SAP-Berater-Karriere: kurz erklärt

(Last Updated On: 10. Januar 2015)

In diesem Post werde ich auf die Frage von vielen Lesern eingehen, wie man eine Karriere in SAP startet und sie am besten wählt.

SAP-Berater sind in der Regel IT-Experten mit mehreren Jahren Erfahrung. Es ist in der Regel sehr schwierig, als Quereinsteiger als SAP-Berater einzusteigen, aber nicht unmöglich. Mein Vater beispielsweise hat seine Zertifizierung zusammen mit einem Metzgermeister gemacht – dieser hat sich aber entsprechend in die Materie reingekniet.

Am Anfang einer SAP-Karriere steht in der Regel immer die Ausbildung. Es ist dabei unbedingt darauf zu achten, dass eine Zertifizierung stattfindet. Denn die Kunden achten später darauf, ob eine zertifizierung existiert oder nicht.

SAP-Ausbildungen und die Zertifizierungsprüfungen sind sowohl vom Stoff her, als auch finanziell gesehen kein Zuckerschlecken. Grundsätzlich kann man sich selbst zu SAP Trainings anmelden, in meinem Raum, in Niederbayern, bietet beispielsweise das Institut für angewandte Logistik (IAL) solche Trainings an. Allgemein kann man sich auf training.sap.com die SAP-Trainings ansehen – dort werden einem dann auch passende Standorte und Bildungsträger vorgeschlagen.

Man kann eine SAP-Ausbildung selbst bezahlen. Das wird allerdings recht teurer. Eine Ausbildung als SAP-Berater, gleich welchen Zweig man wählt, mit Training und zertifizierung, dotiert meistens im fünfstelligen Bereich.

Viele wählen daher den Weg, sich die Ausbildung entweder fördern zu lassen (Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, Arbeitsamt, diverse Förderungsprogramme der Bundesländer), oder sich für ein Junior-Programm bei einem SAP-Beratungshaus zu bewerben. Gute Beratungshäuser zahlen nicht nur die Zertifizierung, sondern schicken den Junior auch auf die offiziellen SAP-Trainings. Bei unseriöseren Beratungshäusern ist es leider gängiger Brauch, den Trainee nur inhouse zu schulen und ihn bei der Zertifizierung dann ins kalte Wasser zu schubsen – sprich: der Trainee entscheidet selbst, ob er sich für die Zertifizierung bereit fühlt oder nicht, und meldet sich dann bei Bedarf an. Bis dahin wird er häufig für Inhouse-Projekte ohne Kundenkontakt verheizt, da er ja ohne Zertifizierung nicht wirklich bie einem Projekt gefragt ist.

Damit man von einem Unternehmen zu einem guten Junior-Programm mit SAP-Trainings angenommen wird, muss man ein gutes Bewerberprofil haben. .Deswegen sind SAP-Junioren häufig Uni-Absolventen der Wirtschaftsinformatik / Informatik oder Betriebswirtschaftslehre oder haben bereits mehrere Jahre Erfahrung im Umgang mit Enterprise-Technologien wie beispielsweise Enterprise-Datenbankmanagementsysteme, Serverbetriebssysteme usw.

Während der Ausbildung kann man in der Regel  mit einem Gehalt zwischen 40 000 und 50 000 Euro rechnen – je nach Stärke des eigenen Profils und der wirtschaftlichen Stärke des Unternehmens, bei welchem man sich bewirbt.

Das relativ hohe Einstiegsgehalt kommt in diesem Fall von der hohen Professionalität, die für die Betreuung von SAP-Produkten notwendig ist. Das ganze kommt natürlich mit einem Preis: Wer zu einem guten Einstiegsgehalt mit bezahlter ausbildung bie einem Junior-Programm einsteigen will, muss sich meist vertraglich für eine gewisse Mindestvertragslaufzeit an ein Unternehmen binden. Lässt man sich die Ausbildung hingegen fördern, ist man in der Regel vollkommen vogelfrei.

Nach der Zertifizierung sind je nach Reputation nach etwa drei bis fünf Jahren Gehälter zwischen 60 000 und 90 000 Euro möglich. Diese Gehaltserhöhung kommt dadurch zustande, dass im SAP-Umfeld vor allem fundiertes spezialwissen und Projekterfahrung mit Barem vergütet wird. Wer sich also eine gute Reputation aufbaut, kann hier schnell zum Erfolg kommen.

Grundsätzlich sind all diese hier vorgestellten Gehaltsvorstellungen in jedem Bereich der SAP-Beraterschaft möglich. Aber: Natürlich tendieren bestimmte Zweige, in denen die Nachfrage groß und das Angebot knapp ist, dazu, eher mit höheren GEhältern dotiert zu werden als Andere.

Besonders gefragt sind SAP Business Intelligence Experten mit spezialwissen in Business Objects oder Produktionsplanung.

Dann gibt es noch die Unterscheidung zwischen Inhouse-Berater und externem SAP-Berater: Inhouse-Berater werden bei einem Kunden, der SAP-Produkte in seinem Betrieb einsetzt, angestellt. Sie arbeiten dann für diesen SAP-Kunden und kümmern sich um die von diesem erworbenen Produkte und Systemlandschaften. Externe Berater sind entweder komplett eigenständig als Freiberufler/Freelancer tätig, oder sie sind bei einem SAP-Beratungshaus angestellt (Letzteres beispielsweise im Rahmen eines Junior-Programms). Externe Berater sind also als externe Mitarbeiter bei SAP-Kunden tätig und wechseln in der Regel im halbjährlichen- oder jährlichen Abstand den Kunden, für den sie arbeiten. Inhouse-Berater haben den Vorteil, dass Sie in der Regel immer an einem Standort verbleiben und nicht ständig herumreisen müssen, dafür sammeln sie weniger Projekterfahrung, was sich deutlich im Gehalt bemerkbar macht.

Bei den externen SAP-Beratern ist dann so, dass die Freiberufler / Freelancer, die komplett selbständig agieren, in der Regel mehr verdienen als diejenigen, die bie einem SAP-Beratungshaus arbeiten. Logisch: denn der Arbeitgeber möchte vom Honorar des SAP-Beraters auch etwas abhaben. Grundsätzlich ist eine Karriere in einem Beratungshaus aber auch erstrebenswert für diejenigen, die sich nicht komplett um alles selber kümmern wollen: Man hat in der regel von einem SAP-Beratungshaus während der vertragslaufzeit ein festes Gehalt – unabhängig davon, ob der Arbeitgeber ein Projekt für einen findet, oder ob gerade eine Flaute herrscht. Desweiteren ist das Unternehmen meist gegen Haftpflichtschäden gegenüber dem Kunden versichert, wenn mal etwas schiefgeht – diese absicherung müssen Freelancer hingegen meist selber treffen.

Desweiteren sind die Gehälter eines SAP-Beraters noch von der Branche abhängig, in der er beratet – unabhängig davon, ob er Inhouse oder als externer tätig ist. Denn unterschiedliche Branchen habven unterschiedlich komplexe Ansprüche an Ihre SAP-Systemlandschaft – je komplexere ide Ansprüche, desto besser das Honorar für denjenigen, der sich darum kümmert, das alles läuft.

Die höchsten Margen bieten in der regel Chemie- und Pharmakonzerne, gefolgt von Automobil-, Finanz- und Luxusgüterunternehmen.

Und leider ist es, wie in jedem Job so, dass man in den südlicheren Regionen Deutschlands in der Regel höhere Gehälter bezieht als im Norden und Osten.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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