Wie gefährlich sind Konservierungsstoffe wirklich?

(Last Updated On: 14. Dezember 2015)

Es war vor ca. einem Jahr, als meine Mutter mir eine Frage stellte, die mich eine Weile verfolgte. Warum ich denn immer so viel Gemüse kaufe, hat sie mich gefragt. das würde ja immer so schnell vergammeln. Und tatsächlich: Da ich über das Wochenende bei einer Freundin war und nicht alle meine Einkäufe verwertet hatte, war der Anblick am Sonntag Abend nicht mehr so schön.

Das ganze erscheint uns nur deshalb so ungewöhnlich, weil der moderne Mensch es mittlerweile gewohnt ist, dass alle seine Lebensmittel mittlerweile konserviert werden. Vom Brot über Obst und Gemüse bis zum Fisch wird heutzutage alles über die Wundermittel Benzoesäure, Sorbinsäure, Kaliumnitrit oder Natriumnitrat für länger am Leben gehalten, als es eigentlich möglich wäre. Besonders Fertiggerichte und industriell stark verarbeitete Lebensmittel wie Wurst, aber auch eigentlich „gesunde Lebensmittel“ wie Tofu und alle Gemüse- und obststorten, die es aus dem Einmachglas und aus der dose zu kaufen gibt, werden damit behandelt.

Dabei meinst es die Lebensmittelindustrie eigentlich gut für uns: Denn durch die Konservierung wird die Bildung von lebensbedrohlichen Bakterien wie Salmonellen und von Schimmelpilzen, die krebserzeugende Aflatoxine ausstoßen, vermieden. Und nur durch Konservierungsmittel ist es uns überhaupt möglich, Produkte zu verzehren, die bereits im gereiften Zustand über weite Strecken transportiert werden müssen, beispielsweise Meeresfrüchte, Fisch und andere exotische Fleischsorten. Bei Obst und Gemüse kann man noch ein wenig gegensteuern und diese im ungereiften Zustand bereits transportieren, sodass sie während des Transportweges reifen können. Und natürlich spart man sich aus Geld, wenn man das Lebensmittel nicht wegwerfen muss und stattdessen noch verwerten kann.

Doch die künstliche Frischhaltung hat auch ihren Preis. Denn viele der Konservierungsstoffe sind Säuren und Salze. das hat zumindest einmal ein kleines Problem: Sie entziehen unserem Körper wichtige Mineral- und Nährstoffe. Denn Säuren müssen im Verdauungstrakt neutralisiert werden, sonst würden diese ja schließlich unsere Zellen angreifen. Zur Neutralisation dieser Säuren und Salze in einen pH-neutralen Verbundstoff benötigt man natürlich andere Moleküle, die mit diesen Säuren eine neutrale chemische Bindung eingehen können. Leider eignen sich dafür besonders gut wertvolle Nährstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Das heißt zunächst einmal entziehen Ihnen diese Konservierungsstoffe viele wertvolle inhaltsstoffe, die Sie sich ursprünglich durch gesunde Ernährung mühsam angefuttert haben. Und dazu komnmt erschwerend hinzu, dass die konservierten Nahrungsmittel grundsätzlich schon einmal weniger Mikronährstoffe beinhalten als im unkonservierten Zustand. Noch schlimmer wird es, wenn Sie diese Mikronährstoffe zuvor nicht in ausreichender Menge zu sich genommen haben. Dann msus sich der Körper chemische Elemente zur Neutralisation der säuren von wo anders her klauen. So entstehen auf lange Sicht Krampfadern und andere Leiden, die sich mit einer gesunden Ernährung auf Dauer vermeiden lassen.

Und wie bei allen Wirkstoffen, so sagte es bereits der gute Paracelsus, macht hier auch noch die Menge das Gift. Aufgrund der aggressiven Art und Weise, wei die Konservierungsstoffe beschaffen sind, sollte ein Mensch nicht mehr als einen gewissen Richtwert an ebensolchen Stoffen pro kg Körpergewicht und Tag verzehren. Bei erwachsenen Menschen liegt beispielsweise der richtwert an maximal zu verzehrenden Benzoesäure bei 5 mg pro Körpergewicht und Tag. Das Problem: Benzoesäure ist häufig sehr hoch konzentriert, besonders bei Meeresfrüchtne wie Krabben und Shrimps. Je nach Krabbenart dürfen heutzutage zwischen 2.000 und 6.000 mg Benzoesäure pro kg Krabbenfleisch enthalten sein. Je nachdem wie viel Sie von den Produkten also an einem Tag essen, klommen Sie also schneller über den Grenzwert, als Ihnen lieb ist. Mit der Konzentration von Benzoesäure aus einer kg-Packung Krabben können Sie eine Ratte töten.

Doch keine Angst: Bei gesunder Ernährung und der bewussten Vermeidung von Konservierungsstoffen ist es nicht schlimm, wenn Sie hin und wieder einmal einen dieser Stoffe erwischen. Auch wenn Ihnen Konservierungsstoffe Mikronährstoffe entziehen heißt das nicht, dass Sie sich mit einem schön gemischten Salat mit Meeresfrüchten nichts Gutes tun. stattdessen sollten Sie sich fragen: Wie sollen Sie als bewusster Verbraucher jetzt also mit Konservierungsstoffen umgehen?

Nun zum einen empfiehlt es sich, bewusst Produkte in Bio-Qualität zu kaufen. Denn bei diesen Produkten sind die erlaubten Grenzwerte für Konservierungsstoffe häufig wesentlich niedriger angesetzt, so dass sie defakto weniger davon in aufnehmen werden.

Dann hilft es natürlich, bewusst frische Lebensmittel zu kaufen. Wenn Sie die Wahl haben zwischen Kidney-Bohnen aus der Dose und getrockneten Kidney-Bohnen aus dem Plastikbeutel, sollten Sie letztere nehmen. Bevorzugen Sie auch immer tiefgekühlte Ware vor Ware aus Konservendosen.

Es hilft auch grundsätzlich Lebensmittel zu bevorzugen, die nicht so weit transportiert werden müssen. Kaufen Sie lieber saisonale Lebensmittel, die es bei uns in Deutschland gerade auf dem Markt gibt, und nicht solche, die erst importiert werden mussten.

Schauen Sie imer auf das Etikett von Lebensmittel und achten Sie darauf, wie viele E-Nummern angegeben sind. Bevorzugen Sie immer die Lebensmittel mit den wenigsten E-Nummern hinten auf dem Etikett und solche, die nicht für irgendwelche Konservierungsstoffe stehen.

Essen Sie weniger Fertiggerichte und kaum Fast Food. Bestellen Sie im Restaurant bewusst Gerichte mit Zutaten, die möglichst frisch zubereitet werden müssen. Also Gerichte mit viel Gemüse und wenig industriell stark verarbeiteten Lebensmitten wie Wurst oder weit transportierten Lebensmitteln wie Meeresfrüchten. Aber natürlich: Gönnen Sie sich auch mal was. Sie werden nicht sterbenskrank werden, wenn Sie sich mal einen Rochen oder eine Thunfisch-Pizza gönnen :).

Wenn Sie diese kleinen Tipps beachten, brauchen Sie keine Angst vor Konservierungsstoffen zu haben. Schließlich sind diese EU-weit reglementiert und dürfen nur bei Lebensmitteln eingesetzt werden, für die der Konservierungsstoff freigegeben ist. Konservierungsmittel, auch industriell verwendete, sind eigentlich eine gute Sache. Denn ohne sie könnten wir beispielsweise heutzutage immer noch nicht sicher einen Laib Brot essen, da wir ständig Angst vor möglichen Krankheitserregern haben müssten, sobald der Laib schon vor etwas mehr als ein paar Stunden aus dem Ofen gehüpft ist. Verantwortlich für eine gesunde Ernährung sind immer noch Sie allein. Der schwarze Peter liegt also nicht bei der Lebensmittelindustrie oder der Politik, welche Konservierungsstoffe einsetzt bzw. zulässt, sondern sie als Verbraucher, der unverantwortlich viel und über die Maßen davon konsumiert, weil er sich unausgeglichen ernährt. Also: Kaufen und Essen Sie bewusst.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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