Der Mikrofon-Thread: Das richtige Mic für den richtigen Anlass

(Last Updated On: 22. Dezember 2015)

Dieser Post beschäftigt sich mit grundlegenden Aspekten der Mikrofon- und Equipmentauswahl zur Audioabnahme für bestimmte Zwecke. Hier geht es nur um eine oberfläche Abgrenzung nach Anwendungszwecke. Feinere Abstufungen folgen in künftigen Posts.

Mikrofone für PC-Aufnahmen

In diesem Kapitel schildere ich die Ausrüstung für Leute, die Content auf dem PC oder über den PC aufnehmen wollen. Beispielsweise wäre ja auch vorstellbar, dass ihr auf eurer Heimkonsole zockt, aber das Audio auf einem PC auf nimmt, der in der Nähe steht. Diese Ausrüstung eignet sich also für Youtuber, LetsPlayer, Leute die informatikbezogene Tutorials machen, Chatroulette-Recorder, Twitch-Streamer usw.

Das Mikrofon

Ihr braucht zu aller erst natürlich ein Mikrofon. Dafür eignen sich professionelle Homestudio-USB-Mikrofone, beispielsweise das AT2020 USB von Audio-Technica. Ich habe hierzu mal eine Review angehangen, die ich hierzu auf Youtube gefunden habe. Professionelle Studiomikrofone, die für Sänger genutzt werden, sind für eure Zwecke eigentlcih total overpowered.

Der Mikrofonarm

Der Mikrofonarm wird an einem Tisch, einem Sesselarm oder sonstigem starren Objekt festgeklemmt und sorgt dafür, dass euer Mikrofon ständig vor eurem Mund gehalten wird. Aufgrund des Schwenkarms könnt ihr dabei das Mikrofon ohne Probleme positionieren. Gute Mikrofonarme kommen beispielsweise von Rudel.

Die Mikrofonspinne

Natürlich könnt ihr euer Mikrofon auch über die mitgebrachte Halterung am Mikrofonarm befestigen. Dabei habt ihr aber dann wesentlich weniger MÖglichkeiten, das Mikrofon individuell nochmal zu schwenken und zu drehen. Die Mikrofonspinne kann Mikrofone unterschiedlicher Größen aufnehmen und hält das Mirkfoon bereits in einer sehr natürlichen Position vor eurem Mund. Gute Mikrofonspinnen kommen beispielsweise von Samson.

Gleichzeitig ist die Mikrofonspinne, im Gegensatz zur gewöhnlichen Mikrofonhalterung, ausbalanciert, so dass Vibrationen und Trittschall vom Mikrofon fern gehalten und terminiert werden.

Der Poppschutz

Der Poppschutz ist dazu da, um den komprimierten Schwall an Luft, der bei aggressiven P-Lauten auf die Membran kommt, abzudämpfen, so dass sich diese Laute bei der Aufnahme kein Mikrofon“knallen“ verursachen. ein optimaler Abstand vom Mikrofon zum Poppschutz  wird als Abstand k abgekürzt und beträgt optimalerweise 4,52 cm. Der Abstand vom Poppschutz zum MOnd sollte 2xk, also 9,04 cm, betragen.

 für Business-anwendungen (Konferenzen)

Wenn Sie viel mit dem notebook unterwegs sind bzw. den Arbeitspaltz häufig wechseln, und dabei zusammen mit anderen Kollegen an einem Tisch an einer konferenz teilnehmen, empfiehlt sich ein konferenzmikrofon.

Zur not würde es auch ein Tischmikrofon tun – dabei ist aber vorausgesetzt, dass alle Gesprächsteilnehmer in der selben Richtung zum Mikrofon sitzen. Besser ist ein wirkliches Konferenzmikrofon, welches eine Rundumabnahme ermöglicht, so dass auch Gesprächspartner, die Ihnen am Tisch gegenüber sitzen, für Dritte anständig zu hören sind. Zusätzlich bietet ein solches Konzerenzmikrofon auch die Option, gleichzeitig als Lautsprecher zu fungieren und den Sound auszugeben. .Dieser Sound wird dann wiederum für das Mikrkfon eliminiert, so dass die Gesprächspartner auf der anderen SEite der Leitung sich nicht mehr selber hören.

Eine gute empfehlung meinerseits ist der Jabra Speak 510, der entweder per USB oder Bluetooth angebunden werden kann. eine meiner meinung nach noch elegantere lösung ist das Logitech P710e.

Wenn Sie in Ihren konferenzen auch noch Video haben wollen, empfehle ich Ihnen das Logitech BCC950

Mikrofone für Camcorder (Hobby-Filmer)

Jeder Camcorder hat einen sogenannten Zubehörschuh, auf den Zubehör wie beispielsweise ein Mikrofon aufgesteckt werden kann. Meistnes ist es so, dass man für jeden CAmcorder nur Zubehör aufschieben kann, welches vom Hersteller selbst oder von zertifizierten PArtnern kommt, da die Zubehörschuhbuchsen nicht genormt sind. Stattdessen gibt es häufig Schuhadapter, die jedoch wiederum vom Hersteller selber kommen und es meist nur erlauben, dass man Zubehör für eine DSLR (digitale Spiegelreflexkamera) oder eine Systemkamera vom selben Hersteller nun auch auf seinem Camcorder nutzen kann.

Sony-ADP-MAC[1]

Daher ist die Auswahl bei Mikrofonen für Camcorder immer ziemlich begrenzt. Es lohnt sich hier eine Google-Suche mit dem Modell seines Camcorders zu bemühen und sich dann einfach Tests anzugucken. Wichtiger ist die Entscheidung, welche Art von Mikrofon man auf seinem Camcorder haben möchte. Die meisten Mikrofone sind sogenannte direktionale On-Camera Shotgun Mikrofone. Diese sind auch meistens die richtige Wahl. Sie heißen Shotgun Mikrofone, weil sie in vorderster Priorität den Sound aufnehmen, der vor Ihnen produziert wird, in geringer Priorität den Schall von den Seiten und so gut wie gar nicht den Schall von hinten aufnehmen.

In manchen Fällen jedoch, beispielsweise wenn man mit einer statischen Kamera, die sich nicht bewegt, ein Musikkonzert filmen möchte, erzielt man bessere Ergebnisse mit einem nichtdirektionalen Mikrofon.

Der zubehörschuh dient nur dazu, dass das Mikrofon stabil hälft. Angeschlossen werden Sie entweder ganz normal über eine 3,5 mm AUX-Buchse oder eine XLR-Buchse. Mikros mit XLR-Ausgang gelten allgemein als qualitativ hochwertiger, das muss aber nicht so sein.

Wie auch immer: on-Camera-Mikrofone wird man egientlich nur im Privatsektor finden. Für Youtube-Videos und vor allen Dingen im professionellen Bereich nutzt man externe Mikrofone, die an externe Audiorecorder angeschlossen sind. Das heißt der Camcorder oder die Kamera übernimmt in diesem Part dann überhaupt keine Soundaufnahme mehr, der Sound wird komplett getrennt vom Video aufgezeichnet. Die Mikrofone sind dann entweder Boompole-Mikrofone (die über die Szene gehalten, wie beim Film) oder Ansteckmikrofone.

Jedoch sieht man trotzdem auch im professonellen Bereich gerne ein Shotgun-Mikrofon, welches direkt am Camcorder befestigt ist. Warum? Als Backup. Falls die Aufnahme aus dem Boompole- oder Ansteck-Mikrofon schlechter ausfallen soltle als gedacht oder die Mikrofone versehentlich ausgeschaltet waren oder der externe Audiorecorder defekt ist, hat man noch das On-Camera-Mikrofon als Backup.

Headsets

Es gibt eigentlich aus audioqualitativer Sicht keinen Grund, ein Headset zu benutzen. Selbst Zocker, die man sich eigentlich immer mit GAming-Headset vorstellt, die Content für Youtube, Twitch und Co. aufnehmen, haben häufig einfach nur Kopfhörer auf und nehmen ihren Sound nicht über das Mikrofon eines Headsets, sondern wie oben angesprochen über ein Homestudio-Mikrofon an einem Mikrofonarm auf. Jedoch ist es häufig sehr umständlich, und unbequem, so ein Setup in einigen Situationen zu nutzen, z. B. wenn man mit seinen Freunden gerade im Skype oder TeamSpeak ist und dabei gleichzeitig aufnehmen möchte. Und für einige ist so ein Setup vielleicht auch zu teuer, etwa für Leute, die einfach nur ein paar Audiocomments aufnehmen wollen, während Sie sich ein Replay oder eine Demo ansehen.

Für diese Klientel gibt es dann auch natürlich passende Headsets. Dazu muss ich eigentlich nicht viel sagen, es gibt genügend Tests im Internet. Auch Wireless Headsets machen mittlerweile eine gute Fifgur und sind besonders komfortabel zu tragen.

Externe Audiorecorder und Mikrofone für Profis

Wie oben bei den Camcorder-Mikrofonen bereits angedeutet, wird sowohl im Online-Recording (youtube, Vimeo und Co.) als auch im professionellen Bereich ein externer Audiorecorder benutzt.

Da allgemein betrachtet XLR-Mikrofone hochwertiger aufnehmen als 3,5 mm Klinke Mikrofone, sollte man einen externen Audiorecorder bevorzugen, der die entsprehcenden Eingänge dafür hat. Die mesiten Audiorecorder bieten mehrere Eingänge, so dass an einem einzigen Audiorekorder der Sound von mehreren Quellen aufgezeichnet werden kann, etwa wenn zwei Leute zusammen vor der Kamera stehen – dann kann jeder der beiden z. B. ein eigenes Ansteckmikrofon tragen.

Gute externe Audioverstärkermodell sind beispielweise der Beachtek DXA-SLR oder der Juiced Link RA222 Riggy Assist.

Ansteckmikrofone

Ansteckmikrofone, auch Lavalier-Mikrofone, eignen sich wunderbar, wenn man über einen externen Audiorecorder aufzeichnen möchte und vor einer Kamera steht. Der Vorteil gegenüber klassischen Homestudio-Mikrofonen, die ich weiter oben für Youtuber, LetsPlayer und Konsorten empfohlen habe, ist, dass sie vor der Kamera nicht so auffallen.

Da wir bereits ausgemacht haben, dass XLR der bessere Audioeingang zur Soundaufnahme ist, sollten wir bie der Wahl eines Ansteckmikrofons ebenfalls auf einen XLR-Ausgang achten.

Bei den Ansteckmikrofonen hat man grundsätzlich die Wahl zwischen Dynamischen Mikrofonen und Kondensatormikrofonen. Erstere sind weniger anfällig für Rückkopplungen und werden vor allem bei lautem Gesang oder Sprache, also auf der Musikbühne, im Theater oder bei Reportern eingesetzt. Die Mikrofone haben also die Charakteristik, dass Sie besonders gut in lauter Umgebung funktionieren. Trotzdem sind dynamische Mikrofone in der Regel etwas günstiger als Kondensatormikrofone, obwohl sie auch noch robuster und weniger empfindlich gegen Feuchtigkeit sind.

Das Kondensatormikrofon ist dagegen besser wenn es darum geht, auch sehr geringe Schalldruckquellen aufzunehmen, also auch in leisen Umgebungen zu funktionieren. Dadurhc ist das Mikrofon aber wiederum auch bei hohen Schalldruckpegeln überfordert bzw. zu empfindlich. Kondensatormikrofone werden also beispielsweise beim Vorlesen von Büchern, bei normalen Interviews usw. benutzt. Das Kondensatormikrofon ist auch empfindlicher gegenüber Erschütterungen und Feuchtigkeit. Desweiteren braucht das Kondensatormikrfoon im Gegensatz zum dynamischen eine Stromquelle zusätzlich zum XLR-Eingang.

Dann unterschiedet man noch die Richtcharakteristik des Mikrofons. Da Lavalier-Mikrofone unterhalb des Mundes angebracht werden, möchte man idelaerweise nur den Schall einfangen, der über dem Mikrofon entsteht. Das schafft ein Mikrofon mit Nierencharakteristik wesentlich besser als eines mit Kugelcharakteristik denn dieses fängt neben der Sprache auch alle rundum erzeugten Geräusche auf.

Boompole-Mikrofone

Boompole-Mikrofone sind die typischen „Darüber-Halt-Mikrofone“, die man aus der Fernseh- und Filmproduktion kennt. Sie werden außerhalb des Kamerabildes über die Szene gehalten und nehmen den ganzen Umgebungssound auf, der rund um das Mikrofon herum entsteht. Boompole-Mikrofone eignen sich daher perfekt, wenn man auch Umgebungsgeräusche, also z. B. zerbrechende Gläser und Spiegel, knatterndes Holz usw. aufnehmen muss, oder wenn die auf der Kamera abgebildeten Personen keine Ansteckmikrofone tragen dürfen, weil das die Szene nicht mehr authentisch wirken lassen würde, z. B. im Film eben.

Zu einem Boompole-Mikrofon gehören verschiedene Sachen dazu

  • ein Mikrofon
  • ein Boom Arm, also der Stock, an dem das Mikrofon befestigt und gehalten wird
  • bei Bedarf für Außenaufnahmen eine Wind Muff (windmuffe)

als Mikrofon kann grundsätzlich alles verwendet werden, was auch sonst an einen Mikrofonarm bzw. an eine Mikrofonspinne befestigt werden kann. Hier sollte man halt die richtige Art des Mikrofons (Kondensator bzw. dynamisches Mikrofon) und die richtige Richtercharakteristik wählen. Auf diese Feinheiten gehe ich hier jedoch nicht ein. Dazu kommt später noch ein Post.

Mikrofone für Gesang

Mikrofone für de Gesang sind grundsätzlich ganz normale Mikrofone, die man also beispielswiese an einen Boompole oder einen Mikrofonstände auch zum Youtuben usw. benutzen kann. Sie zeichnen sich meist lediglich durch einen gewissen Qualitätsstandard aus, der sich in ihrem Preis widerspiegelt. Häufig haben Sie auch noch einen integrierten Filter, der Atem- und Windgeräusche reduziert. Wie auch sonst hat man bei diesen Mikrofonen wieder die Wahl zwischen dynamischem und Kondensatormikrofon und muss sihc auch noch für eine Richthcharakteristik entscheiden, wobei man sagen kann, dass die Nierencharakteristik für ein Gesangsmikrofon meist das beste ist.

Ein wahrer Klassiker unter den Gesangsmikrofonen ist das Shure SM58 LC.

Wie auch beim Tischmikrofon am Mikrofonarm braucht man für ein Gesangsmikrofon eine Befestigung für das Mikrofon. Für die Bühne nimmt man hier häufig ein Mikrofonstativ und positioniert das Mikrofon auf Mundhöhe. Im Studio hingegen hängt man das Mikrofon gerne kopfüber auf Gesichtshöhe auf, da die Aufnahme dann keine Rückkopplungen vom Oberkörper des Sängers auffängt und sich die Stimme des Sängers besser entfalten kann, da dieser leicht aufblickt und steht, so dass sein Zwerchfell nicht wie im Sitzen komprimiert wird, was die Stimme gepresst wirken lassen würde. DAfür nutzt man besonders lange Mikrofonstative. Für die Über-Kopf-Position braucht man eine Mikrofonspinne, die mit dem unteren TEil des Mikrofons verschraubt werden kann, was nur höherpreisige Mikrofonspinnen unterstützen.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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3 Antworten

  1. Dominik sagt:

    Guter und übersichtlicher Beitrag für Einsteiger. Bin gespannt auf deine weiteren Posts zum Thema Mikrofon 🙂

  2. Marc sagt:

    Hi, echt ein schön detaillierter und informativer Beitrag.
    Der Begriff Boompole Mikrofon war mir bis dato noch gar nicht geläufig, dafür musste ich bei „Der Abstand vom Poppschutz zum MOnd“ ein wenig schmunzeln, du meinst vermutlich zum Mund, richtig 🙂 ?

    Ich habe selber für Mikrofone eine Seite ( http://www.mikrofonfürpc.de ) + Preisvergleiche erstellt für Artikel im Wert von ca. 10-200 Euro und diese durch Kundenrezensionen bewertet. Wenn du möchtest verlinke ich auch deinen Blog ?

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