Raus aus dem Fitnessstudio. Bessere Alternativen und Kombinationen

(Last Updated On: 30. Oktober 2015)

Haben Sie einen Vertrag im Fitnessstudio und glotzen Tag für Tag eine sprudelnde Wassersäule an, während Sie an einem Metallgelenk rumrödeln?

Oder bekämpfen Sie ihre Langweile, bis das nächste Gerät frei wird, mit überteuerten Eiweißshakes und koffeinhaltigen Heißgetränken. Oder geht bei Ihnen 50% ihrer freihen Trainingszeit dafür drauf, überhaupt mal Ihr Workout zusammenzustellen und zu planen?

Schluss damit. Fitnessstudios sind von gestern. Sie vergeuden ihre Zeit mit dem Warten auf freie Geräte. Sie sind ineffizient, weil  die intensität, mit der sie trainieren können, nicht von ihrer Fitness, vom Freiraum und von der Verfügbarkeit der geräte abhängig ist. Und viele Übungen wie beispielsweise Lauftraining oder Dehnübungen können Sie im Fitnessstudio nur sehr eingeschränkt auf Geräten oder kleinen Matten durchführen. Und auch die Stimmung ist sehr steril und gedrückt. Jeder versucht leise zu sein, hat Ohrstöpsel im Ohr und die Wahrscheinlichkeit dort Leute kennen zu lernen ist sehr gedrückt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Das Erlebnis einer festen Kameradschaft, die sie täglich beim Trainieren beim Vornamen kennen, können Sie jedoch hier meistens erst dann aufbauen, wenn Sie bereits mehrere Jahre im Studio sind und bei allen Leuten bekannt sind.

Dabei gibt es heute wesentlich effizientere und spaßigere Wege, um zu trainieren. Ich stelle Ihnen in diesem Post einige Varianten vor.

Extrastarkes Ganzkörpertraining: Crossfit

Noch viele Stunden werde ich hier verbringen: Im Crossfit Heidelberg

Noch viele Stunden werde ich hier verbringen: Im Crossfit Heidelberg

Crossfit ist eine Bewegung, die versucht, sich nicht speziell auf eine bestimmte Sportdisziplin zu konzentrieren, also beispielsweise Laufen, Radfahren, Gewichtheben, Bodybuilding o. Ä. Stattdessen möchten Crossfiter ein bisschen was von allem haben. In einem Crossfit-Gym kombinieren Sie hochintensives Kardiotraining mit klassischen Übungen aus dem Powerlifting / Gewichtheben, aber auch Kardioeinheiten wie Fettverbrennung am Rudergerät oder Laufen im Außenbereich sind hier angesagt.

Eine Crossfitstunde ist in der Regel immer gleich aufgebaut. Zu Beginn folgt ein kurzes Warmup, welches bereits sehr anstrengend ist. Dann folgt eine kurze 5 bis 10-minütige Mobility Einheit, in der die Muskulatur gelockert und leicht aufgedehnt wird. Danach werden die Übungen, die im Workout nachher dran kommen, vom Coach vorgemacht. Jeder muss diese Übungen vorher üben – egal wie erfahren er schon ist. So kann der Coach ständig kontrollieren, ob die Technik sitzt und sowohl Anfängern wie auch Fortgeschrittenen bei der Perfektion ihrer Technik helfen. In dieser Zeit hat man auch die Gelegenheit, das Gewicht, die  Höhe oder andere Parameter seiner Trainingsgeräte anzupassen, um nachher im Workout keine Zeit zu verlieren.

Das anschließende Workout dauert beim Crossfit häufig nur zwischen 10 und maximal 30 Minuten. Dafür sind diese Workouts in der Regel sehr intensiv. Ein Crossfit Workout von 10 Minuten kann schon einmal das selbe Volumen und die physikalische Arbeit beinhalten wie eine durchschnittliche Ganzkörpertrainingsstunde im Fitnessstudio. Dafür kann jeder trainierende vorher die Schwierigkeit seiner Übung individuell anpassen, so dass am Ende etwa gleich geschafft sind, egal wie lange man schon trainiert. Und das ist auch das Schöne an der Sache: Crossfit lebt einen echten Team-Spirit. Man feuert sich gegenseitig an und da man mit den anderen zusammen im gleichen Boot sitzt, kommt man auch leichter ins Gespräch.

Ein weiterer Vorteil: Die Workouts beim Crossfit sind abwechslungsreich. Es kann schon einmal vorkommen, dass in einem Workout explosive Sprungübungen, anschließend 200 m Sprinteinlagen und Eigengewichtsübungen wie Liegestütze oder Klimmzüge am Ende mit Gewichtsübungen an der Langhantelstange oder Kettlebell kombiniert werden. Diese Vielfältigkeit in Verbindung mit der hohen intensität verschaffen vor allen Dingen Anfängern schnelle Erfolge und ein allumfassendes Ganzkörpertraining, bei welchem sich der gesamte Körper in allen Aspekten weiterentwickelt.

ein weiterer Vorteil: Crossfit Gyms bieten Trainings in der Regel zu allen der drei „großen Trainingszeiten“ an: Morgen,s zur Mittagspause und abends nach Feierabend. In den meisten Crossfit Gyms kann man also nicht nur entscheiden, ob man morgens, mittags oder abends trainieren geht – man kann am selben Tag auch unterschiedliche Stunden kombinieren. Und hat man mal das Training am morgen verpasst, checkt man eben am Abend noch einmal ein. Euer einziges Problem ist nur noch das Erscheinen. Das Durchplanen des Workouts übernimmt für euch der Trainer.

Und das Schmankerl: Auch im Crossfit-Gym sind alle Trainingsgeräte bereits vorhanden. Hierbei kann man davon ausgehen, dass das Gym dabei genug Kapazitäten hat, um jeden Teilnehmer einer Session mit allen benötigten Trainingsgeräten zu versorgen. Das heißt das Warten auf frei gewordene Trainingsgeräte gehört der Vergangenheit an. Egal ob Langhaltestange, Kettlebells, Medizinbälle, Plyo Boxen, Rudergeräte, Klimmzugstange oder Sonstige Accessoires: Das Crossfit Gym hat immer alles parat, was für ein Workout gebraucht wird.

Man glaubt jetzt vielleicht, dass diese Qualität sicherlich ihren Preis hat. Doch erstaunlicherweise sind Crossfit-Boxen in der Regel nicht wahnsinnig teurer als Fitnessstudios. Zweimal Training in der Woche kostet beispielsweise 65 € / Monat, unbegrenztes Training kostet meist 90 € / Monat. zum Vergleich: unbegrenzter Zugang zum Fitnessstudio kostet in Städten im Monat rund 65 €. Hierbei ist jedoch noch kein Coach wie beim Crossfit dabei, Geräte können belegt sein, es ist außer auf dem Laufband kein Lauftraining und schon gar kein richtiges Sprinten möglich. Auch gibt es häufig keine Plyo Boxen zum Trainieren der Sprungkraft. Und wenn man ausgefallene Trainingsgeräte wie Kettlebells oder Medizinbälle in verschiedenen Gewichten haben will, schaut man oft ins Leere.

Körper und Geist stärken – Kampfkunst- und Kampfsport Gyms

Kann ich nur empfehlen: Bogymnasium Heidelberg

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Speziell Kampfkunst-Gyms die Kickboxen, Muay Thai, Mixed Martial Arts (MMA), Krav Maga oder Tae Kwon Do leeren würde ich euch an dieser Stelle empfehlen. Denn in diesen Gyms ist das Training häufig sehr intensiv. Erfolge zeigen sich schon nach wenigen Monaten und die Pfunde purzeln zunächst rapide, um sich wenig später wieder als erstarkte Muskelmasse zu zeigen. Vorurteile wie etwa, dass in solchen Gyms nur Rüpel und Raufbolde trainieren und man sich dort am laufenden Bande Verletzungen zu zieht, kann man getrost beiseite fegen. Neben Crossfit ist meiner Meinung nach das Beitreten einer Kampfkunstschule die beste Möglichkeit, um seinen Körper ganzheitlich zu trainieren – also wirklich die gesamte Muskelpartie in Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit auszubilden.

Und das beste meiner Meinung nach ist, dass in Kampfkunstgyms der Zusammenhalt und der Kennenlernfaktor wirklich am höchsten ist. Denn hier sitzt man nicht nur im selben Boot und muss die Tortur durch den Coach durchstehen – man trainiert hier auch meistens in Partnerform und hat dadurch schon von Haus aus mehr Kontakt zueinander während des Trainings. Man schlägt sich, man schubst sich (natürlich nur sehr sanftmütig und nachsichtig), man trägt sich gegenseitig durch die Gegend, scherzt miteinander und genießt einfach das gemeinsame Vorankommen im Leben.

In der Regel sind Großgeräte wie Kettlebells, Sandsäcke, Schlagpratzen und andere Trainingsgeräte bereits vorhanden und mir persönlich ist auch noch kein Gym vor gekommen, bei dem nicht auch ein typischer Kraftraum in der Manier eines Fitnessstudios dabei gewesen wäre.

Jedoch muss man für Trainingsgerät wie Springseile, Boxhandschuhe und Schienbeinschützer, sowie eventuell für Helm,  Mund- und Tiefschutz selbst aufkommen, was jedoch in der Regel eine überschaubare Erstausgabe darstellt. Danach trainiert man noch günstiger als beim Crossfit. Nur ca. 60 bis 70 € im Monat kostet der uneingeschränkte Zugang zum Gym von Montag bis Sonntag. Allerdings kann man bei den meisten Gyms keine Trainingseinheiten am frühen Morgen erwarten. Zwar kann man meistens ab etwa 10 Uhr bereits den Kraftraum nutzen – die gecoachten Trainingsstunden beginnen jedoch erst zum Abend – Ausnahme: Samstag und Sonntag – hier wird meist mittags trainiert. Die meisten Kampfsportgyms bieten jedoch unter der Woche zumindest Fitnesskurse zur Mittagszeit an. Dafür gibt es hier meistens von etwa 18:00 Uhr bis spät abends um 22:00 Uhr ein sehr abwechslungsreiches Programm, bei welchem man in der Regel unterschiedliche Kampfstile trainieren und kombinieren kann.

Selbst ist der Mann: Hometraining

Hometraining hat natürlich zunächst mal viele Vorteile: Man kann natürlich  – zumindest in der Theorie – trainieren wann man will. außerdem ist es auf lange Sicht kostengünstig, selbst wenn man sich große Geräte wie Langhantelstange + Gewicht, Kettlebells, Sandsäcke usw. selbst anschafft.

Homegym

Bild von meinem alten selbst zusammengestellten HomeGym in meiner früheren Heimat.

Andererseits gibt es beim Hometraining auch diverse Nachteile. So muss man sich immer selber um einen Partner schauen. Partnerübungen, die im Crossfit- oder Kampfsportgym problemlos möglich wären, müssen hier meistens ausbleiben. Desweiteren muss man sich selbst um seinen Trainingsplan und die zusammenstellung seiner Workouts kümmern. hierbei helfen häufig Trainings-DVD-Serien wie P90X oder Insanity, aber auch Youtube-Kanäle wie YourDailyHIIT oder Hasfit.

Für viele kann sich der Aufwand jedoch lohnen, da man sich hier auf lange Sicht Geld spart. Man zahlt keine Mitgliedsbeiträge und hat auch keine Fahrtkosten oder überhöhten Verpflegungskosten zur Trainingsstätte mehr. Selbst wenn man sich also alle Geräte selbst anschafft, kann sich der Aufwand auf lange sicht lohnen. Man selbst entscheidet, was man am jeweiligen Tag trainiert. Trainingspläne und -videos gibt es kostnelos aus dem Internet. Youtube ist hier zu einer wahren Goldgrube geworden. An einem Tag sucht man mal nach PowerYoga, am nächsten geht man laufen und am dritten Tag macht man ein workout aus der Insanity-DVD. Dann kommt mal der Kumpel vorbei und man lässt an den Pratzen und am Boxsack richtig die Sau raus. Die Möglichkeiten sind da. Das Problem ist halt immer auch, dass man erst einen freistehenden Raum braucht, in welchem man sich so einen Personal Training Tempel einrichten kann.

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

DaFRK

Andreas Loibl ist SAP-Berater, Ethical Hacker und Online Marketing Manager und schreibt auf seinem Blog DaFRK Blog über verschiedene Themen in den Sektoren Projektmanagement, Informationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung, Finanzen und Zeitmanagement.

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