaben sehen und somit mit jedem Windows-Tool auf das Dateisystem zugreifen können.

zwei andere Tools, die zwar auch auf Linux-Dateisysteme lesend (nicht schreiebnd) zurgeifen können, sind der DiskInternals Linux Reader und ext2explore. Leider können diese Tools jedoch nur über den eigenen Explorer auf die Dateisysteme zugreifen. Ein Zugriff über den Windows-Explorer oder eine beliebige windows-Anwendung ist somit leider nicht möglich.

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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