Günstige Dedicated Server: Beratung und Vergleich

(Last Updated On: 20. August 2015)

Nachdem ich Ihnen in meinem letzten Post die günstigen Domain-Hoster für Ihr Business gezeigt habe, machen wir uns jetzt einmal an den Vergleich von aktuellen Angeboten für Dedicated Server / Root Server

Ab wann brauche ich überhaupt einen Root Server / Dedicated Server?

Schließlich sind doch in den meisten Fällen VServer mit den gleichen Ressourcenspezifikationen preisgünstiger. Ein VServer-Angebot mit den selben Ressourcen in Punkto Bandbreite, Arbeitsspeicher, Speicherkapazität und CPU-Power bekommen Sie immer günstiger als einen Root Server mit den selben Spezifikationen. Zumindest wenn es sich um keine KVM-Vollvirtualisierung handelt, auf die ich weiter unten zu sprechen komme. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die versprochenen Ressourcen auf einem VServer / VPS sind nicht für die gesamte Laufzeit des Servers garantiert. Ihr VPS teilt sich die Ressourcen des eigentlichen physikalischen Hosts mit mehreren anderen VServern – und die Ressourcen werden je nach Auslastung der einzelnen virtuellen Server möglichst fair aufgeteilt – natürlich begrenzt durch die Ressourcen, die Sie in Ihrem VServer-Paket eingekauft haben. Ist jedoch der gesamte Host ausgelastet, weil beispielsweise gerade wieder Microsoft PatchDay ist und sämtliche Windows-VServer gerade Windows Updates herunterladen, dann sieht es auch für Sie mit ihrem Linux-VServer auf dem selben physikalischen Host schlecht mit der Bandbreite aus. Dieses Problem haben Sie bei einem Dedicated Server eben nicht – diesen Vorteil lassen sich die Hoster allerdings auch bezahlen.

Nun fragen Sie sich vielleicht, ab wann denn nun die Grenze erreicht ist, für die Sie einen Root Server benötigen, und wann Sie noch mit einem VServer-Paket auskommen?

Nun, zunächst einmal können Sie theoretisch ewig lange mit einem Vserver-Angebot auskommen, solange die Auslastung des physikalischen Hosts, der alle VServer in IHrem Shared-Segment betreibt, nicht in die Höhe geht. Dann weist Ihnen der physikalische Host nämlich immer die vollen Ressourcen zu, die Sie als Maximum in Ihrem VServer-Paket eingekauft haben. Wenn dieser Stand konstant gehalten werden kann, dann sind sie genau so gut dran, als wenn Sie einen Dedicated Server mit den selben Ressourcenspezifikationen hätten.

In der Praxis sieht es jedoch so aus, dass sie nicht immer ihre vollen Ressourcen zugeteilt bekommen – Ihr Anbieter sichert sich bei der Vergabe eines VServers immer mit der Klausel „bis zu…“ ab, die Sie auch von Ihrem Internetprovider schon kennen.

Zum Problem wird dies, wenn Sie Services hosten, die konstant eine gewisse Leistung bringen können, und zu unternehmenskritischen Zeiten einmal die Ressourcenzuweisung in den Keller fällt. Der Flaschenhals ist hier oftmals der zugewiesene Arbeitsspeicher in Verbindung mit speicherintensiven Services wie beispieslweise einem Online-Shop-System. Gerade wenn Sie einen großen Online-Shop betreiben oder nicht den Endverbraucher, sondern Zwischenhändler beliefern, muss der Shop eine konstante Leistung bringen, da er rund um die Uhr belastet wird. Hier können Sie sich kurzfristige Performancelöcher nicht leisten, da Ihnen dadurch auf jeden Fall Umsatz flöten gehen wird.

Nun könnten sie auch sagen: Sie verlieren auch Umsatz, wenn ihre statische Website, die Ihre Kontaktdaten, Ihre Firmenanschrift und Ihre Angebote enthält, kurzzeitig nicht erreichbar ist. Das ist zum einen richtig, andererseits gibt es Argumente, die dagegen sprechen, dass Sie für das Hosting einer statischen Website einen Dedicated Server brauchen. Denn die statischen Seiten kommen oftmals mit einem sehr geringen Teil an Ressourcen aus – oftmals ist nur wenig Speicherplatz notwendig, da die meisten Inhalte einfach nur ohne vollständige Zwischenspeicherung an den Client geschickt werden, der diese dann auf seinem eigenen Rechner cached. Hier ist der Flaschenhals also nicht der Arbeitsspeicher, sondern die Bandbreite. Deswegen gibt es ja auch preisgünstige Webspace-Angebote, die Sie zum Hosten einer statischen Website eher bevorzugen sollten als einen Shared Server – Ausnahme: Sie hosten mehrere Websiten auf einem einzigen Server und sparen sich dadurch Kosten durch den Synergieeffekt, weil sich die verschiedenen Sites die Ressourcen des Servers teilen.

Ähnlich wichtige Services sind beispielsweise selbstgehostete Voice-over-IP-Services, Services zum Streamen von Audio oder Video. Diese Services haben allesamt eines gemeinsam: Sie dienen zur synchronen Kommunikation von Content zwischen Server und Benutzer. Das heißt: Der Benutzer des Serviecs braucht den Content JETZT und nicht später, denn zu einem späteren Zeitpunkt ist er nicht mehr interessant. Deswegen ist auch hier ein Performanceloch absolut inakzeptabel.

Bei E-Mail-Verkehr hingegen sieht es wieder anders aus – hier geschieht die Kommunikation asynchron. Sie könnten zwar jetzt sagen, dass E-Mail ein derart wichtiger Service im heutigen Zeitalter ist, dass Sie nicht darauf verzichten können – das ist klar. Aber schließlich wird kein Shared-Server-Anbeiter so dreist sein und Ihrem VServer irgendwann SÄMTLICHE Ressourcen entziehen. Der Service wird also weiterhin erreichbar sein – nur nicht mit der vollen Performance. Da die E-Mail-Kommunikation ja asynchron passiert und daher der Inhalt der E-Mail so konzipiert ist, dass er auch später gelesen werden kann, ist ein kurzfristiges Performanceloch in Ihrer Shared-Server-Lösung nicht so relevant. Die Informationen sind in der Regel nicht so brisant, dass es einen Unterschied macht, ob die E-Mail in Sekunden oder erst in 2-3 Stunden für Sie zum Lesen zur Verfügung steht. Eventuell schauen Sie selber ja sogar nur einmal am Tag in Ihr Postfach, so dass Sie ein kurzfristiges Performanceloch überhaupt nicht spüren würden.

Grundsätzlich kann man also sagen, dass Sie bei sehr speicherlastigen Services wie großen dynamischen Webanwendungen (Online-Shops, großen Online-Foren mit mehreren hundert Benutzern) und bei Services zur synchronen Informationsübertragung (Voice over IP, Chats und Streaming-Services) einen Dedicated Server bevorzugen sollten.

Die Konkurrenz schläft nicht: KVM-Vollvirtualisierung

Wie oben bereits kurz angesprochen, haben nicht alle VServer die Eigenheit, dass Sie sich ihre Ressourcen dynamisch den Nachbarservern auf dem selben physikalischen Host teilen und es somit zu Performancelöchern kommen kann. Im Produktnamen als KVM-Server bezeichnete VServer sind immer noch virtuell – Ihre Ressourcen sind jedoch zu 100% fest auf diesen einen VServer zugewiesen, so dass es zu keinen Performancelöchern kommen kann, da dem System zu jeder Zeit 100% der zugewiesenen Ressourcen zur Verfügung stehen. Somit sind diese KVM-VServer ein vollwertiger Ersatz im Vergleich zu physikalischen Dedicated Servern, die als physikalischer Host in einem Rack stehen.

Im Angebotsvergleich weiter unten finden Sie auch  einige dieser „virtuellen Dedicated Server“, wir haben die KVM-Server also ebenfalls in diesen Vergleich mit einbezogen.

Es gibt jedoch noch besonders günstige KVM-Server mit weniger als 4 GB RAM, die Sie schon für wenige Euros im Monat abgreifen können, beispielsweise bei PHP-Friends oder bei Serverway.

 Günstige Hoster im Vergleich

In mein Kreuzfeuer möchte ich verschiedene Abstufungen von Dedicated Server nehmen. Ich vergleiche einmal die Preise für ein Minimalpaket mit 4 GB RAM, ein fortgeschrittenes Paket mit 16 GB RAM und ein Profipaket mit 32 GB RAM und SSD. Alle Pakete sind Linux-Server, die selbst administriert werden sollen, also keine Managed Server. Gilt es, die CPU-Konfiguration einzustellen, wähle ich immer die Variante mit vier Kernen. Bei der Hauptspeicherkapazität müssen Sie einrechnen, dass es sich hierbei meist im Lieferumfang um eine RAID 1 Konfiguration handelt, die Sie jedoch häufig nachträglich ändern können. Das heißt im Auslieferungszustand haben Sie bei 2 Datenträgern mit je 500 GB erstmal nur 500 GB zur Verfügung.

Der Vergleich soll hier nur als grober Anhalt dienen. Billige Preise erklären sich häufig beispielsweise bei Einsparungen in der Performance der Datenträger (etwa der Festplatten) oder bei anderen Qualitätsmerkmalen wie etwa dem Sizing der CPU. Hier müssen Sie defakto dann selbst abwägen, ob Ihnen der Preisvorteil die Einbußen wert sind.

In der ersten Sparte müssen die Low-Budget-Programme mit 4 GB RAM gegeneinander antreten. Hier gibt es nicht wirklich viele nennenswerte Anbieter. Die Konkurrenz ist entweder zu teuer oder steigt erst ab 8 oder 16 GB ein. Hier stellt sich heraus, dass Server4You eine gute Alternative ist, wenn Ihre Services keine CPU-intensiven Services sind, sondern sich tatsächlich nur der Arbeitsspeicher als Flaschenhals entpuppt.

AnbieterCPUArbeitsspeicherHauptspeicherkapazitätPreis / Monat
PHP-FriendsIntel Xeon E5-2620v2 2 Vcores6 GB250 GB13,99 €
StratoAMD Opteron 13814×2,5 GHz4 GB2×500 GB29 €
1&1„AMD Quad Core“4×2,1 GHz4 GB DDR22×750 GB29,99 €
Server4YouAMD Athlon X2 2×1,8 GHz4 GB2×320 GB18,99 €
Netcups2 vCores6 GB240 GB + 120 GB SSD7,49 €

Im nächsten Segment treten Pakete mit 16 GB RAM gegeneinander an. Lassen Sie sich von CPU-Spezifikation mit „4 Kernen“ nicht abschrecken. Diese Server sind in der Regel zwar dediziert, dafür aber dennoch meist virtualisiert. Der Anbieter hat also nichts zu verstecken, sondern es gibt einfach keine  Modellbezeichnung für die virtuelle CPU.

AnbieterCPUArbeitsspeicherHauptspeicherkapazitätPreis / Monat
StratoIntel Xeon E3-1230v24x3,3 GHz16 GB2×2 TB59 €
Webtropia4 vCores16 GB2×1 TB + 2x 120 GB SSD23,99€
PHP-Friendsintel Xeon E5-2620v2 6 vCores16 GB700 GB29,99 €
1&1AMT Opteron 4274 HE 8×2,6GHz16 GB2×1,5 TB39,99 €
NGZ-ServerIntel Core i7-2600k16 GB1 TB + 120 GB SSD (scheinbar kein RAID 1)49 €
Server4YouAMD Athlon II X4 4×2,3 GHz16 GB2×1,5 TB35,99 €
HostedEurope4 vCores18 GB2×1 TB49,00 €
Alfahosting4vCoresx2,4 GHz16 GB2x1TB59,99 €
Netcups8 vCores24 GB640 GB  + 320 GB SSD23,89 €

Zu guter letzt den Bereich mit 32 GB RAM. Größere Systeme, die im Enterprise-Bereich liegen würden, teste ich hier nicht, da hier eine detailliertere Analyse notwendig wäre, um „den Kunden“ zufriedenzustellen. Der hier beschriebene Vergleich ist eher der quick and dirty way.

AnbieterCPUArbeitsspeicherHauptspeicherkapazitätPreis / Monat
StratoIntel Xeon E3-1230v3 4×3,3 GHz32 GB2×2 TB79 €
Webtropia12 vCores36 GB3x1TB + 3×120 GB SSD59,99
1&1AMD Opteron 12 vCoresx2,3 GHz32 GB2×2 TB59,99 €
Hetznerintel Core i7-4770 Quad Core32 GB2×2 TB50,23 €
NGZ-Serverintel Core i7 4790k32 GB2×120 GB SSD79 €
HostedEurope6 vCores32 GB2×1 TB69€
Alfahosting4×2,4 GHz32 GB2×2 TB69,99 €

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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