Sprechen wir über IoT, Big Data und den Digital Core im SAP-Umfeld

(Last Updated On: 30. November 2016)

Im Zuge der aktuellen Entwicklungen rund um SAP HANA und S/4HANA ist Frage um die Zukunft und dem Zusammenhang der aktuellen Trends in Industrie 4.0, dem Internet of Things und Big Data im Zusammenhang mit der SAP-produktpalette immer lauter geworden. Dieser Beitrag soll ein Versuch sein, eine Brücke zu zwischen den Trends, vor denen großen Enterprises in diesem agilen Zeitalter der Wertschöpfung stehen, und der auf diese Problematiken zugeschnittenen SAP-Produktlandschaft zu schlagen.

Um gleich im Vorfeld ein wenig Wind aus den Segeln dieses Beitrags zu nehmen: Viele der hier geschilderten Entwicklungen sind bei vielen Enterprise-Unternehmen schon seit einer Dekade Gang und Gäbe, insbesondere im Bereich der Fortune 500. Die aktuellen Entwicklungen schildern nur den Zugriff dieser technischen Innovationen für die Masse der Großunternehmen, in Verbindung mit den Innovationen, die SAP zu bieten hat. Sie werden daher beim Lesen dieses Beitrags mitunter feststellen, dass nicht alles wirklich „Neuland“ ist, sondern sich nur die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf viele der hier geschilderten Szenarien verstärkt hat. Die ersten IoT-Geräte, die Bankautomaten, wurden beispielsweise schon im Jahr 1974 zum ersten mal aufgestellt. Das Buzzword IoT ist gerade deswegen ein Buzzword, weil in dieser Zeit gerade das Wachstum der IoT-Geräte in die Höhe schießt. Im Jahr 2016 haben wir ca. 6,4 Milliarden mit dem Internet verbundene Devices. Im Jahr 2020 rechnet man mit einem Anstieg auf 50 Milliarden.

Die Trends der modernen Industrie und dem Internet of Things

Schnelleres Analysieren anhand von Echtzeitdaten

Sensordaten sowie das Verhalten von Usern im Frontend beliebiger Desktop- und Webanwendungen lässt sich mit den heutigen Technologien in Echtzeit prozessieren. Jedoch ist mit der Möglichkeit zur schnellen digitalen Verarbeitung der Daten noch kein Benefit gewonnen, sofern der davor sitzende Mensch diese Daten dadurch nicht schneller auswerten und auf darauf aufbauen Entscheidungen treffen kann.

Deswegen braucht man schnelle und mächtige Tools zur Analyse der vorliegenden Daten. Der aktuelle Trend geht hier zu agilen Frontend-Technologien, bei denen das schnelle Erstellen aussagekräftiger Dashboards im Vordergrund steht. Zahlenwerte müssen schnellstens in ein Diagramm überführt werden können, in welchem die Kernaussage einer Problematik sofort sichtbar wird.

Und nicht nur klassische Analysewerkzeuge wie diagrammgestützte Dashboards sind nun wichtig. Auch die „neuen Formen der Daten“ müssen berücksichtigt werden, insbesondere

  • Textdaten. Text muss nun nicht nur über klassische Suchmaschinenmuster hinaus analysiert werden können. Wichtige Enabler in dieser Kategorie sind das Keywording, OCR-Texterkennung, dynamische Abfragen auf Datenbank (bspw. durch AJAX) u. v. m. Caching Instrumente für Suchmaschinenabfragen wie beispielsweise durch die SAP HANA Enterprise Search werden immer wichtiger werden.
  • Sprache. Sprachdaten müssen analysiert und durchsuchbar formatiert werden können. Konferenzgespräche, Notizen u. v. m. muss durch Text-Suchwörter greifbar gemacht werden
  • Geo Spatial Analyse. Daten müssen GPS-Koordinaten zugeordnet und auf übersichtlichen Karten dargestellt werden können. Die besondere Herausforderung hier ist eine detaillierte Auflösung, so dass Daten feine Unterschiede in den Landschaftsdaten aufzeigen können. Dies wiederum bedeutet, dass sehr viele Einzelwerte für die feinen Gitternetzpunkte auf einmal zur Verfügung stehen müssen, damit das Rendering der Karte nicht ewig dauert.
  • Live-Graphen-Analyse. Mathematische Funktionen auf Graphen müssen sofort und automatisiert angewendet werden.
  • Daten-Streaming. Echtzeitdaten, beispielsweise von den Sensoren einer Windkraftanlage, müssen in Echtzeit gefiltert und auf verschiedene Interessenten (beispielsweise Windparkbetreiber, Turbinenhersteller) verteilt werden können.

Schnelles Deployen von Lösungen und Anwendungen

Wer schnell analysiert, muss auch schnell reagieren können. Wer anhand seiner Analysetools heute eine Marktlücke findet, richtige Zeitpunkte zum Investieren oder Chancen zum Fortkommen sieht oder wittert, muss schnell entsprechende Maßnahmen ergreifen können. Und in unserem heutigen Zeitalter sind viele dieser Maßnahmen digital. Konkret müssen häufig IT-Systeme und Online-Services implementiert werden, um einen konkreten Business Case, den man erwarbeitet hat, nach vorne zu bringen. Dies wiederum stellt hohe Anforderungen an die Deploymentgeschwindigkeit solcher Services. Ein einfaches Beispiel wäre, dass es heute zu einem neuen Produkt auf dem Markt binnen Stunden einen passenden Online-Shop dazu gibt. Wer dort der erste ist, erreicht rasch eine kritische Nutzerzahl, welche die nachkommende Konkurrenz häufig in das Aus buchsiert. Denn gerade im Internet gilt das Prinzip: The Winner takes it all. Heißt wenn Sie auf Dauer eine Führerposition im Online Markt halten, gehört Ihnen auf lange Sicht der gesamte Markt.

Schnelles Skalieren

Doch bringt es nichts, eine IT-Dienstleistung schnell deployen zu können, wenn nach 4 Monaten Betrieb der Service derart beliebt geworden ist, dass Hardware und Software die steigende Nachfrage nicht mehr befriedigen können und in die Knie gehen. Gerade jetzt, wo das Datenvolumen und das Nutzeraufkommen steigt, muss der IT-Service gerade umso besser laufen. Das Skalieren von Hard- und Software bei steigendem Konsum eines IT-Services muss daher rasch und „On-Demand“ erfolgen können.

Viele sehen die Cloud als Lösung für dieses Problem, denn beim Auslagern Ihrer Systeme in die Cloud sind Sie selbst im Zweifel nur noch zuständig für das rechtzeitige Buchen des nächsthöheren Servicepaketes und zumndest die hardwareseitigen Schritte erledigt dann der Dienstleister für Sie vollautomatisch. Dies beschleunigt bei richtiger Anwendung den Entwicklungsprozess, da somit ein kollaboratives Arbeiten ähnlich aktueller Trends in der Softwareentwicklung möglich wird, denn es alle Ingenieure arbeiten in einem zentralen Repository an den dort bereitgestellten Medien.

Always-On Konnektivität

Sie kennen es vielleicht schon selber als Besitzer eines Smartphones: Heutzutage merken Sie es sofort, wenn Sie keine Konnektivität zu mobilen Hochgeschwindigkeitsdatennetzen wie LTE oder einem lokalen WiFi-Hotspot haben. Sofort verlieren Sie den Zugang zu aktuellen Karteninformationen in Google Maps, zu Ihren E-Mails, Instant Messengern – und mitunter auch zu wichtigen Informationen, die gerade jetzt in diesem Moment gebraucht werden. Sie müssen eine Zahlung abschließen, haben aber keine Verbindung zu Paypal? Sie haben sich verfahren und müssen wieder zurückfinden, Google Maps lädt allerdings gerade keine Karteninformationen?

Das heißt in unserer heutigen Zeit haben wir einen Bedarf an Daten, ver ständig befriedigt werden muss. Und wenn es Ihnen als Privatmann schon auffällt, dann denken Sie nur mal an ein großes Business mit dem Tausendfachen Ihres privaten Datenvolumens.

Deswegen wird ein wichtiges Feld im Industrie 4.0 Zeitalter die Bereitstellung hochbreitbandiger Netze und die Hochverfügbarkeit digitaler Daten sein.  Dabei ist nicht nur die Hochverfügbarkeit von Serveranlagen und Netzwerken gemeint, sondern auch die Hochverfügbarkeit von Daten aus den Sensoren wichtiger Industrieanlagen. Turbinen, Motoren, Wetterstationen, Windkraftanlagen oder das Fahrzeug, hinter welchem Sie am Steuer sitzen: Alle diese Geräte haben wertvolle Informationen intus, die jederzeit verfügbar sein müssen und deren Daten auch über entsprehcende Wege transportiert werden müssen. Das heißt Sie brauchen nicht nur eine höhere Verfügbarkeit in der Erhebung dieser wichtigen Daten (beispielsweise durch eine redundante Sensortechnik), sondern auch eine Hochverfügbarkeit im Transport dieser Daten. Dabei ist es wichtig, zu streuen – sowohl örtlich als auch technologisch. Fällt eine gewisse Technologie wie beispielsweise WiFi aus, macht es soweit möglich Sinn, eine zweite Technologie zur Übertragung in der Hinterhand zu haben, die einen anderen Standard verwendet.

Doch dieses Prinzip der Always-On Konnektivität bedeutet auch, dass Services auch nicht nur vor Störungen, sondern auch vor geplanten Downtimes, beispielsweise aufgrund von Software-Upgrades, gehütet werden müssen. Soll heißen: Heutige Technologien müssen es ermöglichen, dass IT-Dienstleistungen und Datenverarbeitungen fortgesetzt werden können, auch wenn Teile der dort beteiligten technischen Komponenten gerade gewartet werden. Kurz gesagt: Es muss eine störungsfreie Business Continuity garantiert werden. Die von Ihnen eingesetzten Lösungen müssen eine Near Zero Downtime Maintenance (nZDM) bieten. Hier ist nicht nur ein Umdenken auf Hardwareseite, sondern vor allem auf Softwareseite nötig. Betriebssysteme, Datenbanksysteme und Applikationen müssen auf einmal einen Mechanismus intus haben, der eine solche störungsfreie Wartung ermöglichen soll.

Im SAP-Umfeld sind hier wichtige Enabler beispielsweise die redundante Ausrichtung von Datenbanken und Applikationsservern, etwa durch die SAP HANA Systemreplication und einem Replicated Enqueue Server. Damit ist es beispielsweise möglich, die Softwarekomponenten von Betriebssystem, Datenbank und SAP-Kernel zu patchen, ohne dadurch eine Downtime zu verursachen. Nichtsdestotrotz müssen SAP Systeme beispielsweise immer noch auf Basis ihrer Softwarekomponenten gewartet werden, was bisher eine Downtime zur Folge hatte. Diesem Trend der zwanghaften technischen Downtime wirkt die SAP mit der Zero Downtime Option des Software Update Managers hingegen. Hier muss jedoch ein gut durchdachter Planungsprozess und eine auf Erfahrungen basierende Beratung stattfinden, denn es muss im Zweifel der Fälle auch möglich sein, ohne einen entsprechenden Datenverlust auf den alten Release zurückzuspringen, wenn im neuen Release die erwartete Funktionalität nicht mehr gegeben ist.

Mit dieser Always-On Mentalität wird das Verlangen nach hochbreitbandigem Internetzugang immer dringender. Vor allem im IoT-Umfeld werden viele Geräte drahtlos in das öffentliche Internet angebunden werden, weshalb alle Welt der IoT ihre Augen auf die Entwicklung der 5G-Technologie richtet. Für Sie als Unternehmer bedeutet dies, dass Sie sich schon jetzt Gedanken über die geografische Planung von Produktions- und Wartungsstätten machen müssen. Denn Sie sollten bevorzugt in Regionen investieren, bei denen die kabelgebundene und vor allen Dingen mobile Internetanbindung rosig aussieht, also 4G bzw. LTE bereits jetzt großflächig vorhanden und eine technologiefreundliche Politik.

Nur mal ein paar Zahlen zum Vergleich: Im Jahr 2012 waren nur ca. 10% aller Automobile mit dem Internet verbunden. Im Jahr 2020 sollen es rund 90 % aller Automobile sein (etwas schön gerechnet, da man davon ausgeht, dass viele Fahrzeuge nicht mehr als 7 Jahre gefahren werden, aber man versteht die Aussage dahinter).

Schnelles Entwickeln

Und nicht nur in der Anwendungs- und Oberflächenentwicklung, sondern nicht zuletzt im Ingenieurswesen muss man nun einen Zahn zulegen.

Die SAP steigt in diesen Markt mit ihrem Engineering Control Center Addon (ECTR) ein, mit dessen Hilfe es möglich ist, Medien strukturiert abzulegen und zu nutzen. So ist es im Gegensatz zu einem klassischen Content Server also nicht nur möglich CAx-Daten abzulegen, sondern sie auch etwa dreidimensional innerhalb des Systems zu betrachten, ohne sich das Medium zuvor herunterzuladen und in einem dedizierten CAx-Programm öffnen zu müssen. Wichtig ist hierbei auch zu verstehen, dass sich auch die Vielfalt der Formate geändert hat. Viele Probleme, die früher etwa ausschließlich durch CNC-Fräsung gelöst werden konnten, können seit geraumer Zeit auch durch 3D-Druck angegangen werden. Daher ist es wichtig, hier eine Plattform zu finden, die mit all diesen Formaten umgehen kann, um entsprechend flexibel zu bleiben.

Augmented Reality

Augmented Reality ist mit Pokemon Go und anderen Lösungen mittlerweile auch schon in den Gedanken des Consumer Markets angekommen. Doch im konkreten IoT-Umfeld ist Augmented Reality noch viel wichtiger. Augmented Reality ist die Chance für große Businesses, alltägliche Lösungen zu digitalisieren und diese Problemstellungen somit mit digitalen Mitteln zu lösen.

Beispielsweise können mit Augmented Reality automatisch Warenabgänge aus einem Lagerregal verfolgt und dokumentiert werden. Oder nach einer Gerätewartung ermittelt die digitale Brille eines Wartungstechnikers automatisch die dazu erforderlichen Betriebsmittel, die dafür verwendet wurden, und bestellt diese erforderlichenfalls nach. Für Kollegen können digitale Hinweisschilder hinterlassen werden, die auf Gefahren hinwiesen, ohne das entsprechende Schildermaterial vor Ort haben zu müssen.

Zunehmende Automatisierung und Innovation

 

Ein gutes Beispiel, welches im Bereich Material Management stark im kommen ist, ist eine sogenannte Real Time Inventarisierung. Das heißt über RFID-Chips, Google Glasses und anderen modernen Devices udn Sensoren ist es möglich, in Echtzeit den Zu- und Abgang von Material in und aus dem Lager zu messen und darauf basierend sofort nachzubestellen.

Automatisierung wird wichtiger denn je, denn Ihr Unternehmen muss schnell arbeiten und auf den Wogen der Zeit bleiben. Das heißt auch, dass Ihr Personal und Ihr Management mehr Zeit für Innovation investieren müssen und weniger Zeit mit dem Alltaggeschäft verbringen müssen. Während Unternehmen früher rund 3/4 ihres Aufwands dem Regelbetrieb gewidmet haben, wird sich dieses Verhältnis in Zukunft umkehren. Sie werden 3/4 Ihrer Zeit mit der Innovation Ihres Business verbringen und nur noch 1/4 mit der Aufrechterhaltung des Regelbetriebes. Dies funktioniert nur mit zunehmender Automatisierung und flüssigen Geschäftsprozessen.

Digital Core und Digital Edge

Als Buzzword in Verbindung mit IoT und Industrie 4.0 stoßen Sie desöfteren auf den Begriff „The Digital Core“. Dahinter verbirgt sich gnerell einfach nur die Aussage, dass immer mehr manuelle Prozesse in die digitale Welt verlagert werden. Ein gängiges Beispiel hierfür ist die zunehmende Einführung des papierlosen Büros.  Die SAP definiert ihr Produkt SAP S/4HANA als Kernprodukt in dieser Digitalisierung. Das heißt S/4HANA steht als Enabler im Mittelpunkt und vernetzt sich dann mit anderen Softwarelösungen „on the edge“, also am Rand des Digital Cores, egal ob vom selben Hersteller oder von Drittanbietern, egal ob in der Cloud oder On-Premise. An diesem Rand befinden sich dann Services wie beispielsweise ein zentralisiertes Human Capital Management, Vendor Management u. A.  Was bedeutet dies nun konkret?

  • Zunehmende Digitalisierung der Produkte und Services, die ein Unternehmen anbietet. Ein gutes Beispiel wäre etwa die Digitalisierung der Dienstleistung einer Taxifahrt durch Smartphone Apps wie uber oder MyTaxi. Aber damit ist auch vor allem gemeint, den eigenen Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, von jedem Ort der Welt aus und zu jeder Zeit Business zu machen und Geschäfte abzuschließen. Dies setzt wiederum voraus, dass wichtige Dokumente, Informationen und Daten auch jederzeit und an jedem Ort an diesen Mitarbeiter ausgeliefert werden können und dass der Mitarbeiter auch von überall mit seinen Geschäftspartnern in Beziehung steht.
  • Smart Business. Ein Buzz Word welches in etwa die gleiche Bedeutung teilt wie Smartphone, Smart Home usw. Hier geht es kurz gesagt um die zunehmende Automatisierung von Geschäftsprozessen durch intelligente, digitale Prozesse und das Bereitstellen intelligenter Daten, welche das Business einfacher machen.
  • Integrated Business. Dieser Begriff sagt aus, dass heutzutage das Business durch diverse Schnittstellen mit all seinen Geschäftspartnern, also Lieferanten, Kunden, Beratungsunternehmen usw. in Verbindung steht. Typische neue Produkte der SAP in dieser Richtung sind beispielsweise Ariba und Fieldglass, aber auch die  altbekannten Produkte wie SAP CRM, SRM usw.
  • Data enrichment. Daten haben eine immer bessere aussagekraft. Das merken Sie auch im Consumer Market, also im Privatsektor. Wo Sie sich im Urlaub früher noch Notizen machen konnten, was Sie eigentlich gerade fotografiert haben, sucht ihre Smart Kamera schon anhand der GPS-Daten heraus, welches Objekt das gerade ist, welches sie vor die Linse gepackt haben, und fügt dies in der Fotodatei gleich hinzu. Diese gesamte Entwicklung zieht sich durch die gesamte Businesswelt. Mit jeder Aktion, die sie im Unternehmen heute vollziehen, erstellen Sie immer mehr und mehr aussagekräftige Daten. Diese Daten müssen schnell verarbeitet, gefiltert, verteilt und analysiert werden. Grundsätzlich ist hierfür also das gesamte Data Managemnet Portfolio der SAP richtungsweisend, namentlich Datenbanken wie SAP HANA, SAP ASE und Sybase iQ, Integrationstechnologien wie der Event Stream Processor (ESP), der SAP LT Replication Server (SLT), SQL Anywhere und viele andere richtungsweisende Technologien in diesem Bereich.
  • People. Mehr und mehr geht es beim Geschäftemachen um die Leute, die dahinter stecken. Das hat auch das Business erkannt. Beispielsweise geht es im Personalwesen mehr und mehr um die Zufriedenheit und die Effektivität der Mitarbeiter. So hat sich auch der Begriff hin zu Human Capital Management gewandert. Man beurteilt Mitarbeiter nun weniger nach „technischen Parametern“, sondern mehr und mehr nach ihren Talenten und ihrer Persönlichkeit. Auch die SAP hat dies in ihrer Produktpalette erkannt und nennt beispielsweise ihre Cloud-Lösung für das zentralisierte Human Capital Management „SAP SuccessFactors“, weil die Mitarbeiter einen wichtigen Erfolgsfaktor des Unternehmens ausmachen. Das heißt auch in der Produktgestaltung spricht man nicht mehr von „Ressourcen“, sondern man betont den Menschbezug dieser Richtung. Und auch bei der Softwareentwicklung müssen Sie mehr und mehr an Ihre Endanwender denken. Es reicht nicht mehr, mit einer Software ein Problem lösen zu können. Es muss zusätzlich auch bequem sein und den Endanwendern gefallen. Beispiel: Wenn ich heute mit uber in ein Taxi steige, lasse ich am Fahrtende mein Smartphone einfach in der Hosentasche und steige aus. Die Zahlung erfolgt automatisch. Beim Konkurrenten myTaxi muss mir der Taxifahrer Daten hin und her schicken und sitze noch zwei Minuten auf dem Beifahrersitz, bis ich gehen kann. Die Frage, welche App ich in Zukunft benutzen werde, wenn ich die Wahl habe, ist hier sehr schnell beantwortet. Das heißt egal ob es um Ihre Mitarbeiter, Kunden, Berater oder Partner geht:  Der Fokus verschiebt sich von der versachlichten Ansicht zurück auf das Menschliche und auf das Verstehen von menschlichem Verhalten. Aus diesem Grund wird auch Augmented Reality ein wichtiger Faktor im IoT und in der Industrie 4.0 werden.Das sieht man auch in der Art und Weise, wie User ihre Anwendungen in Zukunft nutzen wollen. Viele wollen eine personalisierte Erfahrung haben, also beispielsweise auch nur das sehen, was für den eigenen Arbeitsalltag interessant ist, nicht mit einem „Overhead“ arbeiten müssen. Die Benutzeroberfläche muss anpassbar sein, sie ist bestenfalls für den Browser ausgelegt (das heißt der User muss keine Software installieren, hat sofort Zugriff zum Dienst). Sie nutzt aktuelle Web 2.0 Trends wie Vorschlagswerte in Suchfeldern, JavaScript-Animationen, Live-Aktualisierung von Daten u. v. m.
  • beschleunigte Prozesse. Durch die Digitalisierung laufen betriebswirtschaftliche Prozesse, die früher länger gedauert haben, nun schneller ab. Typische Stichwörter, die sie in diesem Zusammenhang hören werden sind etwa Procure to Pay (von der Beschaffung bis zur Bezahlung), Plan to Product und Order to Cash, Available to Promise. im Grunde geht es darum, die Time To Value zu verkürzen, das heißt die Zeit die vergeht, bis man selbst aus den eigenen Früchten schöpfen kann, ist nun geringer.

Wie muss sich die Organisation Ihres Unternehmens ändern?

IT Security wird wichtiger denn je

Da Sie nun mehr und mehr Daten über öffentliche Übertragungsmedien versenden und teilweise dann auch in der Cloud verarbeiten werden, wird IT Security wichtiger als jemals zuvor. Ohne eine solide, hochprofessionelle IT Security können Sie die Innovationen schlicht und einfach nicht mitgehen. Haben Sie sich früher vielleicht nur Gedanken um die Sicherheit Ihrer internen Netzwerke, der Arbeitsplätze und Serveranlagen gemacht, müssen Sie nun auch verstärkt die Sicherheit öffentlicher Übertragungsmedien, Ihrer Sensortechnik und der von Ihnen genutzten Cloud-Services machen. So komplex wie jetzt war IT Security noch nie, denn Ihre Daten müssen nun rund um die Uhr von überall erreichbar sein – und sind damit im gleichen Schritt aber auch verwundbar. In diesem Sinn macht es daher auch Sinn, sich Gedanken sich über eine Isolation der Daten zu machen und verschiedene Sicherheitszonen einzurichten.

Geschäftsprozesse werden zum internen Dienstleistungsservice

Ihre Geschäftsprozesse werden zunehmend automatisiert und müssen genau wie Ihr Business eine Always-On Konnektivität erreichen können. Dies bedeutet zuenhmend, dass Sie Ihre Geschäftsprozesse in Zukunft wie ein technisches IT-System monitoren müssen. Fällt ein Automatisierungsprozess oder eine daran beteiligte technische Komponente aus, muss dieser Ausfall binnen geringer Zeit kompensiert werden können. Auf einmal müssen sich ganze Geschäftsprozesse mit einer Definition der Hochverfügbarkeit auseinandersetzen, die man früher nur rein auf IT-Systeme angewandt hat. Doch nun sind mehr Komponenten an dieser Verfügbarkeit beteiligt, nicht nur IT-Systeme, sondern auch Sensortechnologie, Know-How in Form von Human Capital und andere wesentliche Erfolgsfaktoren. Alle diese Erfolgsfaktoren müssen gemonitored, vernetzt und verfügbar gehalten werden.

Agiles Projekt- und Produktmanagement

Businesses agieren heute 5-10 x schneller als sie es zuvor in den letzten 5 Jahren getan haben.

Da nun all ihre Prozesse beschleunigt werden, muss sich auch das Management Ihrer internen und externen Projekte beschleunigen. Dies führt auch dazu, dass Sie nun härter entscheiden müssen, welche Projekte Sie letztendlich durchführen wollen (Portfolio Management).

Sie merken es auch als Privatanwender: Produkte entwickeln sich heute wesentlich schneller als früher. Jedes Jahr können Sie eine neue Variante Ihres bevorzugten Smarthpone-Modells kaufen, Produkte lassen sich heutzutage über den Faktor „Farbe“ hinaus personalisieren. Auch das Produktmanagement wird schneller. Und wir alle wissen: Heutzutage sind Produkte nicht immer etwas zum Anfassen. Deswegen erlaubt beispielsweise das SAP PLM auch das Managen von Embedded Software innerhalb der Lösung.

Was sind die wichtigsten IT-Technologien im Zusammenhang mit IoT und Big Data im SAP-Umfeld?

IoT Connectivity

Natürlich müssen IoT-Devices irgendwie untereinander verbunden werden bzw. die Daten der Things zu einer persistierenden Schicht für die anschließende Analyse transportiert werden. Wichtige Enabler in diesem Bereich sind TelitOSISoft PISAP HANA Smart Data Streaming,

Software-Entwicklung

Besonders in der Entwicklung für die SAP HANA Advanced Runtime sind die wichtigsten Technologien in Ihrem Umfeld JavaScript-Frameworks, primär Node.js (aus meiner Sicht für SAP-Webentwickler ein absoluter Must Have Skill in Zukunft)aber auf Wunsch auch andere Frameworks wie AngularJS oder reactJS. Fragwürdig ist derzeit noch, wie gut der Markt das SAP-eigene Framework SAPUI5 annehmen wird. Grundsätzlich bietet es sich an, als Startup ohne JavaScript-Vorkenntnisse gleich auf den SAPUI5-Zug aufzuspringen. Jedoch werden viele Unternehmen, wie produktübergreifend entwickeln, also nicht nur für das SAP-Umfeld, SAPUI5 unter Umständen nicht adaptieren. Allgemein wird es sehr wichtig sein, typische Web 2.0-Technologien zu verstehen, darunter allen voran HTML5, jQuery sowie objektorientiertes CSS 3. Mit dem HANA Cloud Connector wird es möglich sein, Webanwendungen auch auf eigenen bestehenden Frameworks, die beispielsweise mit PHP, Java oder Ruby on Rails geschrieben wurden, zu arbeiten, und die HANA Cloud Plattform lediglich als Caching Engine für die zu verarbeitenden Daten zu verwenden (Bring Your Own Language – BYOL).

Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung von OData-Services werden, wobei hier häufig auch jQuery ins Spiel kommt.

In Zusammenhang mit der Fiori User Experience (Fiori UX) werden jedoch nicht nur Webanwendungen, sondern auch Smartphone-Apps ins Rollen kommen. Die SAP arbeitet hierbei aktuell ausschließlich mit Apple zusammen, weshalb Swift-Programmierung in Zukunft auch in der SAP-Produktsparte eine große Rolle spielen wird, insbesondere weil SAP mit SAP Fiori 2.0 for iOS ein Framework angekündigt hat, welches es Swift-Entwicklern erleichtern soll, das Fiori Look & Feel in Ihre Apps zu integrieren.

Natürlich ist ABAP auch weiterhin nicht tot. Gerade im Hinblick auf die Anpassung des Customer Codings auf SAP S/4HANA als Vorbereitung für eine System Conversion und die Umstellungen des Codings im Zuge einer Datenbankmigration auf SAP HANA im Allgemeinen ist hier eine Auffrischung des ABAP-Know Hows wichtiger denn je. Mit dem Ziel, mehr und mehr Verarbeitungszeit vom Applikationsserver auf die SAP HANA Datenbank auszulagern, wird eine Umstellung von intensiven Rechenoperationen von ABAP auf das HANA-interne SQLScript wichtig werden.

Agile Vorgehensmodelle in der Entwicklung werden ab sofort notwendig werden, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Darunter gehören nicht nur passende Management-Frameworks wie SCRUM und PRINCE2, sondern auch die passenden Software-Tools wie Maven als Projektmanagementtool, Git/GitHub als Versionskontrollverwaltung, Bug Tracking Systeme,  Code Collaboration Tools wie Gerrit sowie ein agiles Testmanagement über den SAP Solution Manager, browser-driven tests über Selenium und viele Andere wichtige Faktoren in diesem Bereich. Auch wenn Sie Ihre Anwendungen nach wie vor mit desktopgestützten IDEs wie Eclipse entwickeln können, bietet Ihnen die SAP WebIDE eine zentralisierte, webgestützte Option, die durchaus das Potential bringt, den Entwicklungsprozess zu beschleunigen, da hier bereits wichtige Features wie Debug-Support, Testmanagement, Git Unterstützung, Prototyping, verschlüsselter und sicherer Zugriff nativ mit gebracht werden.

Integration & Data Management

Was die Integration und die Verarbeitung von IoT-Datenströmen betrifft, führt derzeit kein Weg an Apache Hadoop und Apache Spark vorbei. Während sich Hadoop um die verteilte Ablage von Daten kümmert, ist Spark für die verteilte Cluster-Verarbeitung unstrukturierter Daten zuständig. Die Daten für Apache Spark kommen dabei oft nicht von einem relatonalen Datenbankmanagementsystem wie SAP HANA, sondern von einem unstrukturierten wide-column Store wie Apache Cassandra. Sie können jedoch die beiden Produkte auch unabhängig voneinander verwenden. Als Query-Interface für Hadoop werden Sie an Apache Hive nicht vorbei kommen, HFDS und MapReduce werden vor allem die Technologie-Teams Ihrer IT beschäftigen. Integratoinstechnisch wird hier vor allem SAP HANA Vora ein große Rolle spielen. Ebenfalls soll es künftig eine Smart Data Access Integration in Hadoop geben.

Bisher schon beinahe vernachlässigt wurden Multi Tier Storage Systeme. Diese werden ab einer gewissen Datenmenge hingegen wieder unverzichtbar. SAP HANA Dynamic Tiering ist hier ein Schlagwort, welches einen wichtigen Stellenwert in deren Gestaltung einnehmen wird. Gerade deshalb, weil zukünftig auch HANA System Replication- und Delta Backup-Features in diese Technologie einfließen werden. Hierbei wird sogenannte Cold Data, beispieölsweise ausgelaufene Verträge, abgeschlossene Lieferungen und alte finanzielle Transkationen, auf einen Near line Storage wie beispielsweise Sybase iQ ausgelagert. Warm Data, wie beispielsweise schreiboptimierte DSOs, werden it Hilfe von SAP HANA Dynamic Tiering vom Laden in den Hauptspeicher abgehalten, sodass diese Daten explizit von der Festplatte bzw. vom SEkundärspeicher abgefragt werden. Außerdem passieren Schreibvorgänge auf diese warmen Tabellen direkt auf die festplatte, das heißt auch hier wird der schreibvorgang nicht erst umständlich über den arbeitsspeicher vollzogen. Diese „warmen“ Tabellen werden auch extended tables genannt.

Auch wenn SAP HANA nun seine eigenen Modelling Werkzeuge mitbringt: Besonders große Enterprises kommen auch weiterhin um SAP BW nicht herum. Im Gegenteil: Sie brauchen die mächtigen Werkzeuge von Business Warehouse nun mehr denn je, gerade bei großen Datenmengen. In diesem Zuge wird die Replikation von Daten von und nach SAP BW immer wichtiger. Hierbei bilden sich aktuell als wichtige Enabler in diesem Bereich die Smart Data Integration sowie der altbekannte SAP LT Replication Server (SLT) heraus.

Eine wichtige Rolle in der Filterung unstrukturierter Datenströme wird, mit einem entsprechend starkem und agilem Entwicklerteam im Hintergrund, der SAP Event Stream Processor (SAP ESP) oder Apache Kafka spielen.

Nicht nur wird es möglich sein, Daten zentralsiiert von einer SAP HANA Datenbank abzufragen, sondern Daten werden auch bidirektional von der zentralen Datenbanken auf ausgelagerte Datenbanken synchronisiert werden, beispielsweise um Außendienstmitarbeiter oder Management-Personal Off the Grid mit aktuellen Daten zu versorge. So wird es beispielsweise möglich sein, Über den HANA Remote Data Sync Service (HANA RDSync) die Daten einer zentralisierten HANA-Instanz auf lokale SQL Anywhere oder UltraLite Datenbanken zu synchronisieren, welche die Daten auf den Mobile Devices mit wenig Arbeitsspeicherkapazität vorhalten können.

Betriebssysteme

Was die Betriebssysteme im SAP Umfeld betrifft, gerät die Windows-Welt immer mehr und mehr in den Hintergrund. Die beiden Enterprise Linux Distributionen Red Hat Linux sowie SuSE Linux Enterprise Server werden den Markt beherrschen, egal ob auf Intel- oder Power-Architektur.

Security

Mit Smart Data Integration werden asymmetrische Verschlüsselungsverfahren wie PGP Einzug  in die Datenintegration erhalten.

Was Single Sign-On betrifft, so wird Kerberos immer besser in die HANA-infrastruktur integriert werden. Für Web-Frontends werden jedoch X.509 und SAML weiterhin die bestimmtenden Faktoren sein. Multi Factor Authentication wird mit SAP SSO 3.0 nun nicht nur für iOS Devices, sondern auch für Android und Windows Phone verfügbar sein.

Business Analytics

Im operationalen Reporting werden die Reportingfunktionalitäten des SAP Fiori Launchpads und von SAP HANA Live bestimmend sein. Kunden der BOBJ Cloud kommen außerdem in den Genuss des sogenannten Digital Boardrooms, einer vorgefertigten Lösung zur Analyse operationaler Echtzeitdaten aus den verschiedenen OLTP-Systemen in der Systemlandschaft des Kunden. Gerade letzteres ist für das operationale Echtzeitreporting gedacht.  SAP HANA Live unterstützt den direkten Zugriff auf ERP Daten  innerhalb von SAP HANA über virtuelle Datenmodelle. Business Analytics Anwender brauchen nur noch Benutzer auf HANA Ebene und nicht im ECC System selbst. in HANA Live können dann custom Reports für diese Daten geschrieben werden. Da die Daten in SAP HANA nicht über die Security-Mechanismen des ECC-Systems geschützut werden, uss für HANA Live ein gesonderter Sicherheitslayer durch das SAP HANA Live Authroization Assistant Tool implementiert werden. Da Sie nun auch direkt auf der HANA arbeiten, ist es wichtig, dass Sie wie in den SAP Applikationssystemen ein Change Management über das CTS+ Transportsystem implementieren. Dadurch entwickeln, testen und nutzen Sie die HANA-Objekte in einer kontrollierten Art und Weise. Anstatt wie in einem SAP Applikationssystem Transportaufträge zu generieren, werden in SAP HANA sogenannte Delivery Units erstellt.

Sensor-Technologien

Die wichtigsten Technologien im Sensorumfeld werden altbekannte Wettstreiter sein, nämlich WiFi, Bluetooth, RFID, optische Scantechnologien wie QR-Codes  und Mobile Datennetze wie LTE und 5G.

Erkennungstechnologien

Bild- sowie Stimm- und Spracherkennung sollen in den nächsten 10 Jahren einen Raketensprung in der Genauigkeit machen, so dass sie in unseren Alltag Einzug erhalten.

Operating

Im Sinne der Automatisierung von Tätigkeiten wie beispielsweise Systemkopien und Systme Refreshs zur Beschleunigung des Basis Operatings wird SAP Landscape Virtualization Management (SAP LVM) eine wichtige Rolle spielen.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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