Multiroom HiFi Systeme und Selfmade-Lösungen im Vergleich

(Last Updated On: 6. Dezember 2015)

Und weiter gehts auf meinem Tripp des Vergleiches von Multimedia-Hardware und -Services. In der Vergangenheit haben wir uns mit Streaming Set Top Boxen, Serien-Streaming-Services wie Netflix, Online-Videotheken sowie mit Streaming-Services für Privatfernsehen und Sportübertragungen befasst. Nach meinem kleinen Post über On-Demand-Musikstreamingservices wie Spotify will ich nun erneut mal wieder mein audiophiles Publikum ansprechen und mich mit Hardware-Musikstreaminglösungen befassen. Der Fokus liegt hierbei auf Mehrraumfähigkeit, sprich mehrere Räume synchronisiert mit dem selben Audiocontent zu bespielen. Das eignet sich vor allem dazu, um in einer Party mehrere Leute mit der selben Musik zu beschallen.

Logitech Squeezebox

Logitech Squeezebox ist so ziemlich das älteste Urgestein in der Szene der Multiroom-HiFi-Services. Im Zentrum der Anwendung steht immer eine Serveranwendung, die auf unterschiedlichen Harwarelösungen wie beispielsweise einer Synology Diskstation, einem RaspberryPI oder auch bloß auf einem Desktop-PC oder Notebook installiert werden.

Dieser Server kann dann entweder eigens bereitgestellte Musik, beispielsweise im .mp3-Format streamen, oder den Feed von Online-Radios wie beispielsweise HouseTime.fm oder Sunshine Live durchschleifen.

Über Plugins sind neben Online-Radios auch Musikstreaming-Services wie Spotify möglich.

als Clients lassen sich verschiedene Logitech-Produkte verwenden, aber auch Desktop-PCs und Laptops, auf denen die Software Softsqueeze installiert ist. Somit können Sie auch herumstehende Hardware bei Partys als Streaming-Clients nutzen. Die verschiedenen Produkte in der reihe sind

  • squeezebox Radio. Hat ein integriertes Display und ermöglicht am Radio direkt die Festlegung des contents, der über den zentralen Squeezebox Server gestreamt werden soll.
  • Squeezebox Boom. Etwas abgespeckte Variante mit normalem Radio-Display,
  • Logitech Squeezebox Touch. kleiner, schmaler Client. Hat weniger soundpower, also schwächere Lautsprecher, lässt sich dafür ganz einfach portabel mitnehmen und per Touch Panel bedienen. Eignet sich somit beispielsweise als Player, den man mal ins Bad mit nimmt oder raus auf die Terasse stellt.
  • Logitech Squeezebox Duet. Kombination aus einem Client (Logitech Receiver) ohne Touchdisplay und eingebaute Boxen und einer Fernbedienung. Beide Produkte lassne sich getrennt voneinander kaufen. Billigster Client, lässt sich  jedoch eigentlich nur mit einer extra Fernbedienung (und mit extra angeschlossenen Boxen nutzen. Jedoch lässt sich die Fernbedienung durch dioe Softwarelösung Net-UDAP ersetzen. Die Idee ist, dass man mehrere Logitech receiver in verschiedenen räumen stehen hat und mit der Fernbedienung die Wiedergabe für alle Receiver zentral steuert.

Offiziell werden keine Squeezebox Produkte mehr vertrieben, da Logitech auf die Sonos-Produktreihe umgestiegen ist (siehe weiter unten). Jedoch gibt es die Produkte online immer noch zu erwerben.

Weiter unten zeige ich euch jedoch, wie ihr ganz ohne offizielle Squeezebox Hardware den Content eines Logitech Media servers ganz einfach über einen Raspberry Pi abspielen könnt. Bis ganz unten zu lesen lohnt sich also.

Sonos

Sonos wurde irgendwann von Logitech aufgekauft und ist deren neues Flaggschiff im Multiroom-HiFi-Portfolio.

Der vorteil von sonos gegenüber dem Vorgänger Squeezebox ist, dass kein zentraler Server mehr laufen muss. Die Sonos-Clients brauchen nur noch einen Zeiger auf die ablage, an der die Musik liegt. Das kann entweder ein online-Radio sein oder eben .mp3-Files, die irgendwo im Netzwerk freigegeben sind. Die Software zum streamen und zur Synchronisation der Wiedergabe haben die Clients quasi Peer to Peer integriert, kein zentraler server mehr notwendig. Drückt man auf einem der Clients auf Play/Pause oder Weiter, führen alle synchronisierten Clients die Aktion ebenfalls aus. in der Praxis merkt der Benutzer jedoch keinen Unterschied. nur der administrative Aufwand ist geringer, da eben kein Server mehr betrieben werden muss.

Besonders hervorzuheben ist bei Sonos die Möglichkeit, unterschiedliche Musikquellen zu kombinieren, was bei Logitech Squeezebox nicht so einfach geht. Bei Sonos lassen sich Playlisten erstellen, die zuerst einige Songs bei Spotify abspielen, dann .mp3 Files von einer Netzwerkfestplatte abspielen und zum krönenden Abschluss dann nochmal im online-Radio vorbeischauen. Das ist für mich persönlich ein sehr wichtiges Kaufkriterium, da ich die wenigen Tracks, die ich auf Spotify nicht finde, dann mit .mp3-Files ergänzen kann.

Abgespielt werden können wieder lokale Musik, Online-Radios, aber auch wieder Streaming-Services wie spotify – diesmal jedoch schon von Natur aus, ohne zusätzliche Plugins.

Wie auch bei Logitech gibt es auch für Sonos Desktop-Clients, die sich beispielsweise auf PCs oder Notebooks installieren lassen.

Die Hardware

  • Play 5. Größerer Lautsprecher, der vor allem für große Räume gedacht ist.
  • Play 3. Klassischer Client mit Lautsprecher, der sich hochkant und querkant aufstellen läst
  • Play 2
  • Play 1. Client mit 360° Lautsprecher. Lässt sich also gut zentral in einem Raum aufstellen.
  • Sonos Dock. hier können beispielsweise iPods gedockt werden, so dass die Musik auf den iPods zentral auf allen Sonos-Clients wiedergegeben werden kann.
  • Sonos Brigde. Die bridge ist dafür zuständig, die restlichen Sonos-Geräte zu konfigurieren.
  • Playbar. kleiner Zeilenlautsprecher. Kann für den Fernseher oder andere Geräte mit AUX-In verwendet werden.
  • Sonos Sub. Subwoofer für einen beliebigen Client, der besseren Bass liefern soll.
  • Verschiedene Kombinationen. Eine playbar und ein Sonos Sub ergeben beispielsweise ein 3.1 Soundsystem. Playbar, Sub und zwei Play 1 ergeben beispielsweise ein 5.1 Soundsystem.
  • Sonos Connect. Die Musik aus einer beliebigen Quelle wie beispielsweise einer fremden HiFI-Anlage, einem iPod, iPhone oder anderem Gerät mit AUX-Eingang, kann über Sonos Connect zu einem Musikstream umgewandelt werden, der von den anderen Sonos Clients wiedergegeben wird.

Nachteil: Bisher ist es meiner Ansicht nach nicht möglich, seine eigenen Lautsprecher für das System zu nutzen. DAs wäre bei Logitech Squeezebox beispielsweise möglich, wenn man lauter Logitech Receiver nutzt und an diese die jeweiligen Lautsprecher anschließt.

Somit ist Sonos auch eine super Möglichkeit, sich eine 5.1 Soundanlage zu holen, ohne die Kabel dafür irgendwo auf dem Boden rumliegen zu haben oder nachträglich die Wand aufreißen zu müssen, um die Kabel eben dort unterzubringen.

Selfmade-Lösung mit Raspberry Pis

Mit dem Raspberry Pi können Sie eine Selfmade-Lösung bauen, die wesentlich günstiger zu haben ist als die Squeezebox- oder Sonos-Lösungen und zusätzlich erlauben, eigene Lautsprecher zu verwenden. Dazu bruachen Sie zusätzlich zu ienem Raspberry pi noch ein Netzteil und einen WLAN-Adapter, falls der Pi nicht über Netzwerkkabel ins Netzwerk angebunden werden soll, sowie eine SD-karte für das Betriebssystem des Raspberry Pis. Dieser post befasst sich nicht mit dem Grundsetup eines Raspberry PIs. Hierzu bitte Google bemühen.

Nachteil: diese lösung ist zwar günstiger als alle anderen lösungen, hat jedoch den Nachteil, dass der administrative Aufwand wesentlich höher ist. Das werden Sie sehen, wenn Sie sich das Tutorial weiter durchlesen. Diese methode ist wieder wie schon bei Squeezebox Server-Driven, das heißt es muss ein zentraler server vorhanden sein.

Schritt 1: Logitech Media Server installieren

Als erstes muss auf einem Server im Heimnetzwerk der Logitech Media Server installiert werden, der ja auch für Squeezebox genutzt wird. Das kann entweder ebenfalls ein Raspberry Pi sein oder aber auch ein anderes Gerät wie beispielsweise ein Network Attached Storage System (etwa eine Synology Diskstation). im folgenden ziege ich euch, wie ihr den Logitech Meida Server auf einen Raspberry pi bekommt. Als erstes updaten wir die aktuellen Softwarepakete und Repositories

apt-get update && apt-get dist-upgrade

Dann installieren wir Bibliotheken und Tools, die wir für den Media server brauchen werden.

apt-get install libjpeg8 libpng12-0 libgif4 libexif12 libswscale2 libavcodec53
apt-get install patch

Jetzt installieren wir den Media Server selbst

wget http://downloads.slimdevices.com/LogitechMediaServer_v7.7.2/logitechmediaserver_7.7.2_all.deb
dpkg -i logitechmediaserver_7.7.2_all.deb

Jetzt müssen wir noch ein bisschen was am Server modifizieren, dazu stoppen wir erstmal den Daemon

service logitechmediaserver stop

und downloaden ein package für den Media Server, welches speziell für den Raspberry Pi konzipiert wurde

wget http://raspberry-at-home.com/files/lms-rpi-raspbian.tar.gz
tar -zxvf lms-rpi-raspbian.tar.gz

In dem ausgepackten Paket befindet sich eine Datei die wir nun nutzen werden, um die bootstrap.pm-Datei unseres Systems zu patchen

patch /usr/share/perl5/Slim/bootstrap.pm lms-rpi-bootstrap.patch

die restlichen Files aus dem Paket kommen jetzt an verschiedene Orte im System. Damit verschiedene Bibliotheken gefunden werden, müssen wir außerdem mit ln -s Links erstellen.

mv arm-linux-gnueabihf-thread-multi-64int /usr/share/squeezeboxserver/CPAN/arch/5.14/
mv libmediascan.so.0.0.0 libfaad.so.2.0.0 /usr/local/lib
mv /usr/share/squeezeboxserver/Bin/arm-linux/faad /usr/share/squeezeboxserver/Bin/arm-linux/faad.old
mv faad /usr/share/squeezeboxserver/Bin/arm-linux
ln -s /usr/local/lib/libmediascan.so.0.0.0 /usr/local/lib/libmediascan.so
ln -s /usr/local/lib/libmediascan.so.0.0.0 /usr/local/lib/libmediascan.so.0
ln -s /usr/local/lib/libfaad.so.2.0.0 /usr/local/lib/libfaad.so
ln -s /usr/local/lib/libfaad.so.2.0.0 /usr/local/lib/libfaad.so.2
ldconfig

Wir ziehen nun noch die Berechtigungen für den squeezebox-Linuxuser grade

chwon -R squeezeboxserver /usr/share/squeezeboxserver

Jetzt könnenw ir den SErver wieder starten.

service logitechmediaserver start

Ab jezt könnt ihr den Logitech Media Server konfigurieren über http://<hostname oder IP>:9000

Schritt 2: Squeezeslave

nun habt ihr auf dem Raspberry Pi einen Logitech Media Server aufgesetzt. Jetzt braucht ihr auf den Raspberry Pis, auf denen der Content des Logitech Media Servers abgespielt werden soll (kann auch der selbe Raspberry Pi sein), die Software SqueezeSalve. Ihr könnt auf den Raspberry Pis grundsätzlich über das Standard Raspberry Pi Audiojack Musik ausgeben, jedoch empfehle ich auch stattdessen entweder eine externe Soundkarte zu kaufen, die ihr in den USB-port des Pis steckt, und über diese dann die Lautsprecher anzubinden (günstig)  – oder noch besser (aber teurer): einen dedizierten DAC (Digital to Analog Converter) zu nutzen. Einen guten Artikel über DACs gibt es hier.

Wir machen uns ein Verzeichnis für squeezeslave

mkdir /usr/bin/squeezeslave
cd /usr/bin/squeezeslave

Nun müsst ihr feststellen, ob euer Raspberry Pi eine Soft Float (Dezimalzahlenberechnungen werden von einem Software-Emulator ausgeführt) oder eine Hard Float-Recheneinheit (Dezimazahlberehcnungen werden über einen dedizierten Hardware-Chip ausgeführt) hat. Das kriegt ihr raus über

uname -a

Soft Float Pis haben die Architektur armel, Hard Floats haben armv6l

Abhängig davon ladet ihr euch mit wget nun unter https://code.google.com/p/squeezeslave/downloads/list die richtige version für euren pi runter. Hard Float download beispielsiwese unter

wget --no-check-certificate https://squeezeslave.googlecode.com/files/squeezeslave-1.3-390-armhf-lnx32.tar.g
tar -xvzf squeezeslave-1.3.-390-armhf-lnx32.tar.gz
cp squeezeslave/ /usr/bin/squeezesalve

Jetzt könnt ihr kurz prüfen, ob squeezeslave funktioniert. Mit der Option -L könnt ihr testen, welche Audio Output Methoden squeezeslave erkennt

./squeezeslave -L

Damit squeezeslave in Zukunft automatishc startet, downloaden wir uns ein entsprechendes Skript und kopieren es an die richtige Stelle

wget https://squeezeslave.googlecode.com/svn/squeezeslave/branches/squeezeslave-1.3-393/config/squeezeslave.init.debian
cp squeezeslave.init.debian /etc/init.d/squeezeslave

Jetzt bearbeiten wir noch die konjfiguration von squeezeslave

vi /etc/default/squeezeslave
SSMAC="<MAC Adresse Netzwerkschnittstelle RaspberryPi, über die er mit dem Heimnetzwerk verbunden ist>"
SBSHOST="<hostname oder IP des Logitech Meida Servers, wenn selber Raspberry Pi localhost eingeben>"
SSOPTIONS=" -o <Nummer Output Device aus Befehl squeezeslave -L> --daemonize"W

Dei MAc-Adresse vom pi findet ihr raus über

ifconfig

Am Ende startet ihr den squeezelsave über

service squeezeslave start

Diesen zweiten Schritt wiederholt ihr jetzt für jeden weiteren Raspberry Pi in anderen Räumen durch, der den Content des LMS ebenfalls wiedergeben soll.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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