Sojaprodukte: sind Tofu, Tempeh, Sojamilch und Co. wirklich gesund?

(Last Updated On: 8. November 2015)

Proteinlieferant

Gerade für Vegetarier, Veganer und Rohköstler bieten zahlreiche sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh eine gute Proteinquelle. Auch der aus Weizenmehl hergestellte Seitan erfreut sich großer Beliebtheit. Letzterer hat den Ruf, durch seinen umfangreichen Herstellungsprozess jedoch ienen Großteil seiner mineralstoffe und Vitamine zu verlieren. Dies hat in der Praxis jedoch keine Bedeutung, da der Seitan je bewusst als Proteinlieferant dient und andere Nahrungsmittel auf dem Teller für den Rest sorgen sollen. Tofu hingegen liefert zusätzlich noch eine gute Menge an Vitamin B6, Kalzium und Folsäure.

Nährstofflieferant

Man findet im Netz theoretisch sogar Berichte darüber, dass das Protein aus Soja reichhaltiger sein kann wie das Protein aus verschiedenen Tierfleischsorten. Das Argument hierbei: Das Verhältnis an den im Produkt enthaltenen Aminosäuren liegt im für den menschlichen körper optimalen Verhältnis. Das heißt wenn man nur genügend Tofu ist, stehen am Ende des Tages alle Aminosäure-Ampeln auf grün. Als Nich-Ernährungswissenschaftler möchte ich mich jetzt da aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Der Ersatz von Fleisch durch pflanzliche Proteinquellen hat außerdem den Vorteil, dass sie den Cholesterinspiegel nicht anheben. Tofu gilt neben anderen Produkten wie beispielsweise Haferflocken und Mandeln als gute Cholesterinkiller, da sie Sterine enthalten, cholesterinsenkende Pflanzenstoffe. Der Effekt darf aber nicht überbewertet werden, denn mit dem selben Effekt werben schließlich Margarinehersteller schon seit Jahren. Viele glauben immer, durch massiven Sojakonsum ihre erhöhten Blutfettwerte wie durch Magie ins Nirvana schicken zu können.

Umweltbilanz

Eine dicke Kontroverse ist die Klima- und Wasserbilanz. Zwar hat Tofu eine etwas bessere Klima- und Wasserbilanz als die Fleischproduktion – insbesondere die von Rindern oder Schweinen. Beispiel: 1 kg Bio-Rinder-/schweinehackfleisch emittiert rund 7,2 kg CO2, 1kg konventionell (Nicht-Bio!) hergestellter Tofu hat hingegen nur Schuld an Emissionen von rund 1,1 kg. Jedoch werden auch heute noch für Soja-Monokulturen große Flächen Regenwald gerodet. Zwar ist diese rodung in die CO2-Bilanz mit eingerechnet, doch natürlich zerstört man auch hier den natürlichen Lebensraum von Tieren. Aber der reine Flächenbedarf bei Tofu ist mit rund 0,88 mpro jahr und Kilogramm lebensmittel noch duetlich geringer als de rPlatzbedarf der Rinderzucht mit rund 8,3 m2 .  Also können Sie sich ja zumindest trösten, wenn Sie sich sagen: „Klimatisch gesehen immer noch besser, als hätte ich jetzt ein Steak verdrückt“. Trotzdem gibt es theoretisch gesehen klimatisch gesehen noch unbedenklichere Proteinlieferanten.

Wenn Sie ganz korrekt sein wollen, dann kaufen Sie sich Bio-Sojafleisch aus Europa. Diese haben durchschnittlich eine Klimabilanz von nur 0,35 kg CO2 pro kg Lebensmittel.

Wenn wir aber schon so positiv über die Umweltbilanz reden, müssen wir halt auch hier die Genkeule schwenken. Soja wird in genverändertem Zustand für die Fütterung von Tieren eingesetzt und landet somit auch in den Endprodukten Fleisch, Milch und Eiern. Bei puren Sojaprodukten sollte man auf eine ausgeschilderte genetische Veränderung achten und Asialäden meiden.

Östrogengehalt und Gesundheitsrisiko?

Ein wahrer Ernährungsmythos ist, dass man durch den Konsum von Sojaprodukten verweiblicht, da sogenannte Phytoöstrogene enthalten sind, genauer gesagt Genistein und Daidzein. In Sojaprodukten sind diese besonders hoch konzentriert, finden sich jedoch auch in alkoholischen „Männergetränken“ wie Bier, Wein und Bourbon-Whiskey. Die etwas geringere Konzentration gleicht der wahre Mann hier oft durch entsprechend hohen Konsum aus. Und auch im von Sportlern oft konsumierten alkoholfreien Bier findet sich der Stoff.

Jedoch kann man nun sowohl Soja- als auch Bierliebhaber beruhigen: Die Wirkstoffe wirken in unserem Körper weitaus geringer als Östrogene. Auch nach ganzjährigem Sojakonsum braucht man sich keine Sorgen machen.

Grundsätzlich ist wissenschaftlich umstritten, ob die Produkte insbesondere bei Frauen das Brustkrebsrisiko erhöhen können. Der Krebsinformationsdienst hält eine Verzehrmenge von 85 gramm Tofu und einen Viertel-Liter Sojamilch für unbedenklich.

Tofu enthält sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Isoflavone, ide abhängig von der Menge entweeder eine zellschützende aber eben auch krebsfördernde Wirkung zeigen können – die Menge macht das Gift. Es gibt Befunde von der us-ameriaknischen Behörde FDA, die mehrere unabhängige Studien ausgewertet hat und aufgrund ihrer Befunde ausgeweretet hat, dass etwa 25 g Sojaprotein pro Tag förderlich für den menschlichen Organismus sind. Das entspricht etwa 800 g Sojamilch oder 300 g Tofu. Ausnahme: Bei Kleinkindern sollte auf Sojanahrung verzichtet werden.

Vorsicht sollten hingegen Menschen mit einer Schilddrüstenunterfunktion walten lassen. Hier gilt die Devise, dass der Sojakonsum nicht ins Unermessliche ausarten sollte. Ein moderater Konsum ist jedoch weiterhin unbedenklich.

Und seien wir mal ganz ehrlich: Selbst der eingefleischteste Veganer möchte nicht jeden Tag Sojaprodukte essen. Aber alle sind sich einig: Wer nicht jeden Tag, sondern mäßig und regelmäßig Sojaprodukte in seinen Ernährungsplan integriert, schöpft aus dem Verzehr nur Positives. Von daher sage ich zum Abschied: Lasst es euch schmecken.

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

Das könnte Dich auch interessieren...

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.