Warum ein Job als Consultant für junge Leute der beste IT-Job ist

(Last Updated On: 2. November 2015)

In der IT-Branche kann man auf vielerlei Art seine Brötchen verdienen: Ob als Administrator, Softwareentwickler, Mediengestalter, Support-Mitarbeiter oder IT-Manager: die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Doch als Consultant obliegt es mir in dieser Position, einen  – zugebenermaßen nicht ganz objektiv gehaltenen – Post darüber zu schreiben, warum die Consultant-Riege die beste Beschäftigung für Jungspunde und Brancheneinsteiger sein kann.

die Lernkurve ist over 9000

Als Consultant bestimmen Sie die Varianz und die Häufigkeit Ihrer Projekte weitestgehend selbst. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sie mit entsprechender Organistion dafür sorgen können, dass sie von Kunde zu Kunde nicht immer das gleiche machen, sondern sich auf den unterschiedlichsten Feldern bewegen. Ein Datenbank-Upgrade hier, ein Einführungsprojekt da, einen Monat später Performancetuning in Übersee und im Anschluss steht ein Security-Thema an. Je weiter sie ihre Einsatzgebiete streuen, desto attraktiver ist dies für sie: Nicht nur verbessert sich ihr Kenntnisstand, was sich auch in der Attraktivität Ihres Beraterprofils wiederspiegelt: Ein weitgestreutes Kenntnisfeld hat ungefähr den selben Effekt wie ein gestreutes Wertpapier auf dem Finanzmarkt: Sie verringern Ihr Risiko. Wenn Sie von ihrer Beratertätigkeit profitieren und sich in vielen Feldern auskennen, ist es quasi unmöglich für Sie, auftrags- oder gar arbeitslos zu werden.

Sie können immer zurück

Neben dem netten Zusatzeffekt, dass es so für Sie nie langweilig wird, haben Sie dadurch immer auch die Möglichkeit, auf Wunsch in Zukunft mal in ein weniger stressiges Feld der Branche abzudriften. Wer als Berater schon Themen bei Enterprise-Kunden eingeführt, optimiert und prozessiert hat, wird sich später leicht tun, einen heimatnahen Administratorposten in der Nähe der Familie zu bekommen. Sie sehen also: Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie immer noch zurück.

Umgekehrt können Sie sich aber sicher vorstellen, dass wenn Sie einmal doch den Wunsch nach der Beraterwelt hegen, es mit zunehmendem Alter immer schwerer wird, dort einzudringen.

Sie haben mehr Zeit im Leben (kein Witz!)

Viele ITler werden an dieser Stelle auflachen, da Sie eventuell Beraterkollegen kennen, die beim Kunden häufig bis spät nachts ackern müssen, damit das projekt rechtzeitig abgeschlossen werden kann – während man selbst einfach seiner 9 to 5 Woche nachgeht und als Administrator um 17:00 Uhr die Tür ins Schloss fallen lässt.

Dabei vergisst man jedoch häufig, dass Berater viele Vorteile genießen, die wiederum einen zeitlichen Vorteil mit sich bringen:

  • Gleitzeit.  Da Berater für Ihre Projekte in der Regel dem Kunden gegenüber selbst verantwortlich sind, ist die genaue Zeitspanne häufig variabel mit dem Kunden diskutierbar. Dadurch sind Angelegenheiten wie Arzt- und Werkstättenbesuche, Fitnessstudio, Behördengänge, Gerichtstermine und andere Unannehmlichkeiten des Alltags auf einen günstigen Zeitpunkt verlegbar, so dass man abends im Endeffekt mehr Zeit mit seinen Lieben und den Hobbys verbringen kann, auch wenn man de fakto ein paar Stunden später Feierabend macht
  • Ruhephasen. Während das Arbeitsjahr Ihrer Kollegen in einem ständigen Grundrauschen dahin geht, gibt es bei Ihnen zwischen den Projekten beim Kunden Ruhepausen, in denen Sie häufig nichts weiter zu tun haben als neue Themen zu erörtern und anstehende Projekte in aller Ruhe vorzubereiten, mit denen Sie künftig Umsatz generieren wollen. Und wenn Sie bereits fließig waren und aktuelle Themen im Kopf haben, können Sie die Zeit zwischen den Projekten auch ohne Probleme mal für einen ausgiebigen Urlaub nutzen, ohne dass Ihnen vom Chef Druck gemacht wird, weil der Laden ohne Ihre Anwesenheit nicht läuft,
  • Home-Office und Remote-Work. Im Gegensatz zu Ihren Kollegen müssen Sie häufig nicht physisch vor Ort sein, um Ihrer Arbeit nachzugehen. Erwartet man von einem Administrator oder einem Support-Mitarbeiter, dass er immer Gewehr-bei-Fuß mit einer Hand am Telefonhörer bereitsteht, müssen Sie hingegen in der Regel nur in den Phasen der Kundenakquise sowie am Anfang und Ende wirklich zu 100% präsent sein. Die eigentliche Projektphase können Sie an vielen Stellen durch Arbeiten von zu Hause oder an jedem x-beliebigen Online-Hotspot voran bringen. Moderne Verbindungs-, Fernwartungs-, Konferenzschaltungs- und Sicherheitstechnologien sei dank. Einige Consultants haben diese Kunst sogar soweit perfektioniert, dass sie im Laufe des Jahres ständig auf Reisen sind, während sie arbeiten. Diese Art von Consultants nennt man Digital Nomads („digitale Nomaden“). Sie arbeiten in der Regelarbeitszeit im Hotelzimmer, Restaurant oder anderen Hotspots am Projekt und schauen sich zum Dienstschluss die Umgebung an, in der sie sich gerade empfinden. Spät abends wird dann von einem Ort an den anderen gereist, vorzugsweise per Flieger oder Nachtbus. Aber auch für bodenständige Consultants bieten sich Vorteile. So kann man einen Urlaub auch am Sonntag noch voll auskosten, da man montags beispielsweise noch von zu Hause arbeiten kann – oder am donnerstag bereits an den gewünschten Zielort reisen, um Staus zu umgehen.

Das Team

Wenn es eins gibt, was Sie als Berater am meisten zu schätzen wissen werden, dann sind es die Teams, in denen Sie arbeiten. Ich spreche hierbei auf der einen Seite von dem Team, dass Sie in ihrem Beratungshaus, für das Sie arbeiten, haben werden – und andererseits aber auch von dem Team, welches sich aus Consultants verschiedener Fachbereiche beim Kunden vor Ort zusammensetzt.

Ihr „Fels in Brandung“, ihre starke Hand, ist ganz klar immer Ihr Team, das vom Arbeitgeber kommt. Egal wie weit entfernt man sich vielleicht physisch ist – ein Kollege ist in Australien, der andere in den USA und der nächste wieder in Deutschland tätig – ihre Kollegen sind das, worauf Sie immer zählen können. Und wenn der Stress beim Kunden noch so hoch ist, werden Ihre Kollegen immer wieder eine kleine Sekunde Zeit mit dem Mittagsbrötchen zwischen den Zähnen finden, um ihnen behilflich sein zu können. Natürlich haben Sie diesen altruistischen Philosophengeist dann auch schon längst selbst aufgesogen und unterstützen Ihre Kollegen, wo immer Sie auch können.

Aber auch, wenn Sie mit den Beratern anderer Dienstleister für den Kunden zusammen in einem Projekt arbeiten, werden Sie feststellen, dass auch unter fremden Consultants ein von Natur aus veranlagter Corpsgeist entsteht. Meine persönliche Erfahrung in Projekten hat gezeigt, dass man sich auch firmenübergreifend häufig als Kollegen sieht und gemeinsam an einem Strang zieht. Einen derartigen Zusammenhalt gibt es wahrscheinlich nur in der IT-Welt.

Sie netzwerken besser als Spiderman

Und wenn wir schon dabei sind: Durch die immer wechselnde Projektumgebung haben Sie mit der Zeit mit vielen Leuten zu tun, die Sie ihrem persönlichen Netzwerk hinzufügen können. Auch wenn längst nicht aus allen Kollegschaften und Projekten später einmal Freundschaften erwachsen, so bietet dies dennoch Basis für weitere Gespräche in der Zukunft. Daraus können Folgeaufträge, Zukunftschancen und auch private Kontakte erwachsen, die Sie nur als Consultant in diesem Maße ausschöpfen können.

Philosophie und Events

Wie bereits oben beschrieben, ist der Teamgspirit unter Consultants, wenn es um das Business geht, bereits sehr ausgeprägt. Doch nicht nur dieser macht das Leben als Consultant so lebenswert. Da ohnehin alle unterwegs sind, gehört es zum guten Ton, an einem gemeinsamen Projektstandort auch etwas zusammen zu unternehmen. Wenn Sie also mit Kollegen oder Consultants anderer Fachbereiche unterwegs sind, sind sie nie alleine. Und da die Kollegen in Ihrem Unternehmen auch häufig an anderen STandorten arbeiten und man sich nicht so häufig sieht, gibt es auch öfters im Jahr firmeninterne Treffen und Events, an denen man feiert, entdeckt und sich wieder kennenlernt. Im Unternehmen, in welchem ich arbeite, gab es beispielsweise schon die unterschiedlichsten Events. Egal ob Ritterspiele mit Holzschwertkampf und Ritteressen auf einem Schloss, Kart fahren, Stadtbesichtigungen am Tag mit gebuchtem VIP-Diskothekenbesuch am Abend bis hin zum Paintball- und Lasertag-Turnier war schon alles dabei. Diese Abwechslung und dieser Lebensgenuss stärkt auch bei mir bis heute die Überzeugung, dass meine Berufswahl damals die richtige war.

Man kommt rum

Mit zunehmender Erfahrung haben Sie die Möglichkeit, auch mal Kunden zu akquirieren, die sich an besonders lukrativen Standorten befinden. Gerade wenn Sie gerne verreisen bietet sich hier häufig die Gelegenheit, auch mal Projekte in fernen Ländern in Angriff zu nehmen. Auch wenn Sie vielleicht unter der Woche bis spät abends für das Projekt da sind, haben Sie dann zumindest die Wochenenden dazwischen, um sich kostengünstig ihren aktuellen Arbeitsort genauer anzusehen. Denn die Reisekosten dort hin sowie die Unterbringung im Hotel gehen zumindest teilweise auf den Kunden über, sodass sie die Arbeit auf finanziell günstige Weise mit einem kleinen Urlaub verbinden können. Ich kenne Consultants, die projektbedingt schon in Australien, Neuseeland und in Spanien waren. ich selbst war immerhin schon in ganz Deutschland und in der tschechischen Republik unterwegs.

habe ich Sie angefixt?

Wenn Ihnen dieser Post Lust auf ein Leben als IT-Consultant gemacht hat und Sie noch auf der Suche nach einer Einstiegschance sind, dann lassen Sie doch einfach mal einen kurzen Kommentar da. Vielleicht kann man ja mal über ein einschlägiges Business-Portal oder per Mail miteinander ins Gespräch kommen.

 

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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