Und weiter geht es in meinem Warcraft-Romanmarathon. Für alle, die davon gelangweilt sind: Keine Sorge, ich werde mir in Zukunft auch mal anspruchsvollere Romane vornehmen. Im Moment bin ich aber daran interessiert, die gesamte Warcraft-Serie durchzulesen, weshlab in nächster Zeit noch einiges in dieser Richtung kommen wird.
Das buch ist das Prequel zum bereits von mir rezensierten Jenseits des dunklen Portals, welches auf die Ereignisse in diesem Buch aufbaut. Das Buch beschreibt die Geschehnisse während des zweiten Krieges nach der Einnahme von Stormwind durch die Orks. Bedeutende Persönlichkeiten, die in diesem Roman eine besondere Rolle spielen, sind etwa Anduin Lothar, Thuralyon, Uther Lichtbringer, Daelin Proudmoore, Orgrim Doomhammer, Gul’Dan und noch einige mehr. Auch erfährt man einige Details über die Gruft von Sargeras, in welche man sich im Laufe der Nachtelfen-Kampagne von The Frozen Throne begibt.
Von der Qualität her muss ich sagen, dass mir dieses buch besser gefallen hat als sein Nachfolger, wahrscheinlich deshalb, weil Autor rosenberg hier wesentlich freier schreiben konnte. In dem Nachfolger hatte teilweise Christie Golden ihre Finger drin, was man auch deutlich merkt. Der grund ist, dass sich die Chroniken in Jenseits des dunklen Portals teilweise mit Ihrem Buch World of Warcraft: Arthas decken, und daher einige Parallelen behandelt wurden.
Das Buch zweigt aber dennoch nicht allzu sehr vom Stil Rosenbergs ab. Das buch ist eindeutig mit Liebe geschrieben, gut gefällt mir auch hier die Charakterzeichnung und die fantasievolle Schilderung der Umgebung, in welchem sich diese gerade befinden. Von der Story her darf man natürlich keine großartigen Spannungsbögen erwarten – es ist eine Warcraft-Story, und diese sind bekanntlich sehr einfach aufgebaut. Man muss sich hier vielmehr von der beeindruckenden Welt und der Liebe der Charaktere leiten lassen. Darauf haben Warcraft-romane schon immer aufgebaut und auf einen neutralen Leser ohne Affinität zur Warcraft-Welt würden diese Romane wahrscheinlich acuh langweilig wirken.
Ich favorisiere Rosenberg eindeutig über Christie Golden, weil seine Geschichten irgendwie plausibler rüberkommen. Golden hat ein Talent dafür, bestimmte Handlungen oder Dialoge ihrer Charaktere aufgesetzt und künstlich wirken zu lassen, weil sie nicht realitätsgetreu wirken. Bei Golden habe ich mich öfters dabei ertappt, wie ich eine Passage gelesen habe und mir gedacht habe: „Also so reagiert kein normaler Mensch auf die Situation“. Bei Rosenberg hatte ich diese Gefühle nicht, vor allem da er die Entscheidungen seiner Charaktere immer wieder rechtfertigt, was der Authentizität der Geschichte beiträgt.
Insgesamt kann ich eine Kaufempfehlung aussprechen. Wer Warcraft-Geschichten mag, wird diese vielleicht als eine der besten anerkennen.
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